Sound Mind Sound Body – ein gesunder Geist in einem gesunden Körper! Was dies für mich persönlich bedeutet, darum soll es in diesem Blogpost gehen.

Jahrelang habe ich die Wirkung eines gesunden Geistes unterschätzt, ja vielleicht auch ignoriert. Ganz kurz – ich komme aus dem Leistungssport, war vielfach auf Deutschen Meisterschaften unterwegs und wurde unter anderem auch Deutsche Vizemeisterin über die Halbmarathondistanz sowie die 10 km. Obwohl ich sehr erfolgreich war, denke ich im Nachhinein, dass ich sicherlich noch viel schneller hätte laufen können, wäre mein „Geist“ damals vollständig gesund gewesen. Obwohl ich auch heute noch teilweise vom Perfektionismus getrieben bin, war ich damals geradezu krankhaft ehrgeizig und ging irgendetwas schief oder lief nicht nach Plan, fiel ich in ein tiefes Loch. In allen Lebensbereichen – Ernährung, Sport, zuerst mein Abitur dann die Anfänge meines Studiums – musste ich „perfekt“ sein und verzieh mir selbst kleine Fehler nicht. Mein „Gerüst“ war damals sehr wackelig, meine Psyche sehr labil und ich hatte damals meine ersten kleinen Panikattacken.

Glücklicherweise lernte ich damals meinen Freund kennen, machte eine Therapie, reflektierte dadurch mein Verhalten etwas besser und wurde zu dem Menschen, der ich heute bin. Ein Mensch zu sein, bedeutet Fehler zu machen, nicht immer perfekt zu sein und sich auch einmal verletzlich zu zeigen. Geht es mir heute einmal nicht gut, ziehe ich mich weitestgehend aus der „Öffentlichkeit“ zurück, vermeide toxische soziale Medien und Kontakte und widme mich den Dingen, die mir guttun. Zuerst war die Zeit mit mir selbst sehr schwierig, denn mein Kopf war voll mit Dingen, denen ich mich eigentlich entziehen wollte, aber mit der Zeit lernte ich immer besser, dass es wichtig ist, sich seinen eigenen Problemen zu stellen. Mittlerweile helfen mir Laufen oder Meditation, wenn ich merke, dass es mir nicht gutgeht. Ich schreibe nun Dinge auf, um sie von meinem Kopf auf ein Blatt Papier zu bringen. Ich lese wieder mehr Bücher, ich koche gerne oder räume etwas auf, um das Gefühl von Ordnung auch in meinen Kopf zu bringen. Ich rufe meine Liebsten an und wenn ich mich danach fühle, rede ich über meine Ängste und Sorgen. Wenn ich mich früher für diese sensible Seite von mir geschämt habe, bin ich heute froh, so ein empathischer Mensch zu sein. Wenn mich heute einmal die Traurigkeit überkommt, so weine ich. Gefühle wollen gefühlt werden und danach geht es mir immer ein Stück besser. Da ich nun weiß, was mir in schwierigen Zeiten hilft, betreibe ich nun auch immer mehr ein bisschen „Seelenprophylaxe“. Das bedeutet für mich, Zeiten für mich selbst einzuräumen, ein Bad zu nehmen oder einen Spaziergang mit mir selbst zu unternehmen. Laufen ist ein großer Baustein meiner Seelenprophylaxe, immer wenn ich nach Hause komme, egal wie schnell oder lange, geht es mir besser als zuvor. Immer wenn ich krank bin und eine Zeit nicht laufen kann, merke ich wie unausgeglichen und launisch ich werde. „Seelenprophylaxe“ oder Sound Mind Sound Body bedeutet ebenso meinem Körper die nötigen Nährstoffe sowie genügend Schlaf zu geben – allerdings müssen dies nicht immer die „perfekten“ 8 h oder nur grünes Gemüse sein. Alles in Balance, ich bin in dieser Hinsicht viel entspannter geworden, als noch vor Jahren. Von der perfekten Schrittzahl, der angeblich perfekten Ernährung, dem perfekten Instagramfeed und einem strikten Trainingsplan habe ich mich nun frei gemacht und höre nun viel mehr auf meinen Körper. 

Beim Laufen konnte ich mich teilweise dadurch sogar verbessern: Statt nach Plan zu trainieren, höre ich auf mein Laufgefühl, fühle ich mich großartig, so wird aus meinem Dauerlauf schnell ein Tempodauerlauf und fühle ich mich absolut müde, wird aus meinem Lauf ein Spaziergang oder eben ein ganz langsamer Dauerlauf. Früher wäre ein Abweichen von meinem Trainingsplan noch undenkbar gewesen. Trotzdem bin ich mittlerweile dankbar und froh für alles was ich lernen durfte, denn nur so bin ich heute der Mensch der ich bin.

Mittlerweile spüre ich die Momente großer Dankbarkeit ganz besonders, dann bin ich ganz ruhig und tief drinnen ganz glücklich – bei Umarmungen, bei Sonnenaufgängen, wenn ich meine Lieblingslaufstrecke entlang „schwebe“.

Ich bin sehr froh, dieser Stressspirale und dem dauernden „unter Strom stehen“ entkommen zu sein. Sound Mind Sound Body ist so viel wichtiger als wir alle denken. Lebst du schon nach dem Motto Sound Mind Sound Body?

erstellt von
portrait

Marina Rappold

Grundschullehrerin von München

Altersklasse: 23
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Markus Guetzlaff

Meine Disziplinen
Halbmarathon 10 Kilometer

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