Früher fand ich Trails zu laufen, eine ziemlich absurde Vorstellung. Einfach nur anstrengend und der Kulisse konnte ich auch recht wenig abgewinnen. Bewusst habe ich mir flache Strecken gesucht, um möglichst geringe Anstrengung zu generieren. Jaa, so faul kann Läufer sein! In den letzten Jahren sind mir die oberbayrischen Berge und deren Trails immer mehr ans Herz gewachsen. Heute erfährst du, warum du es auch als bekennender Straßenläufer doch eventuell einmal mit den Trails versuchen solltest!

Eine Liebeserklärung in 4 Gründen:

  1. „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist!“ wusste schon der schlaue Henry Ford. Ähnlich verhält es sich mit dem Training: Jede Woche dieselben Laufstrecken, sprich dieselben externen Reize, führen dazu, dass sich dein Laufniveau auch immer auf dem konstant selben Level hält. Aber es wird eben auch nicht besser, sprich dein Körper adaptiert auch nicht. Nach was strebt der ambitionierte Läufer? Richtig, improvement, also Verbesserung. Her müssen also neue Reize, die deinen Körper so richtig fordern! Trails, bringen deine Körper so richtig an seine Grenzen und kein Trail gleicht dem anderen, weshalb du dich ständig neuen Anforderungen stellst. Ausprobieren! 
  2. „Für neue Reize geh´ ich ins Fitnessstudio und mach crossfit!“ wird jetzt der ein oder andere argumentieren. Okay, crossfit ist auch cool. Wirklich. Was du beim Traillaufen aber für deutlich weniger Geld dazubekommst ist das atemberaubende Ambiente, nämlich die Natur. Ich habe für mich festgestellt, dass ich definitiv Letzteres brauche, um dem Alltag zu entfliehen und in eine andere Welt abzutauchen. Wirklich, Mutter Natur ist wunderbar. Und Trails sind mehr als abwechslungsreich! Zuhause, wo ich genau weiß, wo welches Gänseblümchen wächst und bei welchem Kilometer meine Polaruhr fiept, muss ich gestehen, dass ich mich teilweise etwas langweile. Der Vorteil in den Bergen zu laufen impliziert erstens schnell von einem Fleck zum anderen zu kommen und zweitens die Natur so abwechslungsreich zu erleben, wie nirgendwo sonst. Tiere (Highlight: Murmeltiere & Gämse), Bäche (am schönsten sind flache mit Kies, wo man rein kann), Waldstücke (besonders im Sommer!) oder freie Wiesen. Lass dich von der Natur inspirieren, dem nachzugeben, was wir in der Stadt nicht können: Barfuß durch den Bach waten, Pflanzen mal aus der Nähe angucken, eine Kuh streicheln. So geht Entschleunigung!
  3. Fika ist schwedisch und meint ein Kaffeekränzchen mit Freunden. Die Schweden betreiben sehr fleißig Fika und um den Begriff hat sich bereits eine gewisse Aura gebildet, denn es ist weit mehr als ein soziales Event, es ist eine Art Lifestyle geworden! Ich habe für mich aus meinem letzten Schweden Urlaub soviel mitgenommen: Pausen sind okay und außerdem wichtig für dein Wohlbefinden! Pausen sollst du nicht, Pausen MUSST du dir nehmen. Und das bewusst. Wenn ich mich nach dem Trail belohne (egal ob schwedisch mit Kaffee und Zimtschnecke oder österreichischer Art mit Kaiserschmarrn) ist das meine persönliche kleine Fika-Zeremonie. Ein Blick noch ein letztes Mal gen Alpen schweifen lassen bevor es zurück in die bayrische Landeshauptstadt geht oder ein angeregter Plausch mit der Tischnachbarin. Pausen vom Alltag sind okay und ein Zugeständnis an dich und dein höchstes Gut, deine Gesundheit! 
  4. Nicht zu streng mit sich selbst sein! Es kann immer mal sein, dass du eine Teilstrecke gehen musst, weil es zu steil wird oder du dich etwas überschätzt hast! Das ist total okay und soll dir den Lauf absolut nicht vermiesen. Erfreue dich stattdessen an der Natur und laufe einfach weiter, wenn du dich etwas erholt hast oder die Strecke wieder flacher wird. Lieber langsam weiterlaufen und stattdessen oben ankommen, als nach der Hälfte umkehren. „Kein perfekter Trailläufer ist von der Eiger Nordwand gefallen!“ sagt ein bekanntes Sprichwort. Oder so ähnlich.. 

Und nun viel Spaß ihr Lieben! 

Schön aufpassen!

Eure Marina

P.S. Hier habe ich Euch meinen letzten Trail verlinkt, von dem auch all meine Aufnahmen stammen (außer das Titelbild, welches am Herzogstand aufgenommen wurde). Super Einstiegstrail oder auch für Hunde (Marla war mit dabei, können dort prima ins Wasser). 

https://www.bergfex.de/sommer/...

erstellt von
portrait

Marina Rappold

Grundschullehrerin von München

Altersklasse: 23
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Markus Guetzlaff

Meine Disziplinen
Halbmarathon 10 Kilometer

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