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Nachdem ich mir Mitte August 2017 einen Shint Splint links zugezogen habe...

Nachdem ich mir Mitte August 2017 einen Shint Splint links zugezogen habe, hatte ich um eine Teilnahme an der DM Marathon in Berlin gebangt. Dir Form war bis dato super und ich hatte mir dort was Großes vorgenommen. So hatte ich alle Therapiemaßnahmen versucht - von Massage über Kortisonspritze bis zu Strahlentherapie – doch Nichts davon hat geholfen, wenn, dann vielleicht nur kurzfristig. 

Die Schmerzen waren so unerträglich, sodass es mich beim Laufen buchstäblich in die Knie gezwungen hatte. In diesem Zustand sah ich keinen Sinn, den Berlin Marathon zu laufen und hatte den dann wohl besonnen abgeblasen. Daraufhin hoffte ich an einer Teilnahme in Frankfurt. Pustekuchen! Das Schienbein hatte beim Laufen immer was zu melden gehabt. „Jetzt reicht’s“, sagte ich mir und habe für mich den Entschluss gefasst, einen Zeitlang nicht zu laufen und stattdessen Alternativtraining zu machen. Doch ganz ehrlich - das Radfahren und Schwimmen – war mir so langweilig, dass ich es sporadisch gemacht habe. So dümpelte und gammelte ich vor mir hin. 

2018 ist angebrochen – ein Neues Jahr, ein Neues Glück und ich versuchte einen neuen Anlauf. Voila, sieh an, ich konnte wieder schmerzfrei laufen. Es löste ein unglaubliches Glücksgefühl in mir aus, endlich wieder laufen zu können. Ich merkte, dass die Kondition nicht mit ins Neue Jahr reingerutscht ist und ich Geduld haben musste, mich langsam wieder aufzubauen. 

Nun war ich sensibilisiert und hörte bei jedem Zwicken und Zwacken am Schienbein auf meinen Körper, um einen Rezidiv zu vermeiden. 

So nahm das Training weiterhin seinen Lauf…

Und im März, das ist kein Scherz. 

Da öffnete ich meine Mail, schaute 3mal hin, 

und begriff erst, dass ich ein ASICS Frontrunner geworden bin!

Darüber bin ich sehr dankbar und froh.

Und auf die neuen Teamkollegen freue ich mich sowieso.

Leider mussten Max und ich das Meeting in Neuss absagen

Denn,

wir mussten uns beim Weltcup in London rumschlagen

in der Nationalmannschaft, das ist immer wieder eine große Ehre

und allein in London, diese Atmosphäre..

so sind wir auf jeden Fall beim Meeting in Frankfurt

hoffentlich, und das zum Saisonendspurt

So, genug vorgeplänkelt und von der Leidensgeschichte erzählt.

Doch das Wichtigste hat noch gefehlt…

Am 19.04.18 um 11:15 wurden Max und ich von meinem Vereinsleiter zum Frankfurter Flughafen gefahren. Dort trafen wir auf die Bundestrainerin Marion Peters, Harald Lange, Steffen Klitschka mit seinen Guide Florian Graser, Hans-Reinhard Hupe mit seine Guides Martin Sander und Mario Laimbach und unseren Fotografen Steffen Schmoock. 

Erst im Flughafen erfuhren wir, dass unser Flieger eine Stunde Verspätung hatte. Als Wiedergutmachung für die Verspätung gab’s eine Gutschrift von 7 Euro, den wir uns für Snacks einlösen konnten. Das nenne ich Kulanz von der Lufthansa.

Das heißt für uns, unser Flieger geht erst um 15 Uhr. 

In Heathrow Airport von London angekommen, wurden wir von einigen Organisationsmitgliedern des London Marathons zur U-Bahn-Station gelotst. Wir fuhren bis nach Paddington Station, wo die Taxen mit der Aufschrift „London Marathon“  auf uns warteten, um uns zum Tower Hotel zu fahren. Das 4 Sterne Hotel, das gleichzeitig das Elite

bzw. Marathon Hotel ist, hat eine super Location. Sowie letztes Jahr, da hatten Max und ich Glück mit dem Zimmer gehabt – unser Ausblick ging direkt auf die Tower Bridge. Doch diesmal hatten wir kein Glück mit dem Zimmer gehabt. 

Nachdem wir uns eingecheckt haben, gingen wir in ein Zwischengeschoss in dem Hotel, wo ein Extraraum für uns eingerichtet war, der auch nur für uns Paraathleten und Betreuer zugänglich war. 

Dort holten wir noch unsere Akkreditierungen (was für diese Zeit sehr wichtig war, um überall passieren zu können) sowie einige Startunterlagen ab. 

Das Gute war noch, dass wir zwei Physios vorort hatten, die uns vom Veranstalter organisiert wurden. Wir ließen uns nicht bitten und trugen uns gleich für die nächsten drei Tage ein. 

Danach erklärte uns unsere Bundestrainerin unser Ablauf für die nächsten Tage und wir schlossen den Tag beim gemeinsamem Essen beim Italiener gleich nebenan ab. An sich ist soweit alles gleich geblieben, wie wir es schon aus dem letzten Jahr kannten. 

Mit einem Blick auf die Starterliste ist schon zu erkennen, dass diesmal mehr Paraathleten am Start sind als letztes Jahr, v.a. in meiner Startklasse hat sich das Starterfeld verdoppelt. 

Übrigens, der Pressekonferenz- sowie der Eliteraum ist gleich auf der selben Etage nebenan, sodass es nicht selten vorkam, dass man in dem Hotel die Promis wie Kipchoge, Mo Farah, Bekele, Paula Radcliffe und wie sie alle heißen traf. Ich muss sagen, es ist schon was ganz Besonderes, wenn man die hautnah erleben darf.

Am nächsten Morgen sollte der Wecker um 7:00 Uhr klingeln. Aber dazu ist es nicht gekommen. Denn, Max und ich sind schon vor dem Wecken wach. 

Mit der einstündigen Zeitumstellung zurück hatten Max und ich wenig Mühe gehabt aus den Federn zu kommen. Nach der deutschen Zeit wären wir jetzt schon im Wald unterwegs gewesen. Apropos Wald, davon sind wir hier weit entfernt. Hier gibt es viele schöne Parks, wo man auch gut seine Runden drehen kann – Großstadt eben. 

Nach dem Frühstück machten wir uns gleich um 12 Uhr mit unserer Truppe zu einer dieser Parks, um uns die Beine auszulockern. Die ganze Woche zu tapern und die Belastung auf fast nur 20 % zu reduzieren, das machte mich mental schon zu schaffen. Ich hörte in der letzten Belastungswoche von meinen Kollegen nur „In der Wettkampfwoche solltest du so wenig wie möglich machen und nur tapern“. Da ich schon seit einigen Wochen an einer Periostreizung am linken Knöchel laboriere, ging ich auf die Empfehlungen von meinen Kollegen ein, mit der Hoffnung, die Reizung in Schach zu halten. Nachdem ich bereits auf dieser Seite einen Shint Splint hatte, war ich natürlich sensibilisiert und hatte im Hinterkopf immer Angst, dass es wieder ausbrechen könnte. Mit voller Zuversicht und Freude war ich froh, dass ich bis London teils rehabilitiert war. Meine alte Form hatte ich subjektiv und auch nach der Leistungsdiagnostik und der Ergebnisse der letzten Läufe zwar noch nicht wieder, aber ich war froh, dass ich überhaupt wieder einen Marathon bestreiten konnte, wenn auch ohne PB. 

Dazu später mehr. Jetzt genug von der Anamnese und wieder in den Park. Hier war es praktisch, dass wir eine 2 km Runde hatten. So drehten Mario, Max und ich 3 Runden mit je 1 km Fahrtspiel. Nach der Passivität und Sitzerei von gestern, tat es dem Körper sehr gut, sich mal wieder bewegt zu haben (nach dem Motto „I move me“). Bevor der Körper noch weiter runter fährt, musste das Laufen heute sein – zumindest für den Kopf. Wo wir beim Runterfahren sind, die Temperaturen könnten das auch ruhig mal tun. Denn, knackige 26 Grad und knallende Sonne, das soll in den nächsten Tagen nicht besser werden. 

Noch 2 km zurück zum Hotel und wir kommen auf knapp 10 km Laufpensum. 

Gegen Nachmittag hatten wir noch Freizeit und so schlenderten Steffen, Max und ich durch London, um noch ein paar Souvenirs zu besorgen. Auf dem Weg stellten wir nicht nur den Linksverkehr auf den Straßen, sondern auch in der Fußgängerzone fest, was für uns schon gewöhnungsbedürftig war. 

Am Abend um 18 Uhr hatten wir noch ein Fotoshooting mit dem Fotografen Felix Diemer, den wir letztes Jahr kennen gelernt haben. So gab es noch ein Paar schöne Grußfotos nach Neuss: 

Im Hinterkopf, dass in Neuss noch ein Meeting war.

Im Hintergrund die Tower Bridge, das ist wahr. 

Für die Klamotten und die Fotos sind wir sehr dankbar

Ich hoffe, damit eine Brücke nach Deutschland zu schlagen

Und am Sonntag, da werden wir uns bei Kilometer 20 auf der Brücke rumschlagen

Jetzt nur nicht verzagen und zu weit ausschlagen

Das Abendessen gab es wieder beim Italiener und dann ging wir schlafen.

Genug gereimt für diesen Tag. Denn jetzt kommt der Samstag. 

 Da hieß es: Zuerst kommt das Laufen dran; also Laufschuhe an!

Während die anderen Teamkollegen schon beim Frühstück sind, weil sie gegen Vormittag noch zur Klassifizierung müssen (augenärztliche Untersuchung zur Einstufung der Startklasse), was ich zum Glück letztes Jahr schon in Dubai absolviert hatte, so hatten Max und ich einen entspannteren Tag vor uns. 

Auf dem Weg Richtung Park merkten wir, wie erstaunlich ruhig die Fußgängerzone auf der Tower Bridge sowie auf den Straßen morgens in London sein kann. Ganz nebenbei: An uns lief ein britischer ASICS Frontrunner begrüßend vorbei. So klein ist die Welt und so groß ist die Community.

Im Park angekommen, beschloss ich nur 2 Runden zu drehen, wofür ich beim Training eigentlich gar nicht aus dem Haus gehen würde, und der Max erst recht nicht. Aber ich hatte noch zu bedenken, dass mein Innenknöchel mir noch Probleme machte, was ich morgen beim Wettkampf noch rumschleppen muss und wählte dann die Variante „Safety first“. 

Nach dem Rundendrehen hieß es bei Kilometer 7 zum Hotel zurückgehen. 

Auf dem Rückweg füllten sich die Straßen und die Fußgängerzonen nach und nach und es wurde allmählich wieder touristenlastiger, so wie man London sich vorstellt. 

Gegen Nachmittag stürzten Max und ich noch einmal in das Touristengeschehen hinein, um das eine oder andere spektakuläre Souvenir von der Insel entführen zu können. Das Wetter war sehr herrlich. Mit 26 Grad an der Themse; es fühlte sich schon an wie am Rhein in Mainz, nur dass die Themse von mehr Sehenswürdigkeiten umgeben ist. Dass in London um diese Jahreszeit schon sommerliche Temperaturen hat, so kennt man es gar nicht. Man hat immer nur das verregnete und nasse Bild im Kopf. Doch es ist auch für Londoner Verhältnisse viel zu warm.

So langsam wie die Themse fließt, so langsam wurde es dann auch 18 Uhr, und es stand ein gemeinsames Briefing auf dem Programm. Dort erklärte uns Michelle Weltman, Koordinatorin des Welt Cups, wie auch schon im letzten Jahr, den Ablauf des Sonntages und noch mal die Wettkampfbestimmungen. 

Nachdem wir uns mit all den Sachen vertraut gemacht haben, gab es noch mal ein Carbo loading am Buffet und dann hieß es gegen 21 Uhr Gute Nacht.

Der Tag danach, wofür wir eigentlich in London sind, begann recht früh. Um 4:30 Uhr hieß es aufstehen und fertig machen. Kurz danach stopfte ich mir noch ein Paar Scheiben von meinen mitgebrachten Roggen Vollkornbrote rein. Schmecken tut es mir nicht wirklich; da gibt es genug Alternativen. Weil langkettigen Kohlenhydrate länger satt hält, schwörte ich vor Wettkämpfen auf Vollkornbrote. Was Ernährung angeht, da könnte ich noch was machen. Der max hat dagegen weniger Probleme, was er vor dem Wettkampf essen sollte. Denn, bei ihm gibt es vorher nur Kaffee und keine feste Nahrung. Nachdem wir das auch abgefrühstückt haben, gingen wir zum Frühstückstisch der anderen Teamkollegen. Um 6:15 Uhr sollten sich

die Paraathleten und ihre Betreuer in der Hotellobby  einfinden, ehe es um 6:40 Uhr es zu den Bussen ging, die uns nach Greenwich, wo der Start ist, fuhren.

Nach knapp 40 Min. Fahrt kamen wir endlich an. Nein, es ist nicht derselbe Startbereich, von wo das Hauptfeld startet. Es ist ein für uns Paraathleten separat eingerichteter Bereich. Was für ein Luxus und Komfort, nicht aus dem Pulk von mehr als 40.000 Läufern und Läuferinnen starten zu müssen. Je länger wir auf den Start warteten, desto mehr erhebt sich die Sonne. Es war schon vor dem Start mit knapp 21 Grad zu warm und in der Sonne waren es sicherlich ein Paar Grade mehr. 

Punkt 9 Uhr fiel bei uns IPC-World-Cup-Teilnehmer der Startschuss, während das Hauptfeld erst um 10 Uhr auf die Reise geschickt wird. 

Wir haben aus dem letzten Jahr gelernt und wissen, wie gefährlich es ist, wenn man eine „freie Strecke“ hat. Denn, man neigt doch zu überpacen, wenn man vorne keine Läufer hat, die einen ausbremsen und erst recht bei der Wahnsinns-Stimmung in London. Aus Fehlern lernt man, und diesmal wollten wir es anders machen. 

So liefen wir nach unser Marschplan, während die meisten der Konkurrenz an uns vorbeizog. Nach knapp 1 km in der prallen Sonne, die so sehr knallte, spürte ich, dass es heute schwer werden wird. Ich bin ehrlich gesagt, bei so einem Wetter noch nie einen Marathon unter Wettkampfbedingungen gelaufen! Für Max ist es wahrscheinlich ein Deja-vu, was das Wetter anging. Denn, letzte Woche beim Weinstraßen Marathon war es sicherlich nicht anders. 

Angesichts der Tatsache, dass es zu warm war, hatten die Veranstalter zusätzliche VPs mit Wasser aufgebaut, wovon wir uns gebraucht gemacht haben. Bei KM 8 hatte ich schon so viel Wasser getrunken, sodasss es im Magen rumschwimmte. Für die nächste Zeit lehnte ich erstmal Wasser an VPs ab. Wir kamen der Innenstadt näher und merkten, wie sich die Zuschauer am Streckenrand verdichteten. Es ist schon unbeschreiblich motivierend, wenn die Zuschauer deinen Namen, Germany oder Good Guide rufen. Bei Max und mir läuft noch alles wie am Schnürchen. Die Pace ist konstant und weicht nur um 1-2 Sekunden. 

Ein Paar Kilometer vor der Tower Bridge konnten wir noch einen Portugiesen abfangen, den es wahrscheinlich nicht gut ging  und wir marschierten weiter nach unserem Plan. 

Dann war es endlich so weit. Es ging leicht ansteigend auf die Tower Bridge, wo der Hexenkessel auf uns wartete. Es war einfach unglaublich!!! Die ganze Brücke war durchgehend von jubelnden Zuschauer umgeben. Von der Geräuschkulisse her, hat es mittlerweile schon ein Stadion-Feeling erreicht. Die Kommunikation zwischen Max und mirwar gleich null. Ich konnte seine Stimme gar nicht wahrnehmen, geschweige denn wir unsere eigenen. Nachdem wir mächtig zugeschallt wurden, kamen wir von der Tower Bridge in eine ruhigere Zone, was für die Ohren sehr entspannend war. Dort passierten wir auch die Halbmarathon-Marke mit 1:27 und dennoch ging es für uns nicht mit Schallgeschwindigkeit weiter. Wenn wir das Tempo halten könnten, wäre das ideal, aber für mich auch eine Überraschung. 

Überraschend war auch, dass sich ein Druckgefühl in der Lebergegend bemerkbar gemacht hatte. Nein, ich habe nichts getrunken, außer Iso und Wasser. 

Nachdem ich Max von meinen Problemen mitgeteilt hatte, packte er erstmals seinen verbalen Koffer aus, um nicht gleich den Anschluss zu verlieren. Erstaunlich schnell kriegte ich das Problem nach einigen Metern in den Griff und verzichtete erstmal auf VPs. 

Bei KM 30, da war die Welt noch in Ordnung. Aber von da an fängt der Marathon erst an. 

Bei KM 35 merkte ich, dass wir stetig an Tempo verloren hatten und sofort kamen die Erinnerungen vom letzten Jahr hoch. Max versuchte das Tempo hochzuhalten und ich sagte ihm nur: Ich will nicht abkacken!

Der Glykogenspeicher war eh schon leer.

Iso gab’s an den VPs irgendwie nicht mehr.

Bis zum Ziel, das wurde noch schwer.

Dann brach die 40-km-Marke an. Ich ließ mir durch den Kopf gehen: Es sind doch nur etwas mehr als 5 Runden auf der Bahn. So versuchte ich noch mal die letzten Kräfte zu mobilisieren und setzte zum Endspurt an. Lange konnte ich es leider nicht halten, weil die verdammten Bremsschwellen, von denen wir einige schon hinter uns gelassen haben,  mir in die Quere kam, was zusätzliche Kraft kostete. 

Was mich faszinierte, war die permanente und geniale Stimmung der Zuschauer, die ich nur noch beim aktiven Zuhören wahrgenommen habe. Denn, ich war nur noch mit mir selbst beschäftigt. Wie auch schon die ganze Zeit, versuchte Max sich noch mal vom verbalen Koffer zu bedienen und schrie mich noch mal  an, was das Zeug hält. 

Endlich, das ersehnte Ziel: 3:00:15. Das bedeutet in meiner Startklasse P14 von 17.

 Nach dem Zieleinlauf hatte ich Probleme gehabt, das Gleichgewicht zu halten. Sofort kam uns ein Sanitäter zur Stelle und wollte sich vergewissern, dass nichts Schlimmeres ist. Mir kribbelten die Hände, die Beine waren vom Gesäß abwärts alles dicht und mir plagten nur noch Krämpfe, was ich nach Wettkämpfen gar nicht kannte. 

Zwischen Max und mir herrschte erstmal Stille. Ich merkte ihm an, dass er viel enttäuschter war als ich. Er musste vielmehr seine Stimmbänder regenerieren als seine Beine. J

Mein Fazit dazu: Ich versuche realistisch zu bleiben. Auf die Zeit kann man nicht stolz sein. Nachdem ich vor Paar Wochen bei der Leistungsdiagnostik eine Marathon-Prognose von 3:03 gesagt bekommen habe und dies widerlegen konnte sowie fast ein halbes Jahr verletzt war, war die Leistung bei dem Wetter den Umständen entsprechend passabel. Wenn ich mich aufregen sollte, dann vielleicht über diese 15 Sekunden, was mir eine direkte Quali für den Welt Cup nächsten Jahres gekostet hatte.

Nein wir regen uns nicht auf, wir schauen nach vorne, denn, da wartet Marion schon sehnsüchtig auf uns. Sie versuchte für uns da zu sein und wartete, bis alle von unserem Team durch waren. Nachdem wir alle versammelt waren, gingen wir in die Halle, wo die Elite-Läufer ihre Interviews schon geben. Sogar die afrikanischen Läufer fanden das Wetter zu warm. Ich hatte Mühe, mich vom Fleck zu bewegen. So musste ich mich an meinen Kollegen abstützen. In der Halle angekommen, ging es nach einigen Verschnaufminuten umgezogen zu den Bussen, die uns zum Hafen fuhren, um dort mit dem Boot zum Hotel zu fahren. Aus dem Boot ausgestiegen erwartete uns ein Empfangskomitee der Hotelmitarbeiter, die Spalier standen, um uns mit begleitendem Applaus zum Hotel zu tragen. Was ein Wahnsinn!!!

Vom Hotel aus hörte man noch die Stimmung auf der Tower Bridge. Da merkt man, am London Marathon Day steht ganz London Kopf.

Für uns ging es nach der Dusche zum Physio und dann erstmal ins Bett. Gegen Abend wartete noch eine After-Run-Party auf uns, die in einem alten Dock standfand. Dort herrschte eine noble Ambiente, wo auch gleichzeitig die Siegerehrung des Welt Cups und auch der Elite vorgenommen wurde. 

Es war insgesamt gesehen mal wieder ein geiles Event gewesen. Allein die Organisation hätte man nicht besser machen können. 

Am nächsten Tag hieß es dann für uns: Goodbye England

Aller Achtung an die Leistungen meiner Teamkollegen und ihre Guides und vielen Dank!

Ein besonderer Dank geht an Max!

Und natürlich auch an Marion Peters, die uns mit Rat und Tat zur Seite stand

Der Welt Cup in London war wieder genial gewesen

Und ich hoffe,

ihr hattet Spaß beim Lesen

(Fotos: Felix Diemer, DBS)

erstellt von
portrait

Tien-Fung Yap

Physiotherapeut aus Mainz

Altersklasse: M20

Verein: BSG Mainz

Trainer: Marion Peters

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