Eine Straßenläuferin auf Abwegen...

Der Berlin Marathon ist geschafft und die Saisonpause schon wieder so gut wie vorüber.

Und nach so einer Pause ist gefühlt aller Anfang wieder schwer… umso mehr freue ich mich über die Möglichkeit beim „Legend of Cross“ an den Start zu gehen. Auf der Homepage heißt es: „Du bewegst dich gerne in der freien Natur, liebst Herausforderungen und möchtest an deine Grenzen gehen? Dann nimm teil am Legend of Cross – dem härtesten Crosslauf in Thüringen“

Etwas Neues, eine Herausforderung- das ist genau das, was ich gesucht habe. Also melde ich mich gleich mal für die 17km an…das werde ich schon schaffen, denke ich mir.

Aber wie bereite ich mich am besten vor? Ich versuche bei meinen Dauerläufen immer mal die normalen Wege zu laufen, auf den Trails durch den Wald, das macht schon Spaß. Aber so richtig schnell bin ich dabei nicht…In der Trainingsgruppe machen wir auch zu dieser Jahreszeit auch etwas Alternativtraining…ob das wirklich reicht für den härtesten Crosslauf Thüringens?? Als mich dann noch eine Erkältung erwischt und ich von einer Freundin nähere Details zum Lauf höre, habe ich dann doch große Zweifel, ob das eine gute Entscheidung war.

Zum Glück kann ich mich auf die kürzere Strecke ummelden – der sogenannte SPRINT. 10km mit Hindernissen, ob das wirklich ein Sprint für mich wird?!? ;-)

Der Lauf rückt näher und ich werde immer nervöser…was ziehe ich eigentlich an? Welche Schuhe sind die Richtigen? Nach langem Hin und Her entscheide ich mich für eine lange Hose, ein Langarmshirt und meine Asics Trailschuhe.

Und dann ist es soweit: Wir fahren zu dritt nach Mühlheim. Als ich die Hindernisse im Start- und Zielbereich sehe wird mir angst und bange. Und dafür ernte ich direkt viel Gelächter;-)

Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr…

Am Start ist ziemlich viel los, kein Wunder, der Lauft ist ausverkauft. Die Stimmung ist super und mit I AM LEGEND ertönt der Startschuss – in diesem Fall laut dröhnende Kanonenschüsse.

Ich laufe los - durch den Matsch habe ich schon mal meine Probleme voranzukommen und dann gaaaanz vorsichtig durch den Fluss. „Bloss nicht fallen, nicht so nass werden…“, das sind meine Gedanken und entsprechend lustig muss meine Flussquerung ausgesehen haben :-)

Weiter geht es mit nassen Füßen über die nächsten Hindernisse…der sogenannte „Backofen“ gefällt mir ganz gut. Dann geht es hinaus auf die Felder. Dort sind die Laufstrecken länger, was mir entgegenkommt. Nach Hindernissen zum Klettern, Krabbeln usw. wartet der nächste Fluss. Dieser ist deutlich tiefer und ich bin weniger vorsichtig. Ich bin nun angekommen im Legend of Cross!

Weiter geht es einen Berg hinauf, auf dem einige Highlights warten. Viele bunte Laufschuhe sind über die schmalen Trails gespannt. Die Stimmung ist super, es wird getrommelt und Läuferbier als Verpflegung ist mal was anderes. Trails führen mal flach, mal steil durch den Wald hin zur Mühlburg. Und in mir steigt schon die Vorfreude auf die heiß ersehnte Wasserrutsche, die dann auch zu meinem Lieblingshindernis wird;-)

Nun wartet noch das „Finale“ – die Schlammlöcher. Ohne mir Gedanken zu machen, springe ich hinein. Die Laufstrecken haben sich inzwischen vermischt und so bekomme ich geholfen wieder aus den Schlammlöchern zu komme, genauso versuche ich auch zu helfen. Allein ist es doch schwierig diese Hindernisse zu überwinden.

Und plötzlich (wahrscheinlich während ich durch den Matsch krieche :-D) höre ich den Moderator: „Die erste Frau über die Sprintdistanz…“ – Was ich??

Happy laufe ich ins Ziel! Die Zeit? Keine Ahnung…Ich freue mich – Philipp und Dörte sich mit mir…ich hab es geschafft :-)

Was bleibt?

Schlimmer Muskelkater, ein paar blaue Flecken, aber vor allen Dingen tolle Erinnerungen und die Vorfreude aufs nächste Jahr – dann wirklich die 17km?!?

erstellt von
portrait

Anna Starostzik

Logistik VW von Baunatal (Kassel)

Altersklasse: W30
Verein: Spiridon Frankfurt
Trainer: Udo Engelbrecht

Meine Disziplinen
Traillaufen Marathon 10 Kilometer Halbmarathon