TEILEN
Es ist nie zu spät. Auch nicht dafür, einen Plan zu haben - zum Beispiel für einen Marathon.

Es ist nie zu spät. Auch nicht dafür, einen Plan zu haben - zum Beispiel für einen Marathon.

Seit Oktober 2017 bin ich vergeben, zum ersten Mal in meinem Leben - an einen Plan für das Marathontraining. Wie das kam, lest ihr im ersten,   zweiten und Teil 3 A des Blogs (Ja, es gibt Teil 3A - so ist das Läuferleben)  

Was nun nach dem gescheiterten ersten Versuch in Salzburg? Die Restform wollte irgendwo auf die Straße getackert werden, schließlich hatten sich Beine und Kopf eine neue Bestzeit vorgenommen und das unbedingt und vor allem auch #FürJulia. Nach Salzburg war jedoch der Großteil der Frühjahrsmarathons durch, der Frühling machte einen auf Hochsommer und irgendwie hatte ich meine Zeit ja auch nicht im Lotto gewonnen - zumal drei Wochen Pause plus Wiederaufbau der Form den Zeitraum eines möglichen Relaunches der Bestzeitrakete erheblich einschränkten. Wie ein Wink des Schicksals ergab es sich, dass der Asics Stockholm Marathon perfekt passte und es auch noch einen Startplatz zu ergattern gab (danke, Detlef!).

Trotz dieser glücklichen Umstände lief es seit Salzburg irgendwie nicht mehr so Bombe. Vor allem das Motivationstier hinkte aber auch die Physispflanze zeigte sich ein wenig verdorrt. Der Plan, einfach mal wieder "ohne Plan" durch Berlin und den Rest der Republik zu steppen, wurde natürlich von dem neuen Plan, wieder nach Plan zu laufen, durchkreuzt. Und dann WIEDER: Intervalle, Tempodauerläufe, Tapering. Grrrr! Diemal glücklicher Weise ohne Schnee. Aber oft auch leider ohne den gewohnten Gegenwind, den ich mir im Berliner Mai-Backofen bei durchgängig 30 Grad sehr sehnlichst gewünscht hätte. Aber: Irgendwas is ja immer anscheinend. Und immerhin: Der Kadaver hielt!

Für Stockholm, Start 12 Uhr, Wettervorhersage 30 Grad, machte ich mir dann gleich drei Pläne. Plan A: 3:15 h. Plan B: 3:20 h, Plan C: Einfach mit Freude und Schmackes durchlaufen. Denis aka Coach hatte glücklicherweise versprochen, mich zu pacen. Also hatte ich auch eine Begleitung mit Tempogefühl, ein echtes Ass im Ärmel.

Irgendwie haben wir dann relativ schnell zu Plan D umgeschaltet (Richtig, den gab es gar nicht vorher): Überleben mit Bestzeit. Die Hitze in der SKANDINAVISCHEN Hauptstadt war absolut UNSKANDINAVISCH und bescherte mir dreiviertel der Rennzeit einen Puls jenseits der 170 Schläge. Mehrere Eimer Wasser in und über mir, Salzgurken, sieben Gels, Fluchen, Leiden - das alles beschreibt einen Ritt durch das irgendwie auch schöne Stockholm, den ich nicht wirklich erwartet haben wollte, wenn ich mein "Marathonrennen nach Plan" projeziert hatte.

Bei KM 25 hab ich dann Coach zu verstehen gegeben, dass ich jetzt lieber aufhören wolle, um nicht den ganzen Sommer zu versauen, was nur ein Grunzen (O-Ton: "kommt ja wohl nicht in Frage") plus "kürzer" zur Folge hatte. Also, Tempo angepasst und weiter.

(Und noch Hinweis für alle, die da vielleicht auch mal am Mälaren, also diesem ultragroßen See, in den Stockholm reingebaut ist, entlangtraben wollen) Denkt übrigens nicht, weil die Stadt fast am Meer ist, ist das da flach - ganz im Gegenteil. Irgendwie fluchte ich mich während des Rennens oft und mal wieder eine endlos ansteigende Kaugummigerade hoch, als ich das erste Mal dachte, dass ich mich doch irgendwie nicht für einen Berglauf angemeldet habe. Sondern eigentlich nur einen Stadtmarathönchen laufen wollte. 150 Höhenmeter, schön verteilt über neckische Wellen im Park, hohe Brücken und, tadaaaa, ein saftiger 500m-Anstieg auf dem KM40 trugen dazu bei, dass ich mich den ganze Kanten von Marathon nicht wirklich in einen Rhythmus hineinlaufen konnte.

Aber naja, auf das Ziel geguckt endete der Lauf mit Licht und Schatten: 3:28 h waren unter den Umständen wohl gar nicht so übel. Und PB immerhin um vier Minuten verbessert. Mit Blick darauf aber, dass der Plan für die 3:15 h ganz gut geklappt hatte, fühlt sich das noch nach "Luft nach oben" an.

Jetzt bin ich erstmal sehr begeistert über "Laufen ohne Plan". Der Plan dafür und danach: Ultravasan 90. Im August. In Schweden. Denn irgendwie war das ja auch sehr schön da in diesem Stockholm.

Abschließend noch ein Resümee zu all dem Terror aka "Marathon nach Plan": Ein Plan ist immer nur so gut wie deine Fähigkeit, Dich auf deinen Plan B einzulassen. Oder C. Oder D. Und: Auch mit 38 lohnt es sich immer wieder, nach neuen Wegen an den Rand der Komfortzone zu suchen. Da fängt das Leben schließlich erst richtig an. #FürJulia

erstellt von
portrait

Joyce Moewius

Pressesprecherin aus Berlin

Altersklasse: W35

Verein: A3K-Berlin

Trainer: Me, Myself and I

MEINE DISZIPLINEN
Halb-Marathon Ultra-Marathon Swim-Run Trail Ultratrail Triathlon Olympische Distanz
MEINE DISZIPLINEN
half_marathon ultra_marathon swim_run trail ultra_trail olympic_distance_triathlon

Willst Du mehr über die ASICS FrontRunner erfahren?