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Kannst du dir vorstellen wie es ist, beim Laufen ganz leicht zu sein? ASICS hat es mich letzte Woche in London erleben lassen! Mit einem ganz ungewöhnlichen Lauferlebnis...

Ich war vorige Woche in London eingeladen bei einem Event rund um den neuen ASICS Gel Kayano 25. Der Schuh bietet besondere Stabilität und Leichtigkeit auch für lange Läufe, genau das sollte in einem Experiment gezeigt werden. Als Experte für mentales Training stand ich zusammen mit anderen ASICS Frontrunner Coaches, den Besuchern des Events mit Rat und Tat zur Seite.


Der ASICS Blackout Run war Höhepunkt des Events und wurde über die letzten sechs Monate hinweg von einer großen englischen Agentur geplant. 

Ab Dienstag, so hieß es, würden da ausgewählte Läufer - jeweils alleine - an den Start gehen. Als ich diese besondere Halle mit dieser 150 Meter langen Laufbahn sah, war ich sofort hin und weg. 

„Wow.Ich würde da so gerne laufen“ rutschte es mir bei der Besichtigung raus. Das blieb nicht ohne Folgen. Denn als ich Dienstagabend mit meinen ASICS Frontrunner Kollegen, nach einem wundervollen ersten Tag, beim Abendessen zusammen saß, sagte Jan-Erik Kruse mit einem Blick auf sein Mobiltelefon: „Daniela, du hast die Chance morgen um 9 Uhr den Blackout Track zu laufen.“  Ich überlegte nur eine eine Sekunde. „Ja, ich machs!“ Klar hatte ich innerlich ein bisschen Respekt : schließlich bin ich aufgrund einer Fußverletzung seit Oktober 2017 wirklich sehr wenige Kilometer gelaufen. Und der Lauf sollte möglichst schnell sein.

Wenn du gegen 22.30 Uhr die Info kriegst, dass du am nächsten Tag um 9 Uhr läufst, gibt’s auch keine Chance mehr deine Trainerin um Rat zu fragen.

Und da war noch diese winzige Kleinigkeit, dass ich vor dieser Mitteilung mit David Lennemann, David Flacke (beide grandiose Personaltrainer) und Jan-Erik Kruse ein ziemlich intensives Workout absolviert hatte…ich sag nur, „Thunder“ (Burpees ohne Ende) und „Sally goes down“ (Squads ohne Ende)…meine Beine fühlten sich also nicht gerade ausgeruht...

Egal. Ich wollte so sehr auf diesen Blackout Track, dass ich meine Zweifel zur Seite schob. Diese Chance wollte ich mir nicht entgehen lassen.

Als Teil eines wissenschaftlichen Experiments, war die Vorgabe, dass ich morgens auf der 150 Meter Bahn fünf Kilometer im Dunklen laufe (mit ca. einem Meter Sichtweite) und nachmittags dann in der gleichen Halle bei Licht nochmal fünf Kilometer laufe. Zusätzliche Besonderheiten: der ASICS Blackout Run (der Lauf im Dunklen) erlaubte keine Hilfsmittel und Ablenkungen; daher wurde ich vorneweg gescannt wie am Flughafen. Ziel war es wirklich, dass der Kopf keine Ablenkung finden sollte und dass man keine Ahnung hat wie schnell man wirklich läuft (weil ja Uhren etc. nicht erlaubt waren). Auch Musik ist im Blackout Run verboten, lediglich ein sogenanntes „Weißes Rauschen“, das ihr im Film (siehe ganz unten) hört, untermalt den Lauf.

Ich war beim zweiten Lauf, nachmittags und im Licht um einige Sekunden schneller als morgens beim Blackout Run. Ich lief nachmittags um die 21 Minuten (die genaue Zeit habe ich noch nicht vorliegen): Mir fiel der Blackout Run trotzdem mental deutlich leichter. Der Lauf im Dunklen ermöglichte es mir, ganz im Hier und Jetzt zu sein. Da ich wenig sah, blieb ich einzig auf die Bewegung konzentriert und ich empfand es als „schwerelos“.

Vor dem Blackout Run, wartete eine Reihe von Stationen auf mich.

Zunächst bekam ich den Schuh genau vom japanischen Fachmann erklärt. "Passt ganz gut", dachte ich, "zu meinem noch angeschlagenen Fuß". Denn der ASICS Gel Kayano 25 soll vor allem das Wadenbein vor Überlastung schützen, indem er viel Stabilität gibt und die Fußdynamik ausgleicht.

Schließlich ging es zum Scanning und dann noch zum Warm up mit der wunderbaren Erin. Das Warm up fand ebenfalls in der Industrie-Halle,  in einem vorgelagerten Raum statt.

Bevor ich in zum Blackout Run ging, wurde ich interviewt wie ich mich fühle. Von Medialeuten und vom Wissenschaftler. Dann mit Kamera zum Track begleitet.

Der Kameramann fragte mich vor meinem Blackout Run „Will you enjoy it?“ Und ich sagte: „Definitely“.

Nach einer ganz kurzen Einweisung der Wissenschaftler, gingen alle zur Seite und die Halle dunkelte ab. 


Das Start-Signal ertönte und ich lief einfach los, jede Runde über eine Zeitmessung. An manchen Stellen sah ich mehr an anderen viel weniger, da das Licht von einem Lichtingenieur bewusst unterschiedlich gesteuert wurde. Die ersten drei Runden entwickelte ich ein Gefühl für die Sichtverhältnisse und die Bodenbeschaffenheit. Ich hatte es mir rutschig vorgestellt, doch das war es nicht. Auch wenn ich den Boden nicht immer voll sehen konnte. Ich entwickelte zunehmend Selbstvertrauen in die eigene Bewegung. Es fühlte sich gut an.

Um zu verstehen, wie ich lange ich laufen werde, habe ich mit den Fingern immer bis zehn gezählt und dann von vorne. In Summe waren 33 Runden zu absolvieren. Dann, so hatte man mir gesagt, würde wieder ein Signal ertönen und ich sei fertig. Irgendwann beim Laufen fiel mir auf, dass ich mich vermutlich bei den ersten zehn Runden verzählt habe und ich wusste, dass es sein kann, dass nach meiner gezählten 33. Runde noch kein Alarm kommt. Genau so war es: ich lief also weiter. Noch eine Runde, oder? Plötzlich fiel mir etwas ein: es geht hier in diesem Experiment um mentale Stärke! 

"Was wenn sie dich sogar länger laufen lassen und der Alarm erst nach sechs Kilometern kommt, um zu sehen wie du mit dieser Härte umgehst?" fragte ich mich plötzlich. Das erste Mal fühlte ich einen Zweifel.

Ich fühlte kurz in meinen Körper hinein. Klar, hatte ich die letzten 3 Runden angezogen, dennoch beschloss ich: egal, was kommt, das hältst du durch. 

In diesem Moment, kam das Signal zum Stoppen. Ich hatte es geschafft.


Ein Fotograf sprach mich sofort danach an: „Du hatte die ganze Zeit ein Grinsen im Gesicht. Warum?“ – Ich: „Weil ich jede Sekunde genossen habe“.

Selbst das weiße Rauschen, das als "Musik" eingespielt worden war, und andere Läufer vor mir genervt hatte („annoying“), störte mich nicht. Für mich gehörte es zu diesem besonderen Lauferlebnis dazu. Ich glaube, es hat mich sogar motiviert. Mental entscheidend ist, was wir aus dem Moment gedanklich machen.

Wenn ich dieses tolle Laufgefühl auf dem ASICS Blackout Track mit etwas vergleichen soll, dann würde ich sagen, es war wie in meinen besten Wettkämpfen: ich war völlig im Flow.

Als ich später am Sonnenlicht war und danach wieder in die abgedunkelte Industriehalle ging, waren meine Füße deutlich mutiger als zuvor. Hatte ich die Tage davor immer zaghaft die ersten Schritte gemacht, bis die Augen sich an die Dunkelheit gewöhnten, so waren die Füße diesmal trittsicher: ich hatte Vertrauen in die Dunkelheit, und eigentlich in meine Bewegung entwickelt. 

Kurzer wissenschaftlicher Hintergrund: Kopf und Körper sind immer in Interaktion. Das heißt, sie reagieren immer aufeinander. Die Psychologie spricht von Embodiment. Wenn ich beim Laufen lächle, dann  registriert das mein Hirn und das unterstützt mein Denken in eine positive Richtung. Visuelles Erleben ist also mit motorischem Handeln verbunden. (Quelle: Gehirn und Geist 44/07_2018; Christian Wolf). So verändert sich mein Sehen ja auch durch die Bewegung, wenn ich mich zum Beispiel mehr nach vorne beuge, beschleunige und verlangsame. Unser Hirn steht also in einer dynamischen Bewegung zum Körper: bewusst zu sehen, zu hören, zu tasten und zu denken, ist eine Leistung als Ganzes. Kopf und Körper spielen zusammen. Das heißt, selbst als meine Augen nicht alles sahen, die Füße gaben mir die Rückmeldung: du bist trittfest, alles wird gut.

Das Experiment ist noch nicht ausgewertet und sicher kommen da noch viele professionelle Fotos und Videomaterial nach. Most of the Making of pictures are from Del Dumashie. Thank you so much, Del, you were a true friend while this amazing experience.

Erster Einblick_Daniela Blackout Track

Foto: Hie Kim (ebenso wie das Titelbild)

erstellt von
portrait

Daniela Dihsmaier

Sport Mental Coach und Systemische Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung aus München

Altersklasse: W40

Verein: TRITIME WOMEN Team

Trainer: Susanne Buckenlei

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