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Swim & Run - klingt erstmal nach einer neuen Form des Duathlon. Doch was hat es auf sich mit dem neuen Volkssport aus Schweden?

Swim & Run, das bedeutet zunächst einmal Schwimmen und Laufen. Die Neuerung ist folgender beide Sportarten wechseln sich mehrfach während des Wettkampfes ab. Geschwommen wird also mit Laufschuhen und gelaufen im Neopren Anzug. Stattfinden kann dies also überall wo die Natur es hergibt.

Formate gibt es hierfür einige in Deutschland. Für mich als OCRlerin hatte das ganze durchaus seinen Reiz, und so meldete ich mich im letzten Jahr bei der SwimRun Urban Challenge in Düsseldorf an.

Es gab zwei Distanzen:

Wenn, dann aber richtig, dachte ich mir, und meldete mich für die Classic Distanz an.

Am Morgen des Wettkampfes lag die Wassertemperatur unter 14 Grad und die Außentemperatur bei 4 Grad. Für uns hieß das Neoprenpflicht (unter 16 Grad), also schlüpfte ich erstmal in den vor Ort ausleihbaren Neoprenanzug. Für mich ein komplett neues Gefühl, da ich noch nie in meinem Leben in einem Neopren Anzug gelaufen bin und damit nicht abschätzen konnte, wie mein Körper hiermit die Temperatur regulieren konnte.

Schon beim Start fiel mir auf, dass ich definitiv zu den Neulingen im Sport zählte. Die Profis hatten alle einen Pullbuoy um die Beine gebunden, der einem im Wasser den Auftrieb der Beine erleichtert. Aber nun gut, jeder fängt mal damit an.

Voller Euphorie ging es los ins Wasser, doch dort die erste Ernüchterung. Durch die Kälte zog sich erstmal meine Lunge komplett zusammen, sodass die ersten 500 Meter im Wasser zu meiner ersten Zerreißprobe wurden. Endlich an Land angekommen, ging es im Gras laufend direkt neben dem See weiter und die nächsten 3,8 km waren für mich wesentlich erträglicher als die ersten 500 Meter im Wasser. 

Jedoch stellte ich schnell fest, wie beschwerlich das Laufen war im Neopren Anzug. Wieder am Wasser angekommen hieß es durchhalten für die nächsten 650 Meter. Schwierig war es im Freiwasser die Bahn zu halten und so machte ich sicherlich 200 Extrameter. Dabei bekam ich den einen oder anderen Fuß eines Mitstreiters ab. Zumindest bereitete mir diesmal meine Lunge keine Probleme. Die nächsten 5,6 km ging es laufend durch den Wald, allerdings war die Strecke durch den Regen am Vortag so aufgeweicht das es schnell zu einer matschigen Schlitterpartie wurde. Immerhin, ich verlor keinen Schuh im Schlamm. Bei der letzten Wasseretappe sah ich endlich das Ziel vor Augen und hatte das Gefühl die letzten 300 Meter vergingen wie im Flug.

Eins kann ich sagen, ich war selten so stolz es ins Ziel geschafft zu haben. Nachdem für mich schon die ersten 500 Meter im Wasser zum Abenteuer wurden und ich dadurch nicht nur einmal abwägen musste, ob meine Lunge das durchhalten würde, überraschte es mich vollkommen, das ich die elfte Frau und die zweite meiner Altersklasse wurde.

Wie beim OCR sind auch beim Swim and Run, außer den Helfern und Streckenposten, kaum Menschen an der Strecke. Dafür belohnt die Natur einen umso mehr mit den schönsten Kulissen.

Was mir auch auffiel war, dass eine familiäre Stimmung am Wettkampftag herrschte. Ich wurde von vielen gefragt ob das mein erster Swim and Run sei. Für mich ein absolut schönes, neues aber auch anspruchsvolles Wettkampfformat! Ich werde definitiv wieder kommen, diesmal aber mit mehr Freiwassertraining.

erstellt von
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Judith Katharina van Vugt

Physiotherapeutin, Athletiktrainerin, Personal Trainerin von Köln

Altersklasse: 25-29

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