Mein erster Marathon mit 65 Jahren. Wie mein Umfeld darauf reagiert, was meine konkreten Ziele sind und wie ich mich darauf vorbereite könnt ihr in diesem Blog nachlesen.

„Das tut man seinem Körper doch nicht an…“ „du bist doch gesund …“ „das hat doch keinen Sinn…“ „in deinem Alter macht man so etwas nicht ....“

Seit für mich feststeht, dass ich mir zum 65. Geburtstag eine Marathonteilnahme schenke sind das die gängigsten Aussagen die ich zu hören bekomme.

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Mein Ziel steht fest!

Dazu möchte ich festhalten: es geht mir nicht um eine Superzeit, ich möchte niemanden etwas beweisen, sondern es ist die Freude und der Spaß den ich beim Laufen verspüre - ICH möchte wissen, ob ich diese Gefühle auch über eine so lange Distanz ins Ziel erhalten kann. Wenn ich laufe spüre ich wie in mir Ruhe in meine Gedanken kommt, wie sich mein Körper freut so sich zu bewegen. Ich weiß ich brauche mich nicht zu hetzen, es geht auch um keine Bestzeit, sondern nur um MICH.

"Ich weiß ich brauche mich nicht zu hetzen, es geht auch um keine Bestzeit, sondern nur um MICH."

Von ärztlicher Seite habe ich internistisch und orthopädisch eine Freigabe. Eine frühere Meniskusentfernung macht sich zwar sehr selten bemerkbar, dafür gibt es dann einen längeren Laufstop (kam in den letzten 8 Jahren 2 Mal vor). Ich bin weder eine Raucherin noch neige ich zum Alkoholkonsum und daher ist Bluthochdruck für mich ein Fremdwort.

Dass ich meine TRAININGS wesentlich mehr zu intensivieren habe macht mir nichts aus, Eigenschaften wie Disziplin und Gewissenhaftigkeit wurden mir von klein an mitgegeben, ob Sonne, Schnee oder Regen, ich laufe bei jedem Wetter.

Natürlich gehe ich nicht planlos an mein Vorhaben, die Coronazeit kam mir sehr gelegen mangels richtiger Bewerbe, wurde mein 5 - 10km Training auf Langdistanz umgestellt: 2-3 Ruhetage pro Woche, lockere Läufe, wechseln mit Intervallen, Fahrtenspiel, schnellen Dauerläufen, Longruns und Intensiven/Regenerationswochen ab.

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Beispiel für eine Traingswoche

Tägliche spontane Dehnungsübungen, zusammen mit 2 intensive Einheiten pro Woche und einer zusätzlichen Yogastunde helfen mir meine vorhandene Beweglichkeit zu erhalten. Kniebeugen, Planks, kurze Stiegenläufe, Stabilitätstraining und Gymnastik, trainieren meine Rumpfstabilität und steigern Kraftausdauer.

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Stabi-Training ist ein fixer Bestandteil der Vorbereitung

Bei der Visualisierung meines Zieles helfen mir die Gespräche mit meiner Mentaltrainerin, die selbst eine Läuferin mit Marathonerfahrung ist. Wir sprechen darüber wie ich mir meinen Lauf einteilen werde, was mich an der Strecke und beim Zieleinlauf erwarten wird und dass es Abschnitte geben wird, die ich nicht mag.

An meinen lauffreien Tagen, verbringe ich gerne Zeit in der Infrarotkabine, genieße eine Massage und ruhe mich wirklich aus. Dass ich in meinem Alter mit meinen Kräften richtig haushalten muss ist mir bewusst. Und - dazu gehört vor allem meinem Körper die Regenerationszeit zu genehmigen die er fordert.

Eine Unterstützung von unschätzbarem Wert ist es, wenn ich nach dem Training nach Hause komme das Lächeln meines Mannes sehe. Dann weiß ich, dass er sich mit mir über mein Vorhaben freut, auch wenn manche gemeinsame Unternehmungen hintenanstehen.

Als ASICSFrontRunnerin genieße ich für jedes Wetter und jedes Gelände den Vorteil gut ausgestattet zu sein. Es freut mich, dass mich meine wesentlich jüngeren Kollegen nicht belächeln, sondern mir gerne auch mit Ratschlägen und Tipps zur Seite stehen.

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Auf meine Ausrüstung kann ich mich verlassen

erstellt von
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Roswitha Ruthner

Pensionistin aus Wien

Altersklasse: W65

Disziplinen
Funktionelles Training 10 Kilometer Halbmarathon Marathon