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Vielseitig und anspruchsvoll, sehr technisch, ursprünglich und wunderschön – ASICSFrontrunner Matthias Müller berichtet über den Andorra Ultra Trail

Zwischen Frankreich und Spanien zeichnen sie sich ab: die mächtigen Pyrenäen, die an ihrem östlichen Zipfel den kleinsten Zwergstaat Europas einrahmen. Andorra bietet gerade für Trailläufer unzählige Möglichkeiten und war in diesem Jahr erneut Gastgeber für den Andorra Ultra Trail, an dem meine ASICSFrontrunnerkollegin Mirjam Niederberger aus Bern und ich in diesem Jahr erstmals teilnehmen konnten. „Wir waren wahnsinnig gespannt was uns hier wohl erwarten würde“, so Mirjam – bereits die sechs angebotenen Distanzen, vom 10 km Trail bis zum Orientierungslauf über 233 km mit unbeschreiblichen 20.000 Höhenmetern, ließen uns aufhorchen. Ganz bewusst entscheiden wir nur für den „normalen“ Marathon mit 3.000 Höhenmeten. „Man muss sich ja schließlich noch steigern können…“

Das Bergdorf Ordino – Gastgeber für Trailläufer aus 49 Nationen

Voller Spannung und Vorfreude machen wir uns von Barcelona auf den Weg in das beschauliche Dorf Ordino, wo 3.200 Trailläufer aus 49 Nationen fünf Tage lang ein großes (Trail-)Festival feiern sollten. Vor Ort auch Marco Scanziani, ein ASICSFrontRunner aus der Nähe von Mailand, um sich bei der La Ronda dels Cims über die 170 km an den Start zu stellen. So gut wie jeder Gipfel Andorras wird bei diesem Trail mitgenommen: „Ich will versuchen so wenig wie möglich zu schlafen“, so seine Renntaktik. Für uns als „gebürtige“ Bahn- und Straßenläufer ein nahezu unbegreifliches Vorhaben!

Während sich Marco bereits einen Tag früher auf den Weg machte, checken wir nochmal unsere Pflichtausrüstung: Neben Regenschutz und Langarmkleidern gehörten auch Rettungsdecke, Signalpfeife und Sporttape in den Laufrucksack. Am Vorabend stimmen wir uns in Ordino auf den bevorstehenden Marathon ein. Von den Trommelschlägen einheimischer Musikanten, Feuerwerken und dem Jubel der Zuschauer begleitet, wurden hier nach Einbruch der Dunkelheit die Läufer des Mític und des Celestrail, des 80 und 120 km Trails, aus den hell erleuchteten Altstadtgassen auf die Strecke geschickt – ein unglaubliches Spektakel!

Gnadenloser Sturm am Pic de Casamanya

Am nächsten Morgen ertönt auch für uns und weitere 800 Läufer endlich der Startschuss zum Marató dels Cims. Eine unbeschreiblich schöne Landschaft erwartet uns. Saftige Wiesen, grüne Täler, zackige Gipfel. Die Landschaft wechselt ständig, ebenso die Trails: schroff, wurzelig, steil, verschlungen. Während ich bei km 13 einen Abzweig übersehe, eine 3 km lange Extraschleife einlege und das Feld von hinten aufrollte, läuft es für Mirjam perfekt:

Den höchsten Punkt der Strecke am Pic de Casamanya auf 2.800 Meter erreicht sie als 3.  Frau des Feldes. Doch zwischenzeitlich hatte sich hier ein gnadenloser Sturm zusammengebraut. „Meine einzige Sorge war nur noch, irgendwie am Boden zu bleiben. Ich wollte nur schnellstmöglich aus diesem Sturm heraus kommen!“ Als ich am Checkpoint eintreffe, hat sich dieser zu einem gnadenlosen Orkan gesteigert und die Strecke wird aus Sicherheitsgründen über ein anderes Tal hinab geführt. Nach einem langen und sehr technischen Bergabstück erreiche ich nach 6 h endlich das Ziel. Dort ist die Freude groß: Mirjam wurde bei den Frauen 4. Was für eine Leistung, das wird gefeiert!

Was bleibt für uns zurück? Neben einem unfassbarer Muskelkater und unbeschreiblichen Erinnerungen vor allem ein riesiger Respekt gegenüber allen Ultra-Finishern wie Marco, der am nächsten Morgen nach unglaublichen 50 Stunden (!) ebenfalls gesund und glücklich das Ziel erreichte.

Matthias Müller

 

 

 

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Matthias Müller

Pressesprecher von Weinheim

Altersklasse: M35

Verein: TSG Weinheim

Trainer: Dr. Ralf Wodopia

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