Vor zwei Wochen schrieb ich auf diesem Blog über die perfekte Laufkleidung, heute soll sich unser Augenmerk auf den perfekten Laufschuh richten.

Dies ist allerdings weitaus komplizierter als die perfekte Laufkleidung zu finden, denn unsere Füße sind – ich spreche aus Erfahrung – ziemlich zimperliche Zeitgenossen und verzeihen Fehltritte bei der Schuhauswahl nur nach geraumer Zeit, die wir dann nichtlaufend, humpelnd und meist schlecht gelaunt abseits der Laufstrecken absitzen.

Wenn wir öfter als zweimal pro Woche laufen, empfehle ich immer auch zwei Paar Laufschuhe zu besitzen, damit wir jeden Lauf die Laufschuhe wechseln können. Wenn wir öfter als viermal pro Woche laufen, empfehle ich sogar drei Paar Laufschuhe, die wir in regelmäßigen Abständen einfach durchwechseln. Fehlbelastungen machen sich erst immer nach einiger Zeit bemerkbar und ganz ehrlich, die wenigsten von uns haben den „perfekten“ Laufstil, der nicht durch einen guten Laufschuh kompensiert werden müsste. Allgemein gilt also die Faustregel: So wie wir unsere Streckenlänge und das Tempo variieren, um schneller zu werden, so sollten wir auch die Schuhe abwechseln, um dauerhafte Fehlbelastungen und damit verbundene Verletzungen zu vermeiden. Metaphorisch ausgedrückt ist ein guter Laufschuh für die Füße also die zahnprophylaktische Untersuchung für die Zähne – eine reine Schutz- und Vorsichtsmaßnahme um spätere Kollateralschäden zu umgehen.

Ähnlich wie ein Parfum, kauft sich der erste Laufschuh auch nicht besonders gut im Internet, denn wir können ihn nicht anprobieren, nicht „Probe-Laufen“ und haben auch keine fachkundige Beratung an unserer Seite. Ich persönlich habe gute Erfahrung in speziellen „Lauf-Läden“ (z.B. die „Laufbar“ in München ist eine gute Adresse) gemacht, die einen zuerst aufs Laufband stellen, sich dann ausgiebig damit befassen wo es eventuell nicht „läuft“, (der eine knickt nach innen, der andere nach außen, der eine läuft auf dem Vorfuß, der andere ist ein Mittelfußläufer etc. pp.) um dann den perfekten Laufschuh aus einer epischen Breite von Laufschuhmodellen herauszufischen. Danach wird der Schuh erstmal ausgiebig Probe gelaufen – natürlich draußen – und erst dann, fühlt sich der Schuh gut an, ja dann wird er gekauft. Natürlich stellt sich dann erst nach den ersten ein, zwei, oder auch sieben Laufeinheiten heraus, ob der Schuh wirklich perfekt sitzt, aber ich habe damit einfach weitaus bessere Erfahrungen gemacht, als mit Internet-Käufen. Und haben wir einmal den perfekten Laufschuh für uns entdeckt, so ist es ja kein Problem, den Schuh immer und immer wieder im Internet nachzubestellen, falls Zeitnot. Wenn Zeit, natürlich gerne die ansässigen Sportläden unterstützen und dort kaufen.

Allgemein lässt sich noch so viel sagen: Schwerere Läufer und Läuferinnen brauchen auch schwerere Laufschuhe (einfach, weil sie das Gewicht besser abfedern und den Fuß besser stützen). Daher haben auch Frauenlaufschuhe immer weniger Gewicht als das jeweilige Männermodell.

Je kürzer die Laufstrecke, desto leichter der Schuh: Laufen wir eine kurze Einheit mit ein paar Tempospitzen, empfiehlt sich ein leichter Schuh ohne viel Schnick-Schnack. Gehen wir für einen langen Lauf aus dem Haus, vielleicht sogar für über eine Stunde, empfiehlt sich ein etwas schwererer Schuh, der Halt bietet und stützt, damit wir die eventuelle Fehlbelastung über den längeren Zeitraum einfach etwas abmildern und nicht nach 40 Minuten wegen „Fuß-Weh“ nach Hause gehen müssen. Preislich finde ich es schwer mich festzulegen, ich würde aber mal so aus dem Bauch heraus sagen: Ein guter Laufschuh darf zwischen 50€ und 180€ alles kosten. Außer Schmerzen an den Füßen.

Ich wünsche euch den perfekten Laufschuh!

Ganz viel Spaß! Eure Marina 

erstellt von
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Marina Rappold

Grundschullehrerin von München

Altersklasse: 23
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Markus Guetzlaff

Meine Disziplinen
Halbmarathon 10 Kilometer

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