"mental health awareness month"- Mentale Gesundheit im Leistungssport als wichtiger Leistungs- und Gesundheitsfaktor

Mai ist „mental health awareness months”. Wir alle wissen, dass Sport und Bewegung wichtig für einen gesunden Geist und einen gesunden Körper ist, doch was ist, wenn das Laufen zu viel wird und dafür verantwortlich für ein „Athleten Burnout“ wird? In meiner Masterarbeit habe ich auch aufgrund meiner eigenen Erfahrungen im Leistungssport einen Teil für dieses Thema des Sporttreibens reserviert und das will ich euch etwas näher bringen. Ich denke, dass es für NachwuchsathletInnen und TrainerInnen ein wichtiges Thema ist und auch etwas aufzeigt, mit welchen Problemen 1-11% der ProfiathletInnen (Gustafsson, et al., 2007) zu kämpfen haben. Am Anfang gibt es einen kleinen wissenschaftlichen Teil und am Ende befindet sich ein kleiner Erfahrungsbericht.

Was ist überhaupt ein „Athleten Burnout“?

Genauso wie die gängige Burnout Definition, wird das Athleten- Burnout mit einer kompletten psychischen und physischen Erschöpfung definiert. Die Grenze zum Übertraining ist fließend, jedoch zeigen sich beim Burnout vor allem psychische Symptome, während das Übertrainingssyndrom vor allem physische Symptome aufweist- Siehe Abbildung ganz unten (Weinberg & Gould, 2007, S. 500). Ich selbst hatte während meiner aktiven Karriere 2x ein Übertrainingssydrom bzw ein „Athleten Burnout“- kurz zusammengefasst ist es bei mir dadurch entstanden, dass ich jeweils fast 1 Jahr mit einer Verletzung trainiert habe, um mein selbst gestecktes Ziel die Erreichung eines Großereignisses zu schaffen. Selbst auferlegter Druck, Verletzung und dadurch nicht gerecht werden der eigenen Zielsetzungen und Sinnverlust- weil Training mit Schmerzen keinen Spaß macht und auch nicht sinnvoll ist, weil der Körper die Energie für die Heilung braucht und deshalb nicht wirklich auf den Trainingsreiz reagieren kann. Maximal 4 Stunden Schlaf in der Nacht, große Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, schlechte Leistung beim Wettkampf und Training und absolut keine Motivation..

Wie kommt es jetzt überhaupt zum „Athleten Burnout“?

Dafür gibt es verschiedene mögliche Ansätze und Modelle in der Literatur. Gut zusammengefasst hat das Gustafsson im ”Integrated Model of Athletes Burnout“ (Gustafsson, et al., 2007). Zusammenfassend wird demnach die Entstehung von Burnout durch drei Haupteinflussfaktoren ausgelöst. Zum einen sind das

Diese drei Hauptkomponenten lösen zuerst Vorzeichen aus wie Stimmungsschwankungen, erhöhte Cortisolwerte, Frustration, Verhaltensstörungen, verminderte Kontrolle und Leistungsverringerung aus, bevor es zum Burnout kommt. Wird das Burnout nicht adäquat behandelt, kommt es zu Konsequenzen wie Beendigung der Sportkarriere, Störung der Immunfunktionen, chronische Entzündungen und langfristigem Leistungsverlust (Gustafsson, et al., 2007).

Wie lange dauert die Erholung? Was ist zu tun?

Zuerst Mal kann viel in der Prävention getan werden um ein Übertrainingssyndrom oder Athleten Burnout gar nicht entstehe zu lassen! Ausreichend Pausen, Spaß am Training, Abwechslung, ausreichend Essen und Schlaf, Hobbies neben dem Sport, ein gutes soziales Umfeld und das Wichtigste: Wenn man verletzt ist, ist man verletzt!! Das gilt als Leitspruch für AthletInnen und genauso für TrainerInnen. Eine Verletzung gehört ausgeheilt! Training mit Schmerzen ist langfristig einfach keine gute Idee! Der Spaß geht verloren, die Energie die ins Training mit Schmerzen fließt ist einfach so hoch, da ist es immer besser diese Energie in die Heilung zu investieren und an alle ungeduldigen AthletInnen da draußen: Ja ich weiß, ich wollte das damals auch nicht hören, wäre aber besser gewesen es umzusetzen!

Wie schaut also nun die Erholung aus?

Für mich war es komplette Ruhe für eine Zeit lang ca 3-4 Monate, ich konnte nach dieser intensiven Phase nicht mal mehr 20min im 6er Schnitt laufen, so leer war mein Körper. Bei mir war die Zeit auch wichtig um meinem Körper die Ruhe zu geben die Verletzung zu heilen, weiters macht es Sinn mit einer PsychologIn oder PsychotherapeutIn an der psychischen Erholung zu arbeiten und an den Faktoren die den Zustand begünstigt haben- z.B.: fehlende Grenzwahrnehmung des eigenen Körpers etc.

Mir ist es gelungen, nach dem ersten Mal stärker zurückzukommen, beim zweiten Mal jedoch leider nicht- ich habe jetzt wieder unglaublich viel Spaß am Laufen, aber ohne Leistungsdruck. 

Achtet auf euch und euren Körper und Energiehaushalt, wenn ihr gesund seit uns Spaß habt werdet ich schnell und mit Freude laufen! :)

SYMPTOME BURNOUT

SYMPTOME ÜBERTRAINING

Physische Symptome

Psychische Symptome

Physische Symptome

Psychische Symptome

Energielosigkeit

Negative Affekte und verminderte Selbstachtung

Energielosigkeit

Teilnahmslosigkeit

Schlafprobleme

Stimmungsschwankungen

Schlafprobleme

Stimmungsschwankungen


Rollenkonflikte

Erhöhter Blutdruck

Teilnahmslosigkeit


Umdeutung von Werten

Gewichts-abnahme

Konzentrationsprobleme


Emotionale Isolation

Erhöhter Puls



Ängstlichkeit

Muskel-schmerzen



Gruppenkonflikte

Schlechte Leistung



Motivationslosigkeit

Magen/Darm-probleme



Konzentrationsprobleme

Appetitlosigkeit



Verlust der Freude am

Überbeanspruchungs-



Training

Probleme



Druck des Umfelds

Verzögerung der Erholung

nach Belastung



Physische und mentale



Erschöpfung



Quelle: modifiziert nach Weinberg & Gould (2007, S. 500)

erstellt von
portrait

Jennifer Wenth

Sportwissenschafterin / Trainerin / Trainingstherapeutin aus Wien / Kaumberg

Altersklasse: AK
Verein: UNION ST Pölten
Trainer: Jennifer Wenth

Disziplinen
Marathon Funktionelles Training Kraft-Training Traillaufen Leichtathletik 10 Kilometer