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So kurierst du Schienbeinschmerzen beim Laufen: Dein Leitfaden fĂŒr die Behandlung und Rehabilitation

September 16, 2026

Bis zu 20 % aller LĂ€ufer leiden irgendwann einmal unter einem Schienbeinkantensyndrom, und wenn sich dieses einmal festgesetzt hat, kann es schwierig sein, es wieder loszuwerden.

Weil die Ursachen fĂŒr das Schienbeinkantensyndrom nicht immer eindeutig zu erklĂ€ren sind, kann es schwierig sein, dem Problem auf den Grund zu gehen – wir möchten dir jedoch dabei helfen.

In diesem Leitfaden informieren wir ĂŒber die Diagnose und Behandlung des Schienbeinkantensyndroms, zeigen Möglichkeiten zur Vorbeugung dieser relativ hĂ€ufigen Erkrankung auf und geben Tipps, wie du das Schienbeinkantensyndrom beim Laufen verhindern kannst.

Was versteht man unter einem Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom, auch als Shin-Splints oder mediales Tibia-Stress-Syndrom (MTSS) bekannt, verursacht mitunter stark einschrĂ€nkende Schmerzen an der vorderen Außenseite des Beins (anteriores Schienbeinkantensyndrom) oder an der Innenseite des Beins (mediales Schienbeinkantensyndrom). 

Der Schmerz erstreckt sich oft ĂŒber einen großen Bereich, ohne dass ein eindeutiger Schmerzherd erkennbar ist, und tritt meist wĂ€hrend und unmittelbar nach dem Sport auf. Das gesamte Schienbein – deine „Tibia“ – kann zudem schmerzen und berĂŒhrungsempfindlich sein.

Die genaue Ursache fĂŒr die Schmerzen ist umstritten, doch Sportwissenschaftler vermuten, dass die Beschwerden folgende Ursachen haben:

  • Kleine Risse in den Muskeln deines Unterschenkels, die sich vom Schienbein gelöst haben,

  • Eine EntzĂŒndung des Periosts, einer dĂŒnnen Gewebeschicht, die dein Schienbein umhĂŒllt,

  • Eine EntzĂŒndung der Muskeln in deinem Unterschenkel,

  • Eine Kombination all dieser Faktoren.

Was verursacht das Schienbeinkantensyndrom?

Das Schienbeinkantensyndrom steht im Zusammenhang mit ĂŒbermĂ€ĂŸigem Training und tritt hĂ€ufiger bei weniger erfahrenen LĂ€ufern auf, die erst seit kurzem mit dem Laufen begonnen haben.

Es betrifft jedoch nicht nur AnfĂ€nger: Selbst erfahrene Sportler mĂŒssen sich mit diesem Problem manchmal herumschlagen. 

Neben ĂŒbermĂ€ĂŸigem Training können verschiedene andere physiologische und umweltbedingte Faktoren das Risiko eines Schienbeinkantensyndroms erhöhen, darunter:

  • Training in ungeeignetem Schuhwerk,

  • Laufen auf hartem Untergrund,

  • Eine zu schnelle Steigerung der TrainingsintensitĂ€t,

  • Muskelungleichgewicht im Unterschenkel,

  • Verspannte oder schwache Waden,

  • SchwĂ€che in den HĂŒften, GesĂ€ĂŸmuskeln oder der Rumpfmuskulatur,

  • Überpronation,

  • PlattfĂŒĂŸe

  • Ein hoher Body-Mass-Index.

Wie du beim Laufen ein Schienbeinkantensyndrom erkennst

Woher weißt du also, ob es sich um ein Schienbeinkantensyndrom handelt, wenn du beim Laufen Beschwerden im Unterschenkel spĂŒrst? Der Schmerz wird wahrscheinlich:

  • Dumpf und ziehend sein, sich ĂŒber einen breiten Bereich des Schienbeins erstrecken und keinen klaren Ursprungsort haben,

  • Zu Beginn des Laufs stĂ€rker sein, dann nachlassen und wieder zurĂŒckkehren, wenn deine Muskeln ermĂŒden,

  • StĂ€rker werden, wenn du deinen Knöchel beugst oder deine Zehen zum Schienbein hin nach oben ziehst,

  • StĂ€rker werden, wenn du auf den Schienbeinknochen und die umliegenden Muskeln drĂŒckst.

Wenn du wĂ€hrend des Laufens zu irgendeinem Zeitpunkt diese Symptome verspĂŒrst, solltest du sofort mit dem Laufen aufhören – Schienbeinkantensyndrom ist keine Erkrankung, die man einfach „weglaufen“ kann. 

Wenn du dir jedoch unsicher bist, ob du an einem Schienbeinkantensyndrom oder einer anderen Erkrankung leidest, solltest du einen Termin bei einem Hausarzt oder Physiotherapeuten vereinbaren, um die Diagnose zu bestÀtigen.

Die Unterschiede zwischen Schienbeinkantensyndrom, Stressfrakturen und Kompartmentsyndrom

Da das Schienbeinkantensyndrom oft schleichend auftritt, von Person zu Person unterschiedlich stark schmerzt und es keinen eindeutigen diagnostischen Test gibt, wird es hÀufig falsch diagnostiziert. 

Es gibt jedoch zwei Erkrankungen mit leicht abweichenden Symptomen, die du in Betracht ziehen solltest.

Stressfrakturen

WĂ€hrend das Schienbeinkantensyndrom Schmerzen verursacht, die sich ĂŒber einen großen Bereich des Unterschenkels erstrecken können, handelt es sich bei einer Stressfraktur um einen kleinen Riss im Knochen, der durch stechende, punktuelle Schmerzen an einer bestimmten Stelle gekennzeichnet ist.

Bei Stressfrakturen verschlimmern sich die Schmerzen meist beim Sport und das Schienbein schmerzt oft sogar im Ruhezustand. Dies steht im Gegensatz zum Schienbeinkantensyndrom, bei dem die Schmerzen wÀhrend des AufwÀrmens und zu Beginn des Laufs schwanken können.

Wenn du den Verdacht hast, dass du eine Stressfraktur hast, solltest du so schnell wie möglich deinen Hausarzt aufsuchen oder dich röntgen lassen.

Kompartmentsyndrom

Dein Unterschenkel besteht aus vier „Kompartimenten“: Gewebe-, Muskel- und Nervengruppen, die nach ihrer Lage unterteilt sind.

Bei wiederholter Belastung und unzureichender Erholung kann sich in diesen Kompartimenten Druck aufbauen, was zu einer verminderten Durchblutung und einer Unterversorgung deiner Zellen mit Sauerstoff fĂŒhrt – dies wird als belastungsbedingtes Kompartmentsyndrom bezeichnet.

WÀhrend das Hauptsymptom des Schienbeinkantensyndroms ein allgemeiner Schmerz im Schienbeinbereich ist, sind die Symptome des Kompartmentsyndroms umfangreicher und können Folgendes umfassen:

  • Stechende Schmerzen,

  • Ein krampfartiges GefĂŒhl,

  • Taubheit,

  • Angespannte, blasse Haut im betroffenen Bereich,

  • Kribbeln oder Nadeln in den FĂŒĂŸen,

  • Ein allgemeines DruckgefĂŒhl im Unterschenkel.

Und im Gegensatz zum Schienbeinkantensyndrom, das beim Sport unvorhersehbar auftreten oder wieder abklingen kann, nehmen die Schmerzen beim Kompartmentsyndrom in der Regel zu, je lÀnger du dich bewegst, und lassen erst nach, wenn du dich eine Weile ausgeruht hast.

Einige Studien haben gezeigt, dass das Auftreten und der Schweregrad von Schmerzen beim Kompartmentsyndrom – insbesondere bei chronischen Erkrankungen – oft vorhersehbar sind, wobei die Schmerzen bei jedem Lauf fast zur gleichen Zeit oder bei derselben Kilometerzahl auftreten.

Wenn du den Verdacht hast, am Kompartmentsyndrom zu leiden, wende dich so schnell wie möglich an deinen Arzt oder eine andere medizinische Fachkraft.

So wirst du Schienbeinschmerzen beim Laufen los: Die akute Phase

Wenn du wissen willst, wie du ein Schienbeinkantensyndrom loswirst, lautet der erste Tipp, nicht in Panik zu geraten: Es gibt ein paar bewÀhrte Strategien, die du in den ersten Wochen nach dem Auftreten der Schmerzen zu Hause anwenden kannst.

Leg eine Laufpause ein

Du musst deinem Körper die Chance geben, sich zu erholen und zu regenerieren, darum solltest du zwei Wochen lang ganz auf das Laufen verzichten.

Du kannst dich in dieser Zeit trotzdem körperlich betĂ€tigen: Mit gelenkschonendem Cross-Training wie Schwimmen, leichtem Radfahren oder dem Training auf dem Crosstrainer bleibst du fit und profitierst weiterhin von den vielen Vorteilen regelmĂ€ĂŸiger Bewegung fĂŒr deine psychische Gesundheit. 

Befolge das „RICE“-Protokoll

„RICE“ steht fĂŒr Ruhe, KĂŒhlung (Ice), Kompression (Compression) und Hochlagerung (Elevation).

Eine vollstĂ€ndige Laufpause deckt den Aspekt „Ruhe“ ab; daher gilt fĂŒr I-C-E:

  • KĂŒhle die entzĂŒndete Stelle dreimal tĂ€glich 15 Minuten lang und auch direkt nach jeder Form von Bewegung. 

  • Trage tagsĂŒber KompressionsstrĂŒmpfe oder -stulpen, um EntzĂŒndungen zu lindern und die Durchblutung des Bereichs zu fördern.

  • Lege deine Beine mehrmals tĂ€glich fĂŒr etwa 15 Minuten ĂŒber Herzhöhe, um EntzĂŒndungen und Schwellungen zu reduzieren – am einfachsten, indem du dich hinlegst und deine FĂŒĂŸe auf ein paar Kissen stellst.

Massieren des Bereichs mit einer Schaumstoffrolle

Das Massieren mit einer Schaumstoffrolle kann helfen, Verspannungen in den Muskeln rund um das Schienbein zu lösen, was die Regenerationszeit verkĂŒrzen kann.

Gehe dabei aber vorsichtig vor, um keine zusĂ€tzlichen Schmerzen zu verursachen. Verwende die Schaumstoffrolle nicht direkt am Schienbein, da dies zu weiteren SchĂ€den in diesem Bereich fĂŒhren kann.

Lockere stattdessen mit der Rolle deine Wadenmuskeln – insbesondere den Gastrocnemius und den Soleus sowie den Tibialis anterior, der neben dem Schienbein an der Außenseite deines Beins liegt. 

Dehnen der Unterschenkel

Das Dehnen der Waden, der Tibialis-Muskeln und der Achillessehnen kann helfen, Schmerzen beim Schienbeinkantensyndrom zu lindern und das Risiko eines RĂŒckfalls zu verringern.

  • Dehnung der Achillessehne: Stell dich mit den Fußballen auf die Kante einer Treppe oder Stufe. Senk langsam eine Ferse ab, bis du eine Dehnung an der RĂŒckseite deines Beins und im Bereich der Achillessehne spĂŒrst.

  • Dehnung des Soleus: Platziere deine HandflĂ€chen vor dir flach an einer Wand. Mache mit einem Bein einen Schritt von etwa 12 bis 15 cm nach hinten und drĂŒcke das Knie desselben Beins sanft gegen die Wand, wobei du die Ferse auf dem Boden hĂ€ltst. Bewege deinen Fuß weiter nach hinten, bis du die Wand gerade noch mit dem Knie berĂŒhren kannst.

  • Dehnung des Gastrocnemius: Platziere deine HandflĂ€chen vor dir flach an einer Wand.  Mach mit einem Bein einen großen Schritt nach hinten, wobei du es gestreckt hĂ€ltst und die Ferse auf dem Boden lĂ€sst. Beuge dich nach vorne, um zu dehnen.

  • Dehnung des Tibialis anterior: Knie dich mit beiden Knien hin, die Fußspitzen auf dem Boden. Setze dich auf deine Fersen, stĂŒtze deine HĂ€nde hinter dir ab und lehne dich zurĂŒck, bis du eine Dehnung an der Vorderseite beider Schienbeine spĂŒrst.

So wirst du Schienbeinschmerzen beim Laufen los: Langfristige KrÀftigung

Mit den oben beschriebenen Hausmitteln kannst du zwar deine Beschwerden lindern, doch reichen sie allein nicht als langfristige Strategie aus, um das Schienbeinkantensyndrom loszuwerden oder ein Wiederauftreten zu verhindern.

Die nĂ€chste Phase deiner Genesung besteht daher aus gezielten KrĂ€ftigungs- und RehabilitationsĂŒbungen, bei denen du dich langsam wieder an körperliche AktivitĂ€t herantastest und dich darauf konzentrierst, eventuelle Schwachstellen in deiner kinetischen Kette zu beheben.

Gezielte KrĂ€ftigungsĂŒbungen fĂŒr die Unterschenkel

Die KrÀftigung deiner Unterschenkel ist eine der wirksamsten Methoden, um das Schienbeinkantensyndrom loszuwerden.

Ein stĂ€rkeres Sprunggelenk und krĂ€ftigere Muskeln rund um das Schienbein sorgen fĂŒr mehr StabilitĂ€t beim Laufen, verringern das Risiko einer Überpronation und tragen zum Abklingen des Schienbeinkantensyndroms (und zur Vorbeugung eines RĂŒckfalls) bei.

Es gibt viele KrĂ€ftigungsĂŒbungen, die du zu Hause mit wenig bis gar keinem Equipment durchfĂŒhren kannst:

  • Zehenlaufen: Stell dich auf die Zehenspitzen und mache dann jeweils 25 Schritte mit den Zehen nach vorne, nach innen und dann nach außen gerichtet. Mach diese Übung am besten mehrmals tĂ€glich in mehreren SĂ€tzen. So trainierst du gezielt deinen vorderen Schienbeinmuskel (Tibialis anterior), was entscheidend fĂŒr das Ausheilen und Vorbeugen von Schienbeinschmerzen ist.

  • Zehenbeugen: Diese Übung ist besonders wichtig, wenn du PlattfĂŒĂŸe hast, da sie deine Fußgewölbe stĂ€rkt und so die Belastung deiner Schienbeine beim Laufen verringert. Stelle dich dazu einfach an den Rand eines Handtuchs oder KleidungsstĂŒcks und ziehe den Stoff mit gekrĂŒmmten Zehen zu dir hin. Wiederhole diese Übung 10 Mal.

  • Fußgelenk-Inversionen/Eversionen mit Widerstandsband: Diese Übungen stĂ€rken deine Fußgelenke, verbessern deine Fußkontrolle, reduzieren Überpronation und tragen durch die StĂ€rkung des Bereichs um dein Schienbein zur Vorbeugung eines Schienbeinkantensyndroms bei. Setze dich oder lege dich mit ausgestrecktem Bein hin, schlinge dann ein Widerstandsband um den Fuß und halte das andere Ende fest. FĂŒr die Inversion positionierst du das Band so, dass es einer Bewegung deines Fußes nach innen entgegenwirkt. FĂŒr die Eversion positionierst du das Band so, dass es einer Bewegung deines Fußes nach außen entgegenwirkt. Mache jeweils 10–15 Wiederholungen pro Übung und wechsle dann die Seite.

  • Beinstrecker-Übungen mit dem Widerstandsband: Diese zielen direkt auf den Muskel Tibialis anterior ab. Setz dich auf den Boden oder eine Bank. Schlinge ein Ende des Widerstandsbands um deine Fußspitze und halte es am anderen Ende fest. Beuge deinen Knöchel mit nach oben gerichteten Zehen, sodass diese in Richtung Schienbein zeigen. Mache zwei Mal tĂ€glich 10–15 Wiederholungen.

  • Exzentrisches Wadenheben: Mit dieser Übung stĂ€rkst du deine Waden und verbesserst deine KnöchelstabilitĂ€t. Stell dich auf eine Stufe, sodass deine Fersen ĂŒber den Rand hinausragen. DrĂŒck dich vorsichtig auf die Zehenspitzen und halte die Position fĂŒr ein paar Sekunden, bevor du dich wieder absenkst.  Mache diese Übung mehrmals tĂ€glich mit jeweils 10 Wiederholungen.

Gezielte KrĂ€ftigung der HĂŒfte und GesĂ€ĂŸmuskulatur

SchwĂ€che in den HĂŒften oder im GesĂ€ĂŸ kann zu einer Überpronation fĂŒhren, wodurch sich deine Schienbeine beim Laufen verdrehen. Deshalb ist es wichtig, diese Bereiche zu stĂ€rken, damit das Schienbeinkantensyndrom nicht erneut auftritt.

  • Muschel (Clam-Shell): Clamshells: Diese Übung trainiert vor allem den Gluteus medius und den Gluteus minimus, die fĂŒr die StabilitĂ€t der HĂŒfte und die Ausrichtung des Unterkörpers unerlĂ€sslich sind.  Leg dich mit angewinkelten Knien und aufeinanderliegenden FĂŒĂŸen auf die Seite und hebe dann das obere Knie an, ohne die FĂŒĂŸe voneinander zu lösen. Wiederhole diese Übung 10–15 Mal pro Seite, mehrmals tĂ€glich.

  • Glute Bridge/Beckenheben: Mit dieser Übung aktivierst du deine GesĂ€ĂŸmuskeln und die hinteren Oberschenkelmuskeln und stĂ€rkst gleichzeitig deine Körpermitte. Leg dich mit angewinkelten Knien auf den RĂŒcken, die FĂŒĂŸe flach auf dem Boden. DrĂŒcke deine Fersen nach unten, um die HĂŒften anzuheben, bis dein Körper von den Schultern bis zu den Knien eine gerade Linie bildet, und senke dich dann langsam wieder ab. Wiederhole das Ganze ein paar Mal am Tag, jeweils 10–15 Mal.

  • Einbeiniges Kreuzheben (Single-leg Deadlifts): Du kannst diese Übung mit oder ohne Gewicht (z. B. Kettlebell oder Hantel) ausfĂŒhren. Sie stĂ€rkt die GesĂ€ĂŸmuskulatur, hintere Oberschenkelmuskulatur und den Rumpf, verbessert das Gleichgewicht und reduziert seitliche Schwankungen, die das Schienbein belasten. Stell dich auf ein Bein und halte gegebenenfalls ein Gewicht in der gegenĂŒberliegenden Hand. Beuge dich aus der HĂŒfte nach vorne und senke deinen Oberkörper, wĂ€hrend du das andere Bein hinter dir ausstreckst. Kehre in die aufrechte Position zurĂŒck und wiederhole dies fĂŒr einige SĂ€tze mit jeweils 10–12 Wiederholungen pro Bein. Diese Übung kannst du 2–3 Mal pro Woche machen.

  • Lateral Step Down/Seitliche Stepper-Schritte: Diese Übung stĂ€rkt deine HĂŒften und Knie, sodass deine Knie beim Laufen nicht nach innen knicken – was das Risiko fĂŒr ein Schienbeinkantensyndrom erhöhen kann. Stelle dich auf eine Stufe oder Plattform und lass einen Fuß ĂŒber die Kante hĂ€ngen. Senke den hĂ€ngenden Fuß langsam in Richtung Boden, wĂ€hrend du das Standbein stabil hĂ€ltst, und kehre dann in die Ausgangsposition zurĂŒck. Mache mehrere Male pro Woche 2–3 SĂ€tze mit je 10–12 Wiederholungen pro Seite.

Steige vorsichtig wieder in das Training mit Stoßbelastung ein

Sobald die Schmerzen im Schienbein verschwunden sind, kannst du langsam wieder mit dem Joggen oder Laufen beginnen. 

Der Wiedereinstieg ins Laufen nach einer Verletzung muss sorgfĂ€ltig angegangen werden. Beginne daher mit etwa 50 % deiner ĂŒblichen wöchentlichen Laufstrecke oder -intensitĂ€t und höre sofort auf, wenn die Schmerzen wieder auftreten.

So beugst du dem Wiederauftreten eines Schienbeinkantensyndroms vor

Die Übungen und Methoden zur Schmerzbehandlung aus deiner Rehabilitationsphase können dir beim Wiedereinstieg ins Laufen zwar helfen, sind jedoch nutzlos, wenn du keine vorbeugenden Maßnahmen ergreifst, um ein Wiederauftreten der Beschwerden zu verhindern.

Die vollstĂ€ndige Genesung von einem Schienbeinkantensyndrom kann je nach Schweregrad deiner Symptome mehrere Wochen oder sogar Monate dauern. Es lohnt sich also, jetzt Zeit zu investieren, um das Risiko zu verringern und dich vor RĂŒckfĂ€llen zu schĂŒtzen.

Schrittweise Steigerung deiner Laufleistung

Wenn du fĂŒr einen Wettkampf trainierst, solltest du deine Laufleistung schrittweise steigern. Dabei wird empfohlen, die Laufleistung nicht um mehr als 10 % pro Woche zu erhöhen. 

Erhöhe deine Schrittfrequenz

Mit etwas schnelleren, kĂŒrzeren Schritten reduzierst du die Belastung, die beim Bodenkontakt auf deinen Unterkörper wirkt. Außerdem federt es deine Auf- und Abbewegungen beim Laufen ab und verbessert die Ausrichtung deines Unterkörpers.

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass schon eine Steigerung deiner Laufschrittfrequenz um 5–10 % die Belastung fĂŒr deine Unterschenkel deutlich verringern und das Risiko hĂ€ufiger Überlastungsverletzungen wie dem Schienbeinkantensyndrom senken kann. 

 

Laufe nach Möglichkeit auf weicheren UntergrĂŒnden

Auch wenn das nicht immer möglich ist, solltest du, wenn du die Wahl zwischen Asphalt und Gras hast, dich ab und zu fĂŒr Letzteres entscheiden, um deine Muskeln, Gelenke und Knochen zu schonen. Eine Kombination aus Straßenlauf und einer wöchentlichen Trainingseinheit auf dem Laufband entlastet deinen Unterkörper ebenfalls.

Plane Ruhezeiten ein

Da Schienbeinschmerzen eine Überlastungsverletzung sind, solltest du unbedingt regelmĂ€ĂŸige Ruhetage einplanen, um deinem Körper die nötige Zeit fĂŒr Erholung und Regeneration zu geben. Gönne dir mindestens ein bis zwei volle Tage Ruhe pro Woche.

Achte auf passende Schuhe

Laufschuhe, die nicht die nötige DĂ€mpfung und UnterstĂŒtzung bieten, um den Aufprall beim Laufen abzufangen, sind eine der Hauptursachen fĂŒr das Schienbeinkantensyndrom. 

Als Faustregel gilt, die Schuhe alle 600–800 Kilometer zu ersetzen, dies kann jedoch variieren. ÜberprĂŒfe deine Schuhe regelmĂ€ĂŸig: Wenn die Sohlen uneben oder rissig sind oder neue Schmerzen, Blasen oder Beschwerden auftreten, ist es Zeit fĂŒr ein neues Paar – auch wenn du die Kilometergrenze noch nicht erreicht hast. 

WĂ€hle Schuhe fĂŒr Überpronation

Überpronation ist eine der hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr Schienbeinschmerzen, daher können speziell fĂŒr eine Überpronation entwickelte Schuhe helfen, deine FĂŒĂŸe zu stabilisieren.

Eine professionelle Laufanalyse zu buchen ist die beste Möglichkeit, um sicherzustellen, dass du die richtigen Schuhe fĂŒr deinen Laufstil trĂ€gst.

Wann du einen Experten aufsuchen solltest

Schienbeinschmerzen sind zwar unangenehm und können deinen Trainingsplan durcheinanderbringen, doch viele leichte FÀlle lassen sich durch Selbstbehandlung und konsequente Rehabilitation zu Hause beheben.

Es gibt jedoch einige FĂ€lle, in denen du auf jeden Fall den Rat deines Arztes oder eines Physiotherapeuten einholen solltest:

  • Die Schmerzen halten trotz zweiwöchiger Ruhepause und Selbstbehandlung an oder verschlimmern sich,

  • Du hast starke oder stechende Schmerzen,

  • Du kannst den genauen Ursprungsort der Schmerzen lokalisieren,

  • Du hast Schwellungen oder Rötungen im Bereich des Schienbeins,

  • Du hast TaubheitsgefĂŒhle, Kribbeln oder SchwĂ€che im Unterschenkel oder Fuß,

  • Die Schmerzen beeintrĂ€chtigen dich im Alltag, z. B. beim Gehen, Treppensteigen und Autofahren,

  • Du hast wiederkehrende Schienbeinschmerzen, die trotz angepasster TrainingsintensitĂ€t und anderer Laufschuhe immer wieder auftreten.

Schienbeinschmerzen vorbeugen und behandeln: So vermeidest du Schienbeinschmerzen beim Laufen

Schmerzen im Schienbein sind schmerzhaft und frustrierend, und wenn sie nicht richtig behandelt werden, kann es zu wochenlangen Trainingspausen kommen. Deshalb solltest du wissen, wie du sie vorbeugen kannst.

Auch wenn Wissenschaftler noch nicht ganz sicher sind, warum diese Schmerzen ĂŒberhaupt auftreten, zeigen zahlreiche Studien, dass eine gezielte StĂ€rkung der unteren KörperhĂ€lfte und geeignetes Schuhwerk das Risiko fĂŒr diese schmerzhafte Erkrankung deutlich senken können.

Auch das schrittweise Steigern der Laufleistung, das Verbessern der Schrittfrequenz, DehnĂŒbungen und gezieltes Training zur StĂ€rkung der Unterschenkel, HĂŒften und GesĂ€ĂŸmuskulatur helfen nachweislich dabei, einem Schienbeinkantensyndrom vorzubeugen.

Sollte es dennoch dazu kommen, kann eine schnelle Behandlung bei den ersten Anzeichen von Schmerzen – Ruhe, KĂŒhlung, Kompression und sanfte Rehabilitation – die Genesung beschleunigen und eine Verschlimmerung verhindern, damit du so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommst.