Jeder Schritt war und ist für mich ein Gewinn

Auslöser für meinen Sportbeginn mit 57 war die Bitte meiner Kinder: "Mama tu etwas für dich". Mir war klar so etwas geht nicht von heute auf morgen, und auch nicht von 0 auf 100.
Zulange hatte ich meinen Körper vernachlässigt, Essen als größte Nebensache der Welt betrachtet, war dem Nikotin nicht abgeneigt und regelmäßiger Schlaf war überflüssig. Wasser war zum Waschen da und an Sport wurde kein Gedanke verschwendet. Eine Miniskusoperation und ein Riss im Wadenmuskel nach einem Arbeitsunfall, waren für mich immer die gute Ausrede nichts tun zu müssen.
Schließlich stellte sich die Frage - war das alles?

rosl1

Bei einem Preisausschreiben gewann ich ein "Lauftraining für 2" - dieses absolvierten mein Mann und ich in einer berufs- und altersmäßigen bunten Truppe für einige Stunden. Auf Grund unserer Unbeweglichkeit, riet uns der Trainer es mit Nordic Walking zu versuchen. So wurden Stöcke angeschafft und wir schlossen uns einer einmal wöchentlich trainierenden Gruppe an und schon bald absolvierten wir mit Freude an der gemeinsamen Bewegung  auch größere Strecken (60 km).

rosl2

Nur, der Gedanke an das Laufen ließ mich nicht mehr los. Ich wollte in diesem Sport Fuß fassen.

Begleitet von meinen Kindern begann ich 2014 mit langsamen Einheiten (50m laufen und 200m gehen, dann wieder 50m gehen,...) Mein Mann schenkte mir dazu eine Sportuhr und begleitete mich zu dem "Wiener Händler der Sportschuhe verschreibt" (Zitat).

Mit einfachen Bewegungsübungen verbesserte ich langsam Kraft, Koordination und Beweglichkeit. Tiefere Kniebeugen, Plank oder Wandhocke waren mir anfänglich unmöglich. Auch den Bewegungsablauf von Hampelmann und Schnurspringen hatte ich tatsächlich vergessen. Ab sofort wurden Aufzug und Rolltreppen durch "Stiegenlauf" ersetzt und der kleine Rodelberg in unserer Umgebung wurde meine Piste für Hügelsprints.

rosl3

Dehn- und Stabilisationsübungen nahmen Platz in meinem Alltag und sind auch meinem tennisspielenden Mann von Nutzen. Wir sind nicht perfekt in den Ausführungen, bemühen uns aber sie richtig zu machen. Dabei werden wir nach wie vor von unseren Kindern angespornt. Mit Wanderungen in den Tiroler Bergen, größeren Bergtouren und Spaziergängen zu jeder Jahreszeit und auch Radfahren wird die Ausdauer trainiert.

rosl4

Mein hochgestecktes Ziel ist es nächstes Jahr, mit 65, im Herbst einen Marathon zu laufen. Um mich nicht zu überfordern, trainiere ich nach einem monatlichen auf mich abgestimmten Trainingsplan, den ich  sehr genau einhalte. Abwechselnd sind es 3-5 Laufeinheiten pro Woche: lockere Läufe, Fahrtenspiel, Intervalle, Tempotraining sowie Regenerationsläufe und Longruns. Ebenso eingeplant werden Kraft- und Stabilisationstraining und Ruhezeiten.

Ich laufe bei jedem Wetter, am liebsten auf Wegen in der freien Natur und es darf auch hin und wieder einen Berg hinauf gehen. Ich freue mich über gemeinsame Läufe und über Abwechslung wenn ich einen Kinderwagen schieben darf oder einen Hund an der Leine habe. Aber auch alleine zu Laufen macht mir nichts aus, dann ist die Natur mein Begleiter.

Jeder Lauf ist für mich ein Gewinn. Ich bin dankbar wenn ich mich bei einem Wettbewerb im vorderen Teil der Ergebnisliste in meiner Altersklasse finde oder sogar auf dem Podest stehen darf. Anerkennende Worte sind immer ein Ansporn.

Der Sport hat nicht nur meinen Körper verändert. Ich habe 20 kg abgenommen, auch mein Denken hat sich verändert, ich bin ausgeglichener, zufriedener und vor allem selbstbewusster geworden. 

Für mich ist es eine Ehre, dass ich jetzt mit 64 in die große internationale ASICS FRONT RUNNER FAMILIE aufgenommen wurde. Egal ob Anfänger oder Elite hier wohnt ein gesunder Geist  in jedem Körper :         ANIMA SANA IN CORPORE SANO.




erstellt von
portrait

Roswitha Ruthner

Pensionistin aus Wien

Altersklasse: W65

Disziplinen
Funktionelles Training 10 Kilometer Halbmarathon Marathon