Dieses Jahr ist alles anders

Ständig liest man in den Zeitungen, dass dieses Jahr wegen Corona alles anders ist. Auch bei uns hat sich einiges geändert: ich bin nun in der 17. Woche schwanger :)

Anfang des Jahres stand ich noch voll in der Vorbereitung zum Paris Marathon. Fit und komplett fokussiert absolvierte ich mein Training. Doch dann kam Coronabedingt die Absage zum Paris Marathon sowie von allen weiteren Marathons im Frühjahr und jetzt auch im Herbst.

Ich war super deprimiert, aber trainierte täglich weiter, auch wenn etwas ziellos. Bis dann die freudige Nachricht kam, dass ich schwanger bin.

Ich will hier auch nicht verheimlichen, dass ich mich natürlich unglaublich gefreut habe, aber selbstverständlich auch Angst hatte vor den vielen Veränderungen, was den Körper angeht, die Arbeit, das tägliche Leben und das Laufen.

Ich habe aber das Glück, dass ich einen sehr liebeswerten und fürsorglichen Mann habe, der mir versichert hat, dass wir das alles hinkriegen werden und ich im Sport weiterhin meine Ziele verfolgen kann.

Klar, kann man jetzt sagen: Mensch, du bist doch nur Hobbysportlerin und machst das nebenher. Chill doch mal.

Aber das Laufen gehört einfach zu mir, es ist ein Teil von mir und in vielen Situationen meines Lebens hat es mich zur Ruhe gebracht. Es hat mir geholfen meine Gedanken zu ordnen, mich auch vieles gelehrt und mir immer Halt geben.

Also habe ich mit meiner Frauenärztin Rücksprache gehalten, ob ich weiterhin Sport machen kann und sie versicherte mir, dass es eher gut sei weiterhin laufen zu gehen solange es mir gut tut, da mein Körper das auch bisher so gewohnt sei. Natürlich nicht mehr auf dem Niveau wie in der Marathonvorbereitung, aber ansonsten müsste ich mir keine Gedanken machen.

Ich will hier aber sehr betonen, dass jeder Mensch individuell ist, jede Schwangerschaft anders verläuft und man nicht meine mit der einer anderen vergleichen kann. Jeder sollte es aus diesem Grund mit einem Arzt/einer Ärztin abklären und dann besonders auf seinen Körper hören. 

Da ich aber leider auch mit meiner Achillessehne zu kämpfen hatte, musste ich sowieso mein Laufpensum etwas herunterschrauben. 

Morgens war mir am Anfang ganz leicht schlecht, aber nie so sehr, dass ich mich hätte übergeben müssen. Mir tat es sogar sehr gut, vor dem Frühstück und der Arbeit mich sportlich zu betätigen.

Ich fing also an jeden Morgen ein 30-minütiges Workout zu absolvieren. Anfangs war ich völlig überfordert mit den vielen Sprüngen und dem schnellen Wechsel der Übungen. Ich muss aber auch zugeben, dass das wohl eher an meiner allgemeinen Fitness lag. Jetzt nach 4 Monaten mache ich diese Workouts auch noch täglich und kann bei dem Ganzen besser mithalten. Dabei lasse ich aber die geraden Bauchmuskeln weg. Alles andere kann ich aber weiterhin problemlos absolvieren. Wenn mir aber dennoch etwas nicht bekommt, lasse ich es sofort sein. 

Zusätzlich zu den täglichen Workouts war ich dann entweder täglich auf meinem Spinningrad oder Laufen oder Aquajoggen - nicht gerade meine Lieblingssportaktivität. Alles immer im Wechsel.

Auf dem Spinningrad habe ich gar keine Probleme. Meistens radel ich zwischen 1 Stunde mit Programm und 1,5 Stunden ohne Programm.

Beim Aquajoggen drehe ich meistens 1 Stunde lang meine Runden. Auch dort spüre ich bisher die Schwangerschaft nicht. Allerdings habe ich das Gefühl, dass ich dadurch meine Wassereinlagerungen abbauen kann. Diese waren zu Anfang meiner Schwangerschaft intensiver. Jetzt mit dem Aquajoggen werden sie gefühlt weniger.

Mit dem Laufen habe ich wegen meiner Sehne mit 6 km angefangen. Immer nach Gefühl. Aber mein Ziel war es unten den 5 Minuten pro Kilometer zu bleiben. Nun wird meine Sehne immer besser und ich kann jeden zweiten Tag laufen gehen. Dabei sind es meistens 10 km zwischen 4:30 und 4:45. Immer dabei ist mein Mann, der das Ganze mit strengen Augen überwacht, dass ich es nicht übertriebe. Und ich freue mich natürlich, dass ich nicht alleine laufen muss :)

Zugeben muss ich allerdings, dass sich mit zunehmenden Bauch auch das Laufgefühl ändert. Als Sportler hat man ein ganz spezielles Körpergefühl und achtet meistens auf sein Gewicht. Deswegen waren die ersten Veränderungen meines Körpers schon sehr ungewohnt für mich. Plötzlich wurde erst alles weicher und dann kam irgendwann ab der 12. Woche ganz schnell ein wachsender Babybauch. Diesen spüre ich jetzt schon beim Laufen, aber bisher ist er noch recht klein, so dass er nicht störend ist. Allerdings lege ich meine Routen derzeit so, dass ich irgendwann auf der Strecke eine Toilettenmöglichkeit habe.

Es fühlt sich, finde ich, anfangs so an wie vor jedem Wettkampf, wo man gefühlt tausend Mal auf die Toilette muss :)

Ansonsten hatte ich bis auf einen Dauerlauf keine Probleme. In der 13. Woche hatte mein Bauch einen so plötzlichen Sprung gemacht, dass ich Krämpfe bekam. Als ich diese beim Dauerlauf verspürte, blieb ich sofort stehen und ging die restlichen Meter zu Fuß heim. Nach Rücksprache mit meiner Ärztin kann dies öfters mal vorkommen. Bisher blieb es aber bei dem einen Mal. Aber da sollte man unbedingt auf seinen Körper hören und sofort aufhören. Es soll einem ja gut tun :)

Abschließend kann ich sagen, dass es mir persönlich einfach unheimlich gut tut mich in irgendeiner Art und Weise derzeit in der Schwangerschaft sportlich zu betätigen. Ich bin von klein auf mit dem Sport groß geworden und der Sport ist stets ein fester Bestandteil meines Lebens gewesen und wird es auch immer sein. Aus diesem Grund werde ich solange es mir gut tut auch weiterhin den Sport machen, dabei aber stets auf mein Körpergefühl hören.

erstellt von
portrait

Anna Plinke

Steuerberaterin von Regensburg

Altersklasse: 1988
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Ich selbst

Meine Disziplinen
Halbmarathon Marathon 10 Kilometer

Weitere Blogbeiträge