TEILEN
Auf dem Weg zum Six Star Finish habe ich am vergangenen Wochenende beim Chicago Marathon vorbeigeschaut und neben dem Finish hatte ich noch ein ganz spezielles Ziel.

Auf jeder Distanz wollte ich unter 4 Minuten pro Kilometer bleiben, dabei weiß ich noch ganz genau wie lange ich an den 20 Minuten auf 5km geknabbert hatte.

Vorbereitung: Mehr kg, mehr km, Mehr Schlaf

Nach meinem tollen Ergebnis beim Ironman Frankfurt im Juli 2017 (9:37h) war ein wenig die Luft raus bevor ich Anfang September meinen letzten Triathlon in Köln bestritten hatte um mich danach wieder 100% dem Laufen und meinen Online-Projekten wie Plaghunter (Erkennung von Bilderklau) zu widmen.

Mit meinem neuen Trainer Philippe bauten wir also einen Trainingsplan auf, der mich innerhalb von fünf Wochen auf den Chicago-Marathon vorbereiten sollte. Eigentlich wollte ich ja nur finishen, doch haben wir es sehr schnell geschafft, die vorhandene Form weiter auszubauen und die Wochenkilometer von 50km auf bis zu 120km zu erhöhen.

Auf dem Weg zum zweiten Saison-Höhepunkt gab es aber auch einige Rückschläge. Noch kurz vor Chicago hatte ich Fressattacken und hab mich aufgrund unregelmäßigen Schlafs etwas platt gefühlt. Diese Erfahrungen gehören letztlich aber auch zum Weg dazu.

Zahlen lügen nicht

Philippe hat mich dann auch trotz des fehlenden Wettkampfgewichts ermuntert, denn eins weiß ich auch: Zahlen lügen nicht. Das Training verlief wirklich super - so als hätte mir etwas gefehlt. Die Form kam sehr schnell und bei einigen Einheiten wie dem Long Run mit Endbeschleunigung habe ich teilweise sogar noch etwas dran gehängt.

Auf in die Windy City

Die Reise verlief dank der Erfahrung aus den andren Major Marathons sehr unaufgeregt. Am Donnerstagabend kam ich in der airbnb-Wohnung an, bevor es am Freitag zur Marathonmesse ging um danach schnell die Füße hoch zu legen.

Glücklicherweise stand für Samstag tatsächlich ein 5km-Lauf mit kleinen Steigerungen im Plan, den ich perfekt mit dem Chicago5K kombinieren und nebenbei noch ein Selfie mit Paula abstauben konnte. Spätestens jetzt war die Motivation für den großen Tag da.

It's Raceday

Total ausgeruht und voller Vorfreude bin ich am Sonntag um 1 Uhr aufgestanden, denn bei kurzen Reisen bleibe ich meist lieber in der deutschen Zeitzone. Endlich Toast mit Marmelade und in die Wettkampfkleidung springen.

Im Gegensatz zu anderen Marathons wie in New York oder Boston entfällt in Chicago die stundenlange Anreise mitsamt Rumsitzen. Man muss wie bei kleineren Stadtmarathons einfach nur den Kleiderbeutel am Buckingham-Brunnen abgeben und sich im Startblock einfinden.

Der zweite tolle Vorteil für mich war die Startzeit. Um Punkt 7:30 Uhr ging es los. Perfekt, um der Hitze zu entgehen und meinem Biorhythmus entsprechend zu laufen. Das klappte trotz fehlerhaften GPS-Signals (hat jemand Tipps zur Fenix3?) tatsächlich erstaunlich gut und so hatte ich bei der Halbmarathonmarke mit 1:22h sogar schon einen kleinen Vorsprung von zwei Minuten herausgelaufen. Das hört sich wie an Rookie-Vokabular, doch ich bin der Meinung, dass man einen Marathon mutig angehen sollte. Bisher wurde ich dafür immer belohnt und man weiß ja auch erst im Rennen wie gut die Form wirklich ist.

Die ultraflache Strecke, die vielen Versorgungsstände und km-Zähler bei jedem Kilometer machten das Rennen wirklich zu einem der angenehmsten, die ich jemals gelaufen bin. KM30 war die Schwelle wo ich entweder aussteigen (d.h. mit 5er statt 4er Pace weiterlaufen) oder durchlaufen wollte. Ohne nachzudenken bin ich natürlich weiter und ab KM35 wurde es tatsächlich noch mal etwas hart, doch auch dafür liebe ich diese Sportart.

Geschafft: SUB4 Minuten!

Voller Erleichterung konnte ich mich im Ziel an der ebenfalls erstklassigen Versorgung und vor allem an den ganzen Glückwünschen der vielen Volunteers erfreuen (genau dafür liebe ich die USA!). Wirklich überrascht über die knapp unterbotenen 2:48h war ich aber irgendwie nicht. Man erreicht eben immer genau das Ziel was man sich setzt. ;-)

Endlich Sightseeing

Was für eine Verschwendung: Man läuft durch eine tolle Stadt und hat nicht mal Augen für das was links und rechts passiert. Doch dafür gibt es ja noch die Tage danach bzw. in diesem Fall sogar den Wettkampftag selbst, da man ja schon um "kurz nach 10 fertig" war. Was macht man also? Richtig, man geht erst mal zum Frisör! Dafür war irgendwie vor Abflug keine Zeit mehr. ;-)

Dank eines tollen "Indian Summers" mit Temperaturen bis 26° konnte ich den Sonntag und Montag sogar am Strand genießen oder mit meiner Drohne die Stadt unsicher machen. Schon jetzt weiß ich, dass ich unbedingt wiederkommen muss - notfalls auch ohne Marathon. ;-)

Zurück zur Laufliebe

Dank dieses Erlebnisses und dem fast täglichen Runner Flow bin ich momentan wieder richtig motiviert und gespannt wo die Reise noch hin geht oder um es mit den Worten meines Arztes zu sagen: "Ein Marathonläufer werden Sie mit diesem Genfehler wohl nicht."

Man weiß eben immer nur, wo das Limit eben nicht ist.

erstellt von
portrait

Marco Verch

Ortsunabhängiger Unternehmer from Cologne

Altersklasse: M35

Verein: Mach3 Köln e. V.

Trainer: https://www.instagram.com/triphigi/

MEINE DISZIPLINEN
marathon long_distance_triathlon
MEINE DISZIPLINEN
marathon long_distance_triathlon

ASICS
FRONTRUNNER

Auf Instagram