Du weißt nicht was das One-Way-Strecken laufen ist? Dann lies gerne weiter!

Letztens waren mein Freund und ich bei einem befreundeten Pärchen in München zum Essen eingeladen. Am Tag davor rief mich die besagte Freundin an und wollte wissen, ob wir Garnelen essen würden. Wenn es etwas gibt, was ich absolut nicht mag, sind es wohl Garnelen! Lieber ein fieses Intervalltraining auf der Bahn, als die kleinen Würmer in meinem Suppenhafer! „Klar, kein Problem!“ flötete ich allerdings paradoxerweise in den Hörer und ärgerte mich am nächsten Tag mächtig darüber, dass ich um die Garnelen in der Kokos-Suppe herumessen musste. „Warum sagst du nicht einfach direkt, dass du keine Garnelen magst!“, sagte Max zu mir später im Auto.

Manchmal ist wohl der direkte Weg der beste. Und vor allem, kann man ja alles direkt aber trotzdem nett sagen. Und weil ich das wohl noch ein bisschen besser üben muss, fange ich damit mal beim Laufen an!

Beginnen wir am Montag. Immer dieselbe Runde? Nö, irgendwie hatte ich diese Woche mal so gar keine Lust drauf. Spontan rief ich meinen Papa an, der in einer Versicherung in Neuperlach arbeitet, ob er mich wohl irgendwo Nähe Trudering aufgabeln könnte. Ich lief in Poing los, Heimstetten, Feldkirchen und schon passierte ich das Ortschild der „Landeshauptstadt München“. Tolles Gefühl! Ich drehte noch eine spontane Runde im Riemer Park, weil es mich an der Riem-Arcaden-Lauf erinnerte, bei dem ich vor zwei Jahren nicht allzu schlecht abgeschnitten hatte und schlug dann die Richtung nach Trudering ein. Mein Papa, der meinen Standort WhatsApp sei Dank, verfolgen konnte, holte mich kurz vor einer Kreuzung in Nähe Trudering ein. Es waren am Ende fast 13km bei strahlendem Sonnenschein. Was ein Spaß, manchmal haben Läufe in eine Richtung wirklich einen unfassbaren Reiz. Vielleicht ist es die unbekannte Strecke oder auch das eine Ziel, welches man immer vor Augen hat. Es gibt einfach immer was Neues zu sehen und eigentlich braucht man nur einen Freiwilligen, der einen irgendwo aussetzt oder abholt.

Es ist Dienstag. Immer noch euphorisch von meinem Lauf am Montag, lief ich am nächsten Tag in die andere Richtung, nämlich zum Haus meiner Eltern, in Unterschwillach. Die Strecke Poing – Unterschwillach misst 11km, was wirklich ein Katzensprung ist und sich bei Bedarf beliebig erweitern lässt. Weil mir es One-Way-Strecken gerade so angetan haben, lief ich also heute in die genau entgegengesetzte Richtung, hinaus aufs Land, was definitiv auch seinen Reiz hat! Gerade wenn alles blüht und man nicht den heftigsten Heuschnupfen hat, so wie mein Freund, eine echte Wohltat! Rehe gesehen, kurz mit Spaziergängern gequatscht und eigentlich war der Lauf fast zu schnell vorbei. Einfach schön! Zurück fuhr ich mit dem Auto, weil mein Papa bei gutem Wetter eh fast alles mit dem Radl macht.

Weil auch der netteste Papa irgendwann sein Auto wieder selbst braucht und das Wetter sich verschlechtern sollte, brachte ich meinem Papa das Auto am Freitag wieder zurück, Treffpunkt sollte der Sportpark Markt Schwaben sein. Mein Papa lief zum Sportpark und ich fuhr mit dem Auto hin, gemeinsam liefen wir noch ein paar Kilometer in meine Richtung bevor Papa umdrehte und ich die restlichen 4km über die Felder bei Lindach nach Hause lief.

Soviel zu den One-Way-Strecken der vergangenen Woche. Es ist simpel, macht riesig Spaß und man muss eigentlich nur beachten, beim Zurücklaufen die entgegengesetzte Richtung zu wählen. Alles andere ist selbsterklärend. Übrigens bin ich wohl nicht die einzige Läuferin mit einer Vorliebe für One-Way-Strecken. Gestern beim Training erzählte mir mein Läuferkollege Patrick, er wäre letztes Jahr mit seiner Familie im Zirkus Krone in München gewesen. Während sich seine drei Kinder auf Löwen & Artisten freuten, rechnete er bereits zuhause die Strecke Zirkus Krone – Pliening aus, aha genau bissl was über 21km, also der perfekte Sonntags-Halbmarathon. Nach der Vorstellung fuhr seine Frau Sonja mit den drei Kindern und Patricks normalen Schuhe nach Hause, während Patrick sich auf die Halbmarathonstrecke nach Pliening aufmachte – was sich als echtes Highlight entpuppte!

Wie ihr also seht – man braucht nur etwas Kreativität. Dann kann man neue direkte Wege entdecken und muss sich nicht mit Garnelen herumschlagen. Zudem sollte man natürlich nicht die Kinder oder den Hund alleine mit dem Familienauto nach Hause fahren lassen. Ansonsten sehe ich keine Probleme. Ich wünsche Euch viel Freude beim One-Way-Strecken laufen und einen restlichen schönen und sonnigen Mai!

Marina

erstellt von
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Marina Rappold

Grundschullehrerin von München

Altersklasse: 23
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Markus Guetzlaff

Meine Disziplinen
Halbmarathon 10 Kilometer

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