Endspurt meiner Schwangerschaft

Zu Beginn meiner Schwangerschaft hatte ich mir natürlich viele Gedanken über die anstehenden Veränderungen gemacht, denn so eine Schwangerschaft wird vieles verändern. Klar hat mir das auch bei manchen Dingen Sorgen und Ängste bereitet: Schaffen wir das? Wird die Kleine gesund? Was wird sich alles verändern und so weiter... Aber das beste Mittel gegen solche Gedanken ist und bleibt bei mir das Laufen. Dabei komme ich zur Ruhe und kann meine Gedanken ordnen, so dass bei mir nach einem Dauerlauf in der Regel alle Sorgen abfallen.

Natürlich habe ich mir auch Gedanken darüber gemacht, wie es mit dem Laufen so weiter gehen wird. Wie lange werde ich wohl in der Schwangerschaft laufen können? Mein absolutes Wunschziel war es bis Ende Januar, also in den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft laufen gehen zu können. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass es der Kleinen und mir gut dabei geht. Jetzt bin ich in der 36. Woche und kann immer noch laufen, womit ich so nie gerechnet hätte.

Aber ich musste ein paar kleine Abstriche machen. Zum Beispiel konnte ich ab dem 7. Monat keine Stabiübungen mehr machen. Es tat mir einfach von einem auf den anderen Tag nicht mehr gut, so dass ich damit schlagartig aufgehört habe. Denn wenn ich eines während der Schwangerschaft ganz genau gelernt habe, ist es immer auf den eigenen Körper zu hören. Der sagt einem ziemlich genau was er gerade nicht will. Und glaubt mir, vor der Schwangerschaft habe ich das öfters leider auch mal ignoriert.

Außerdem musste ich mein Dauerlauftempo erneut etwas drosseln. Bis zum 6. Monat bin ich öfters auch mal in einem 4:40 und 4:45er Tempo (min/km) gelaufen. Das ging auch bis zum 7. Monat problemlos, aber nach einem Dauerlauf mit einer Freundin in 4:41er Pace merkte ich, dass mir dieses Tempo etwas zu schnell war. Ich weiß noch wie ich dann ins Auto gestiegen bin und meinen Mann angerufen habe, um mit ihm darüber zu sprechen. Denn ich wusste, ich würde zugeben müssen, dass ich ab sofort langsamer laufen musste und nicht mehr mit meinen Mädels laufen konnte. Ganz ehrlich - das war für mich im ersten Moment wie eine Niederlage. Klar, das ist völlig bekloppt so zu denken. Aber es ist mir schwer gefallen, den Mädels das zu sagen und es auch mir einzugestehen. Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies natürlich keine Niederlage ist und es weit aus schlimmere Sachen gibt, aber ich will hier ehrlich sein und genau das hatte ich nun mal so empfunden. Aber ich hatte mir auch immer geschworen, dass das Wohlempfinden der Kleinen und meines Körpers im Vordergrund steht.

Seitdem renne ich immer in 4:50er bis 4:55er Pace und fühle mich dabei weitaus wohler. Weiterhin gehe ich zwischen 4 bis 5 Mal die Woche laufen und 2 Mal auf mein Spinningrad. Meistens laufe ich 12 km und einmal in der Woche mit Matze 20 km.

Alleine laufe ich aber nicht mehr. Da gehe ich dann lieber auf mein Laufband, denn ich fühle mich alleine irgendwie so gar nicht wohl. Obwohl nie was passiert ist, habe ich davor einfach Angst und dann macht es mir einfach keinen Spaß.

Aber ich muss auch zugeben, dass wenn mich jemand anfangs gefragt hätte, ob ich mit so einer Kugel noch laufen gehen würde, hätte ich ganz klar nein gesagt. Wie kann man nur? Wenn man mich im Alltag laufen sieht, dann watschel ich wie eine Ente. Total schrecklich, aber sobald ich joggen gehen, ist alles normal. Verrückt oder? Naja, was soll ich sagen: Laufen tut mir einfach gut und scheinbar der Kleinen auch. Außerdem werden dabei meine Rückenschmerzen, die ich nun seit 2 Wochen habe, besser.

Nun habe ich noch 4 Wochen vor mir bis die Kleine endlich kommt. Ich freue mich schon sehr auf die kommende Zeit. Ob ich noch weiterhin laufen werde, werde ich weiterhin von Tag zu Tag entscheiden.

erstellt von
portrait

Anna Plinke

Steuerberaterin von Regensburg

Altersklasse: 1988
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Ich selbst

Meine Disziplinen
Halbmarathon Marathon 10 Kilometer

Weitere Blogbeiträge