Erste Erfahrungen vom Laufen mit Baby

Als Frau, finde ich, wird einem überwiegend übermittelt: Wenn ein Baby da ist, ist dein Leben vorbei - kein Sport mehr, schlaflose Nächte, Karriere-Aus, Camping auf keinen Fall, abends spät essen gehen sowieso nicht mehr und und und...

Ich hatte davor wirklich Angst. Doch es hat sich bei uns nicht bewahrheitet. Klar, zugegeben, dein Leben mit Kind verändert sich und es ist auch nicht immer einfach, aber ich kann eigentlich noch alles genauso machen wie vorher mit nur ein bisschen mehr Planung und es ist sooooo schön <3

Ich will hiermit also besonders den Frauen, die gerne Sport machen, und auch gerne allen anderen die Angst nehmen:

"Euer Leben ist mit Kind nicht vorbei - ihr könnt vieles noch ganz genauso machen wie vorher."


Besonders meine Leidenschaft zum Sport muss ich nicht aufgeben. Klar, ich werde niemals eine Qualifikation für eine EM oder WM oder Olympia erreichen (auch ohne Kind nicht;) ), aber dennoch habe ich meine persönlichen Ziele wie einen Start beim Boston Marathon mit einer bestimmten Zielzeit.

Wie ich in meinen vorherigen Berichten bereits erwähnt hatte, konnte ich bereits nach der 7. Woche wieder mit leichten Training anfangen. Jetzt nach 3 Monaten kann ich 80 km Radfahren und 20 km Dauerlauf sowie 1000 er Tempoläufe absolvieren, davon sogar fast alles mit Emma. Im Folgenden möchte ich gerne ein paar Hilfestellungen geben, die es meiner kleinen Familie ermöglicht haben, das so umzusetzen. Es gibt natürlich keine Garantie, es gibt natürlich auch viele andere Ansichte und Wege an die Sache heranzugehen. Das hier Dargestellte ist nur wie wir es bei uns festgestellt und umgesetzt haben, letztlich bleibt es aber ja jedem selbst überlassen.

Tipp 1: Holt euch einen Lauf- bzw. Radanhängerwagen für euer kleines Baby.

Ja, diese kosten etwas mehr, aber sind wirklich Gold wert. Man ist sooo viel flexibler und unsere Kleine liebt es darin. Da dazu immer wieder viele Fragen kommen: wir haben den Thule Chariot Cross als Einsitzer (selbst gezahlt, also keine bezahlte Werbung). Den können wir an das Rad hängen und mit ihm laufen. Zudem hat er noch 2 kleine Räder, um ihn als Buggy zu nutzen.

Natürlich ist es ein anderes Laufgefühl mit Laufwagen als wenn du ohne läufst, aber ich war sehr überrascht wie einfach es dennoch geht. Dank der großen Reifen rollt er sehr leicht und auch auf etwas unebenen Strecken sehr sanft. Einen Schnitt von 4:20 min pro km kann man auch damit absolvieren. Im Sommer kann man da auch ideal seine Getränke verstauen und ich finde es sehr motivierend, dass meine kleine Emma mit dabei ist.

Außerdem kann man damit auch super Radstrecken absolvieren, sei es jetzt ein Radausflug oder eben alltägliche Fahrten. Aber ich empfehle bei diesem Thule unbedingt die Regenabdeckung zu benutzen, wenn man Rad fährt, da doch recht viel Dreck durch das normale Gitter kommt.

Tipp 2: Immer etwas Abstand zur nächsten Fütterung lassen

Emma ist in der Regel deutlich ruhiger, wenn noch etwas Zeit bis zur nächsten Mahlzeit ist. Dank der Tatsache, dass wir ihr Fläschchen geben, sieht man genau wie viel sie trinkt und es fällt einem leichter, einen festen Rhythmus von 4 Stunden zwischen Emmas Mahlzeiten zu etablieren. Somit lässt es sich für mich einfacher abschätzen, wann ein guter Zeitpunkt für ein Läufchen ist und innerhalb von 4 Stunden schaffe ich es immer.

Tipp 3: Bleibt locker


Eure Kleinen merken es, wenn ihr euch von etwas stressen lasst. Wir haben Emma wie selbstverständlich überall mithin genommen - auf den Campingplatz im Zelt, Abends beim Essen zu Freunden, auf Geburtstagsparties oder auch auf eine Bootstour mit Freunden.

Emma ist es egal wo sie ist. Hauptsache wir knuddeln sie und sind da. Ich glaube es ist manchmal einfacher sich nicht so viele Gedanken zu machen und einfach loszulegen. Die Kleinen melden sich schon, wenn es Ihnen nicht gefällt. Aber Emma hat hier im Urlaub so viel gelacht, dass ich mir sicher bin, dass es ihr gut geht.

Tipp 4: Nehmt die Angebote von Freunden und Familie zur Unterstützung an

Ganz oft wird einem in der Regel Hilfe und Unterstützung angeboten, aber meistens traut man sich nicht sie anzunehmen. Aber warum nicht? Eine kurze Verschnaufpause tut mal gut. Ich bin fest davon überzeugt, dass wenn es euch als Mutter gut geht, dann geht es auch euer Kleinen gut. Die spüren das ;) Außerdem gibt es selbst im absoluten Profibereich einige namenhafte Beispiele wie es klappen kann wie Allyson Felix, Christina Schwanitz usw. Erst vor kurzem hat bei den US Trails eine Schwangere im 7 Kampf teilgenommen, um zu zeigen, was Frauen leisten können.

Natürlich muss man immer den Einzelfall betrachten. Wir haben mit Emma bisher sehr viel Glück gehabt und sind einfach nur happy, dass sie nun bei uns ist. Es gibt so vieles, auf das ihr euch freuen könnt, deswegen habt keine Angst.

erstellt von
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Anna Plinke

Steuerberaterin von Regensburg

Altersklasse: 1988
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Ich selbst

Meine Disziplinen
Halbmarathon Marathon 10 Kilometer

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