Dein großer Lauf oder dein Motivationsziel wurden abgesagt? Stay positive mit diesen 10 Tipps

Mein großes Ziel im Frühjahr war der Paris Marathon am 5. April 2020. Also begann ich hoch motiviert mit meiner 12-wöchigen Vorbereitung, um genau an diesem Tag in Topform zu sein. Es lief auch alles perfekt. Ich war in einer sehr guten Form, doch dann in meiner 8. Trainingswoche, wo die meiste Arbeit bereits getan war, wurde der Marathon in Paris aufgrund des Coronavirus abgesagt.

Ganz ehrlich, ich war an dem Abend, als ich es erfuhr, unfassbar traurig. Ich konnte es einfach nicht glauben. All die ganze Arbeit umsonst, dachte ich mir. Nun konnte ich nicht beweisen, was ich mir in den Wochen zuvor erarbeitet hatte.

Aber nach 4 Tagen "schmollen", ergriff mich wieder der Ehrgeiz und ich meldete mich für den Linz Marathon an, der am gleichen Datum stattfinden sollte. Wie ihr aber inzwischen alle wisst, wurden im Frühjahr nun alle Marathons gestrichen. Was also tun? Man hat die Wahl, sich entweder in seinem Mitleid zu ertränken oder sich wieder neu zu motivieren!

Meine Leidenschaft zum Sport bzw. zum Laufen ist viel zu groß, um sich nicht neue Ziele zu suchen und ich hoffe sehr, dass es euch auch so geht. Hier kommen also meine 10 Tipps, wie ich mich in dieser Zeit fit und motiviert halte:

#1 Setze dir ein Ziel


Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich brauche immer ein Ziel. Dieses Ziel in meinen Kopf motiviert mich selbst an regnerischen und windigen Tagen, meine Schuhe zu schnüren.

Ich weiß, dass wir zur Zeit nicht wissen, wann die nächsten Läufe anstehen. Aber ich suche mir dennoch einen Lauf im Sommer - bei mir ist es im Juli - an dem ich teilnehmen will.

#2 Passe deine Ziele den Umständen an

Zwar dürfen wir im Moment alle noch alleine laufen gehen. Aber überall sind die Sportplätze gesperrt und sich alleine auf ein Ziel vorbereiten, was eventuell nicht stattfindet, kann extrem viel Überwindung kosten. Aus diesem Grund würde ich mir persönlich kleine Ziele setzen.

Mein Ziel ist es zum Beispiel, im Juli anstatt einem Marathon einen 10 km Lauf zu bestreiten. Dabei geht es mir nicht um eine persönliche Bestzeit, sondern einfach darum ein Ziel zu haben, auf das ich mich freuen kann und für das ich mich fit halte.

#3 Neue Umstände können neue Chancen bedeuten


Meine Marathonvorbereitung verläuft nach einem straffen Plan. Ich weiche von diesem Plan in einer Woche so gut wie nie ab. Einzelne Tage schiebe ich, aber mein Konzept nie.

Jetzt aber wo alles neu und ungewiss ist, habe ich entdeckt, dass es unfassbar viel Spaß machen kann, viel mehr zu variieren. Beispielsweise gehe ich aktuell viel mehr in einem hügeligen Wald laufen anstatt meine gewohnten Laufstrecken zu nutzen. Probiert das mal aus. Ich kann nur sagen, es macht mir gerade unglaublich viel Spaß neue Runden zu rennen, die auch etwas hügelig sind.

#4 Bergläufe

Bergläufe mache ich in der Regel nur im Winter. Im Frühjahr mache ich neben den Dauerläufen nur Läufe auf der Bahn. Da diese aktuell aber gesperrt sind, suche ich mir neue Alternativen am Berg, um mich dennoch herauszufordern. Ich will mich aber auch daran hindern, mich ständig mit den Frühjahreswerten aus den Vorjahren zu vergleichen. Einen Berg findet jeder denke ich und das gibt dann bei den kommenden Läufen ordentlich Kraft.

Meine Empfehlung: 150-200 Meter bergauf - 10 mal mit zurück traben, kurze Pause und dann eine zweite Runde.

#5 Treppensprünge

Treppensprünge habe ich auch während meiner Marathonvorbereitung gemacht und gemerkt wie gut sie mir taten. Bei meinen Longruns wurden meine Beine erst viel später müde.

Ich mache in der Regel 20 min lang Treppensprünge. Zwischendrin laufe ich die Treppen zügig wieder runter.

Meistens fange ich an, indem ich 5 min lang einbeinig mit dem linken Bein hoch springe, dann 5 Minuten einbeinig mit dem rechten Bein. Danach springe ich 5 Minuten lang beidbeinig und am Ende kommen noch 5 Minuten, in denen ich jede zweite Stufe laufend nehme. Sieht eher wie Treppenläufe aus.

#6 Ein Ruhetag

Wenn ich auf einen Marathon trainiere, gibt es für mich in der Regel keinen Ruhetag. Es sei denn, mein Körper sagt mir ganz eindeutig, dass er einen braucht. Ich denke jeder weiß, was ich damit meine.

Jetzt aber wo so vieles ungewiss ist, braucht auch mein Kopf mal eine Pause. Ich nutze die Zeit jetzt dazu, dass mein Körper fit und bereit ist, um bald wieder an Läufen teilzunehmen. Aber man braucht eben auch einen fitten Geist.

Ich habe oft die Erfahrung gemacht, dass wenn man sich und seinem Geist etwas mehr Ruhe gibt, dann kann man, wenn es drauf an kommt, wieder voll durchstarten.
#SoundMindSoundBody

#7 Verbinde dich mit deinen Lauf-Freunden

Zwar dürfen wir hier in Bayern nicht mehr mit weiteren Trainingspartnern laufen, das heißt aber noch lange nicht, dass wir alleine sind.

Ich tausche mich beispielsweise mit meinen Lauf-Freundinnen weiterhin aus: wie machst du das die kommende Woche? Was steht auf deinem Plan?

So bleibe ich bei der Sache und will denen ja dann auch von meinem Training erzählen.

Und wenn ich mal so gar keine Lust habe zum Laufen, dann frage ich wann die andere Person los läuft und dann starte ich um genau die gleiche Uhrzeit - als wäre ich mit ihr verabredet.

#8 Stabilisationstraining


Stabi geht bei mir während der Wettkampfvorbereitung in der Regel ziemlich unter. Jetzt habe ich aber wieder mehr Zeit dafür und versuche hier wieder gute Grundlagen zu schaffen.

#9 Kaufe ein neues Lauf-Accessoire

Das ist vermutlich so ein Mädelsding oder vielleicht auch nur meine Eigenart.

Aber ich kaufe mir während einer Laufsaison ein Sportaccessoire, dass ich bei einem Wettkampf unbedingt nutzen will. Das können Socken sein, ein bestimmer Nagellack, ab und zu ein bestimmer Schuh, ein cooles Haarband und und und. Es dient mir als meine Motivation es bei dem nächsten Wettkampf nutzen zu wollen. Habe mir meines bereits online bestellt.

#10 Genieße es mal, ohne Druck zu laufen

Ich bin ich totaler Kopfmensch. Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, dann stehe ich da zu 100 Prozent dahinter und tue alles dafür. Überehrgeiz kann aber auch ab und zu mal nach hinten los gehen. Und wenn ich dann unsicher werde, beginne ich extrem an mir zu zweifeln.

Aber aktuell kann ich ja völlig befreit laufen. Ich habe zwar ein Ziel, aber kein Stress und erst recht kein Ziel eine PB zu rennen. Meistens läuft das dann aber auch ohne Druck viel besser. Unverhofft kommt eben doch oft.

Das waren also meine 10 individuellen Tipps für Zeiten wie diese. Ich hoffe ihr könnt damit ein bisschen was anfangen. Aber ich bin mir sicher, dass wer auch die Leidenschaft zum Laufen teilt, der findet immer Wege sich auch in dieser Zeit zu motivieren.

erstellt von
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Anna Plinke

Steuerberaterin von Regensburg

Altersklasse: 1988
Verein: LG Telis Finanz Regensburg
Trainer: Ich selbst

Meine Disziplinen
Halbmarathon Marathon 10 Kilometer

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