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Wie du die Herzfrequenz beim Joggen fĂŒr dein Training nutzen kannst

February 24, 2025

Jahrelang konnten eigentlich nur Sportler*innen oder Wissenschaftler*innen im Labor die Herzfrequenz beim Laufen messen. Doch dank der technischen Fortschritte kann jetzt jede*r seine Herzfrequenz beim Laufen viel einfacher verfolgen. Du brauchst dafĂŒr nur ein Wearable und ein verknĂŒpftes Smartphone – und schon kannst du einige wirklich interessante Daten erfassen.

Sich seiner Herzfrequenz beim Laufen bewusst zu sein, kann bei der Planung des Trainings sehr nĂŒtzlich sein. Hier erfĂ€hrst du mehr ĂŒber das Laufen nach Herzfrequenz, wie du deine eigene Herzfrequenz berechnest und wie du diese Informationen am besten nutzt.

Deinen Puls beim Laufen verstehen

Jedes Mal, wenn du Sport treibst, steigt unter anderem deine Herzfrequenz. Dein Herz pumpt schneller Blut durch deinen Körper, damit es mehr Sauerstoff und Energie an deine Muskeln abgeben kann. Die Herzfrequenz wird in SchlÀgen pro Minute (Beats per Minute, BPM) gemessen.

Je nachdem, was du gerade tust, variiert deine Herzfrequenz stark:

  • Ruhepuls: Dies ist deine „normale“ Herzfrequenz im Wachzustand, wenn du nicht aktiv bist. Jeder Mensch ist anders, aber bei Erwachsenen liegt der normale Ruhepuls laut der Deutschen Herzstiftung zwischen 60 und 80 SchlĂ€gen pro Minute.
  • Puls bei körperlicher AktivitĂ€t: Deine Herzfrequenz variiert je nach Anstrengung erheblich. Es gibt verschiedene Herzfrequenzbereiche, je nach IntensitĂ€t deines Trainings. Weitere Informationen findest du weiter unten.
  • Maximale Herzfrequenz: So oft sollte dein Herz pro Minute maximal schlagen.


Warum solltest du deine Herzfrequenz beim Laufen ĂŒberhaupt ĂŒberwachen?

Es gibt viele Möglichkeiten, dein Training zu verfolgen. Dabei liegt der Fokus oft auf typischen Parametern wie Tempo und Distanz oder einfach darauf, wie schwer oder leicht sich das Laufen anfĂŒhlt. Warum also die Herzfrequenz ĂŒberwachen?

Hilft dabei, Über- oder Untertraining zu vermeiden

Bei einem typischen Trainingsplan werden normalerweise verschiedene Arten von LĂ€ufen ausgefĂŒhrt. An manchen Tagen liegt der Fokus auf intensiven TempolĂ€ufen. An anderen Tagen sind es einfachere LangstreckenlĂ€ufe. Wenn du dich jedoch zur Verfolgung deines Trainings nur auf die Faktoren Tempo und Distanz oder auf dein GefĂŒhl verlĂ€sst, trainierst du möglicherweise zu viel oder zu wenig.

Es kann zum Beispiel sein, dass du beim Langstreckenlauf eine recht hohe Herzfrequenz hast – das wĂŒrde darauf hindeuten, dass du zu hart trainierst und nicht so gut regenerieren wirst. Auf der anderen Seite kann es bei anstrengenden LĂ€ufen sein, dass deine Herzfrequenz relativ niedrig ist, was darauf hindeuten könnte, dass du nicht hart genug trainierst.

Wenn du dagegen deine Herzfrequenz misst, erhĂ€ltst du ein viel einheitlicheres Maß dafĂŒr, wie intensiv du trainierst.


Kann die Performance verbessern

Es gibt nicht viele Untersuchungen zu den Auswirkungen einer Herzfrequenzmessung auf die allgemeine Performance. Eine Auswertung von Studien kam jedoch zu dem Schluss, dass es einen „geringen positiven, aber statistisch nicht signifikanten Effekt auf Parameter im Zusammenhang mit der Performance“ zu geben scheint.

Die Forscher*innen stellten fest, dass Menschen tendenziell besser abschnitten, wenn sie Trainingsprogramme mit Schwerpunkt auf der Herzfrequenz absolvierten, im Vergleich zu traditionelleren AnsĂ€tzen. Sie betonten jedoch auch, dass es nicht genĂŒgend Beweise fĂŒr endgĂŒltige Schlussfolgerungen gebe. 


Faktoren, die sich auf die Herzfrequenz auswirken

Es gibt viele Faktoren, die deine persönliche Herzfrequenz beeinflussen – und zwar sowohl beim Laufen als auch im Ruhezustand. Dazu gehören:

  • Alter: Je Ă€lter du bist, desto niedriger ist deine maximale Herzfrequenz.
  • Geschlecht: MĂ€nner und Frauen haben im Durchschnitt leicht unterschiedliche Herzfrequenzen. Frauen haben in der Regel einen etwas höheren Ruhepuls als MĂ€nner.
  • Genetik: Es herrscht allgemein Einigkeit darĂŒber, dass jeder Mensch sein eigenes physiologisches Limit in Bezug auf die maximale Herzfrequenz hat und dass sich dies unabhĂ€ngig vom Training nicht wesentlich Ă€ndert. 
  • Fitnesslevel: Bei Spitzensportler*innen kann die Herzfrequenz im Ruhezustand niedriger sein, da ihr Herz grĂ¶ĂŸer und stĂ€rker ist und daher weniger SchlĂ€ge benötigt, um Blut durch den Körper zu pumpen.
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Unter wĂ€rmeren, feuchteren Bedingungen steigt deine Herzfrequenz.
  • Höhe: Je höher du dich ĂŒber dem Meeresspiegel befindest, desto höher ist deine Ruhe- und submaximale Herzfrequenz.
  • Emotionen: Stress, Angst, Wut und andere Emotionen können den Herzschlag beschleunigen.
  • Andere Faktoren: Die Tageszeit, die Dauer des Schlafs, Kaffeetrinken und viele andere Faktoren können die Herzfrequenz von einem Tag zum nĂ€chsten beeinflussen.


Tipps zur Überwachung deiner Herzfrequenz beim Laufen

Wenn du deine Herzfrequenz beim Laufen ĂŒberwachen möchtest, können dir die folgenden Tipps dabei helfen.

Hinweis: Wenn du jemals an einer Herzerkrankung gelitten hast, solltest du mit deinem Arzt sprechen, bevor du mit der Überwachung deiner Herzfrequenz beginnst – insbesondere beim Sport.


Allgemeine „Faustregel“ fĂŒr die Herzfrequenzbereiche beim Laufen

Die Herzfrequenzzone beim Laufen bezeichnet einen Bereich von SchlĂ€gen pro Minute fĂŒr verschiedene Belastungsstufen:

  • Herzfrequenz bei maximaler Anstrengung: Dein persönlicher Grenzwert, ĂŒber den du körperlich nicht hinausgehen kannst. Dies entspricht einem Sprint mit Höchstgeschwindigkeit.
  • Herzfrequenz bei hoher Anstrengung: Hier musst du dich beim Laufen ziemlich anstrengen, sodass du Schwierigkeiten hast, dich zu unterhalten, aber noch nicht sprinten musst.
  • Herzfrequenz bei mittlerer Anstrengung: Hier lĂ€ufst du ĂŒber lĂ€ngere Strecken mit geringerer Belastung. Du kannst dich unterhalten und trotzdem ĂŒber lĂ€ngere Zeit weiterlaufen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um deine Herzfrequenzbereiche beim Laufen zu schÀtzen. Allgemein wird jedoch einfach das aktuelle Alter von der Zahl 220 abgezogen, um die maximale Herzfrequenz zu ermitteln. Die Herzfrequenz bei geringer Anstrengung entspricht dann einem Prozentsatz dieser Gesamtzahl.

Bei einer Person von 25 Jahren liegt die maximale Herzfrequenz beispielsweise bei 195 BPM (220-25 = 195). Die Herzfrequenz bei geringer Anstrengung liegt bei etwa 50 % der maximalen Herzfrequenz, also 98 BPM oder weniger.

Du kannst diese Tabelle als Referenz fĂŒr die Herzfrequenzbereiche verwenden:

Alter

Maximale Herzfrequenz (in BPM)

Herzfrequenz bei hoher Anstrengung (in BPM, 70–85 % der maximalen Herzfrequenz)

Herzfrequenz bei mittlerer Anstrengung (in BPM, 50–75 % der maximalen Herzfrequenz)

20

200

140–170

100–150

30

190

133–161

95–142

35

185

129–157

93–139

40

180

126–153

90–135

45

175

122–149

88–131

50

170

119–144

85–127

60

160

112–136

80–120

70

150

105–127

75–112

An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich bei diesen Zahlen um Durchschnittswerte handelt. Jeder Mensch ist anders und deine persönlichen Herzfrequenzbereiche beim Laufen können aufgrund vieler verschiedener Faktoren variieren.

Technologien zur Überwachung der Herzfrequenz

Die wahrscheinlich genaueste Methode zur Überwachung deiner Herzfrequenz beim Laufen ist das Tragen eines speziell dafĂŒr vorgesehenen HerzfrequenzmessgerĂ€ts. Es gibt eine Reihe von Unternehmen, die GerĂ€te verkaufen, die man sich um die Brust schnallen kann und die die Herzfrequenz prĂ€zise aufzeichnen. Diese Daten lassen sich dann in eine App oder ein Programm auf dem Computer ĂŒbertragen.

Viele Smartwatches und Sport-Wearables können deine Herzfrequenz auch durch Pulsmessung am Handgelenk ĂŒberwachen. Diese sind möglicherweise etwas ungenauer als ein Brustgurt, da sie verrutschen können. Sie haben jedoch den Vorteil, dass du deine Herzfrequenz direkt beim Laufen sehen kannst. Du kannst dein Tempo dann entsprechend erhöhen oder verringern.

Wenn du im Fitnessstudio trainierst, haben viele LaufbÀnder auch integrierte Herzfrequenzmesser. Lege deine HÀnde auf die Sensoren, damit diese die elektrischen Signale in deiner Haut erkennen und deine Herzfrequenz messen können. Auch diese GerÀte sind nicht so genau wie ein Brustgurt und können beim Laufen etwas hinderlich sein. Sie können dir jedoch einen guten Eindruck davon vermitteln, wie hoch deine Herzfrequenz beim Laufen ist.

Wie du deine Herzfrequenzdaten nutzen kannst

Was solltest du mit all diesen Informationen tun, wenn du einmal deine durchschnittliche Herzfrequenz, deine maximale Herzfrequenz und deine Ruheherzfrequenz beim Laufen berechnet hast?

1. Ändere erst einmal gar nichts

VerĂ€ndere zunĂ€chst nichts. Setze dein gewohntes Lauftraining stattdessen fĂŒr ein paar Wochen fort und messe dabei deine Herzfrequenz. Mache deine regulĂ€ren „leichten“ LĂ€ufe, TempolĂ€ufe und auch ein paar Sprints mit maximaler Anstrengung. Halte einfach deine durchschnittliche Herzfrequenz bei jeder dieser Sessions fest.

2. Analysiere deine Daten

Nimm dir nun etwas Zeit, dir die erfassten Daten genauer anzusehen. Dadurch erhÀltst du einige interessante Einblicke. Es kann zum Beispiel sein, dass deine persönliche maximale Herzfrequenz bei 180 SchlÀgen pro Minute liegt. Die Ergebnisse zeigen aber möglicherweise, dass du bei deinen TempolÀufen eine Herzfrequenz von nur 130 SchlÀgen pro Minute erreichst. Das könnte darauf hindeuten, dass du sie mit einer höheren Geschwindigkeit laufen solltest.

3. Passe dein Lauftraining an deine Daten an

Nach der Analyse deiner Daten kannst du dein Lauftraining anpassen. Das Ziel ist dabei, dass dein BPM bei verschiedenen Arten von LĂ€ufen relativ konstant in einem bestimmten Bereich liegt. FĂŒr leichte LĂ€ufe zum Beispiel eine Spanne von 110–130 und fĂŒr TempolĂ€ufe 150–160.

Laufen mit Pulsmessung: ein hilfreiches Tool

Wenn du beim Laufen deine Herzfrequenz misst und dein Training entsprechend anpasst, wirst du vielleicht echte Verbesserungen deiner allgemeinen Performance feststellen. Auch wenn es mehr Planung und Vorbereitung erfordert, kannst du dein Lauftraining mit diesem Ansatz konsequenter und strukturierter gestalten.

Weitere Tipps und Ideen, wie du mehr aus deinem Training herausholen kannst, findest du in unserem Lauf-Ratgeber-Blog.