
Der Zürich Marathon gilt für viele als erster grosser Gradmesser der neuen Laufsaison. Auch unser neustes Team Mitglied Seline Born stellte sich dieser Standortbestimmung – mit klarer Vorbereitung, hohen Erwartungen und der Bereitschaft, an ihre Grenzen zu gehen. Doch nicht jeder Renntag verläuft nach Plan. Ihre persönliche Geschichte zeigt, wie eng Erfolg, Rückschläge und wichtige Erkenntnisse im Laufsport miteinander verbunden sind.
Klare Struktur bei der Vorbereitung
Meine Vorbereitung folgte einem klassischen Aufbau mit drei Laufeinheiten pro Woche, ergänzt durch zwei Krafttrainings. Zusätzlich habe ich Bergsport und Bouldern integriert – eine vielseitige Grundlage für Ausdauer und Stabilität. Die Trainings verliefen zufriedenstellend.
Ungünstige Vorzeichen und Rennabbruch
Doch in der letzten Taperingwoche, nur wenige Tage vor dem Race, kämpfte ich gegen einen Infekt, Erkältung und Fieber. Trotzdem stand ich an der Startlinie, weil ich es lieber probiere, als gar nicht anzutreten.
Beim Start fühlte ich mich gut, doch schon auf km 8 entwickelte sich eine Blutblase am Fussballen – eine tiefergehende Gewebeverletzung. Ab Kilometer 12 kamen zusätzlich starke Magen-Darm-Beschwerden dazu. Mit jedem weiteren Kilometer nahm der Schmerz zu. Bei Kilometer 30 habe ich das Rennen abgebrochen. Nicht, weil ich es nicht zu Ende bringen wollte, sondern weil Laufen mehr ist als nur durchzuhalten. Es ist die Fähigkeit, die eigenen Grenzen zu spüren, Signale ernst zu nehmen und Verantwortung für den eigenen Körper zu tragen.
Meine Take-Aways
Was kann ich aus diesem Lauf lernen?
Pläne gehen nicht immer auf. Körper spielen nicht immer mit. Entscheidungen sind nicht immer einfach. Aber genau darin liegt ein Teil dieses Sports. Scheitern gehört dazu und ist oft der Teil, aus dem wir am meisten mitnehmen.
Sound Mind, Sound Body. bedeutet nicht Perfektion, sondern den Geist dazu zu nutzen, gute Entscheidungen für den eigenen Körper zu treffen.

