Vielleicht hat der ein oder andere die Bezeichnung „Runners High“ schon einmal gehört oder gelesen. Vielleicht haben es einige sogar schon erlebt, diesen bestimmten „Flow“ oder dieses „Laufen auf Wolke 7“, wie ich es gerne beschreibe.

Für alle anderen, die noch keine weiteren Erlebnisse mit Wolken sammeln konnten, außer vielleicht einem unerwarteten Platzregen während man friedvoll und nichtsahnend seine Samstagmorgen-Laufrunde entlangtrabt, habe ich hier einmal kurz die Wikipedia Definition parat: „Ein Runner´s High, im Deutschen auch Läuferhoch genannt, bezeichnet ein beim Langstreckenlauf (...) sowie anderen aeroben Betätigungen auftretendes Hochgefühl“.

Ein Hochgefühl und das auch noch beim Laufen? Bevor mich jetzt zahlreiche Nachrichten erreichen, dass sich eure Gefühle während des Laufes – um weiter in meteorologischen Metaphern zu sprechen – eher einem drastischen Tiefdruckgebiet nähern und sich ein entsprechendes Hochgefühl erst nach dem Lauf sukzessive in der Dusche wieder einstellt – gebt mir noch die Chance eines letzten Artikels über das „Runners High“!

Wenn man Läufer nach ihren Empfindungen während eines „Runners High“ fragt, berichten viele von „euphorischen Empfindungen“ oder zumindest „Gefühlen des Wohlbefindens“. Meistens tritt dieses Gefühl erst bei Läufen von über einer Stunde auf, aber auch aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es auch bei kurzen, intensiven Läufen zu solchen Rauschempfindungen kommen kann. Wie genau ein Runners High entsteht, ist noch nicht endgültig geklärt, allerdings weiß man, dass es neben Endorphinen auch zur Ausschüttung von Enkephalinen und Dynorphinen kommt, welche alle – chemisch gesehen – dem Opium sehr ähnlich sind. Dies führt zu einer positiven Veränderung der eigenen Wahrnehmung, denn der Körper berauscht sich an eigens produzierten Drogen. Verrückt oder? Dies soll natürlich keine Hommage an den Gebrauch von Opium, sondern an das Laufen sein.

Weitere Wissenschaftler haben auch den Anstieg bestimmter Endocannabinoide erforscht, die nicht nur für ein Rauschgefühl sorgen, sondern auch Schmerzen betäuben. Bei nicht wenigen Halbmarathons habe ich dies selbst erlebt: Blasen und Blessuren begannen erst nach Zielankunft zu schmerzen und gerade so schleppte ich mich die restlichen Meter zum Auto. Jedes Mal mit der festen Überzeugung: „Ich hätte keinen einzigen Meter mehr laufen können!“. Komischerweise – im Wettkampf von den Strapazen keine Spur!

Und zuletzt: Auch die meditative Komponente könnte bei der Entstehung eines Runners High eine Rolle spielen. Der gleichmäßige Schrittrhythmus und das aerobe Gleichgewicht können den Läufer in eine Art Tiefschlaf – ääh ich meine Trance – verfallen lassen. Bewiesen ist dies allerdings alles bisher nur bei unseren vierbeinigen Freunden, den Mäusen.

Und warum erleben nicht alle ein Runners High? Erstmal sei festgehalten, dass die Ausschüttung von stimulierenden Hormonen von Mensch zu Mensch natürlich stark variieren kann. Allerdings habe ich für Euch schon ein paar „Tricks“ in Petto, wie man einen solchen „Flow“ etwas provozieren kann:

Ich wünsche euch viel Spaß beim „In den Flow kommen“ und natürlich keine Regenwolke an den Himmel!

Viel Spaß

Eure Marina

erstellt von
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Marina Rappold

Grundschullehrerin von München

Altersklasse: 23
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Markus Guetzlaff

Meine Disziplinen
Halbmarathon 10 Kilometer

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