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Wie lange sollte man fĂŒr einen Marathon trainieren?

May 7, 2019

FĂŒr viele LĂ€ufer ist ein Marathon ĂŒber 42,2 Kilometer das ultimative Ziel.

Wenn das auch auf deiner Wunschliste steht, dann ist der eigentliche Marathontag die Krönung eines harten Trainingsplans, bei dem du ĂŒber viele Wochen hinweg Hunderte von Kilometern zurĂŒckgelegt hast. 

Um also sicherzustellen, dass du verletzungsfrei und in Topform an den Start gehst, ist eine grĂŒndliche Vorbereitung unerlĂ€sslich.

Folge unserer Schritt-fĂŒr-Schritt-Anleitung, um herauszufinden, wie lange du fĂŒr einen Marathon trainieren musst, erarbeite ein auf deine Erfahrung abgestimmtes Trainingsprogramm und erfahre, wie sich dein Körper im Laufe der Trainingseinheiten verĂ€ndern wird.

Der ĂŒbliche zeitliche Ablauf eines Marathontrainings

Das Training fĂŒr einen Marathon ist ein großes Unterfangen. Die Dauer deines Trainingsprogramms hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab, darunter deine Lauferfahrung und wie viele Trainingseinheiten du pro Woche unterbringen kannst.

Die meisten LÀufer mit etwas Erfahrung können sich in etwa 16 bis 20 Wochen auf einen Marathon vorbereiten. Experten sind sich einig, dass man mit einem Marathon-Trainingsprogramm dieser Dauer:

  • die wöchentliche Laufleistung ĂŒber 4–6 Wochen hinweg schrittweise steigern kann, um dem Körper Zeit zur Anpassung zu geben,

  • 6–8 Wochen lang seine Laufstrecken verlĂ€ngern kann, bis hin zu einem lĂ€ngsten Lauf von etwa 32 km,

  • 2–3 Wochen lang das Training reduzieren kann, um sicherzustellen, dass man am Tag des Rennens erholt und bereit ist.

Ein solches Programm bietet auch ein gewisses Maß an FlexibilitĂ€t, denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass du 20 Wochen lang keine einzige Trainingseinheit verpasst. Wenn du also doch mal ein oder zwei LĂ€ufe ausfallen lassen musst, hat das keine großen Auswirkungen.

Was passiert beim Marathontraining mit deinem Körper? 

Beim Marathontraining durchlÀuft dein Körper viele VerÀnderungen. Das ist auch gut so, denn genau diese VerÀnderungen machen es möglich, dass du weiter lÀufst als je zuvor.

Es kann aber Monate dauern, bis sich diese Anpassungen voll entfalten. Deshalb ist es so wichtig, lange genug zu trainieren, damit dein Körper den Strapazen eines Marathons standhalten kann.

Wir werfen einen Blick darauf, welche physiologischen Anpassungen stattfinden, die dir helfen, fitter, stÀrker und belastbarer zu werden.

Ein stÀrkeres Herz-Kreislauf-System

Wenn du deine Laufleistung schrittweise steigerst, wird dein Herz krÀftiger und leistungsfÀhiger und versorgt deine Muskeln mit jedem Schlag mit mehr Blut und Sauerstoff. 

Dank deinem umfangreichen Trainingsprogramm haben sich dein Herz und deine Lunge bis zum Wettkampftag vollstĂ€ndig an diese harte körperliche Herausforderung angepasst, sodass du ĂŒber die gesamte Distanz ein gleichmĂ€ĂŸiges Tempo halten können solltest.

KrÀftigere langsam zuckende Muskeln

Deine langsam zuckenden, auf Ausdauer ausgerichteten Muskelfasern werden krÀftiger und arbeiten effizienter. Die Anzahl der Mitochondrien in deinen Zellen steigt, wodurch deine Muskeln besser Energie aus Sauerstoff gewinnen können, sodass du kilometerweit durchhalten kannst.

Besserer Zugriff auf die Glykogenspeicher

Du kannst besser auf deine Glykogenspeicher zugreifen, und dein Körper lernt, bei Bedarf auf Fettreserven als Energiequelle zurĂŒckzugreifen. 

Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass dir die Energie plötzlich ausgeht und du bei einem wichtigen Wettkampf ins Straucheln gerÀtst.

StÀrkere Sehnen, BÀnder und Gelenke

Deine Sehnen, BĂ€nder, Knochen, Gelenke und dein Bindegewebe passen sich an wiederholte Belastungen an, wodurch sich deine Laufeffizienz verbessert.

Durch diese Anpassung bleibt dein Training auf Kurs, da das Verletzungsrisiko sinkt, und am Wettkampftag kannst du wertvolle Energie sparen und so ErmĂŒdungserscheinungen reduzieren.

Psychische VerÀnderungen durch das Marathontraining

Es steht außer Frage, dass das Training fĂŒr einen Marathon eine enorme körperliche und mentale Herausforderung ist.

Du kannst also nicht nur mit enormen positiven VerĂ€nderungen an deinem Körper und deiner allgemeinen Fitness rechnen, sondern auch mit vielen Vorteilen fĂŒr deine psychische Gesundheit.

LĂ€ufer berichten hĂ€ufig von einer besseren Stimmung und einer gesteigerten mentalen Belastbarkeit und WiderstandsfĂ€higkeit wĂ€hrend des Marathontrainings. Außerdem eignet es sich hervorragend, um Gewohnheiten zu etablieren und Disziplin zu entwickeln. 

Dein Trainingsplan wird dir auch beibringen, wie du Fokus und Konzentration aufrechterhĂ€ltst, um ein gleichmĂ€ĂŸiges Tempo zu halten, und wie du auch bei Schmerzen stark bleibst. 

So ermittelst du die ideale Dauer fĂŒr dein Marathon-Trainingsprogramm

Generell gilt fĂŒr viele FreizeitlĂ€ufer eine Trainingsdauer von 16 bis 20 Wochen als guter Richtwert. Wenn du jedoch absoluter AnfĂ€nger bist oder nur ein bis zwei LĂ€ufe pro Woche einplanen kannst, musst du möglicherweise lĂ€nger trainieren.

Umgekehrt kannst du diese Zeitspanne auch verkĂŒrzen, wenn du bereits regelmĂ€ĂŸig mehr als 30 Kilometer pro Woche zurĂŒcklegst und viel Erfahrung im Laufen hast.

Wie lange du fĂŒr einen Marathon trainieren musst, hĂ€ngt von mehreren Faktoren ab.

Deine allgemeine Fitness

Wenn du bisher noch nicht viel gelaufen bist, aber andere Sportarten betreibst und insgesamt fit und gesund bist, musst du das regulÀre Marathon-Trainingsprogramm vielleicht nur um ein paar Wochen verlÀngern. 

Wenn du jedoch völliger AnfÀnger bist und dich wenig bewegst, musst du wahrscheinlich deutlich lÀnger trainieren, damit sich dein Körper sicher an die Belastung gewöhnen kann.

Deine VerletzungsanfÀlligkeit

Wenn du anfĂ€llig fĂŒr kleinere Beschwerden, Schmerzen oder auch schwerere Verletzungen bist, solltest du wahrscheinlich mehr Erholungstage einplanen und die Laufleistung schrittweise steigern, um das Risiko von RĂŒckfĂ€llen zu verringern. 

Du solltest dir ein paar zusÀtzliche Wochen Zeit nehmen, um deine Fitness aufzubauen, falls du wegen einer Verletzung eine Woche oder lÀnger pausieren musst. 

Dein Job und dein Lebensstil

Wie viele LĂ€ufe du pro Woche einplanen kannst, hat großen Einfluss auf die LĂ€nge deines Trainingsplans. 

Wenn du einen stressigen Job mit unvorhersehbaren Arbeitszeiten hast, Schichtarbeit leistest, familiĂ€re Verpflichtungen hast oder viel beruflich unterwegs bist, solltest du dir zusĂ€tzliche Zeit fĂŒr dein Training einrĂ€umen. So vermeidest du den Stress, dich unvorbereitet zu fĂŒhlen, falls du mal einen Lauf ausfallen lassen musst. Lies dir dazu unseren Leitfaden zum Thema Marathontraining neben dem Job durch, um weitere Tipps zu erhalten.

Deine Lauferfahrung

Deine Lauferfahrung spielt eine große Rolle dabei, wie lange du fĂŒr einen Marathon trainieren solltest. Wenn du bereits regelmĂ€ĂŸig lĂ€ufst und in guter körperlicher Verfassung bist, kannst du leichter deine Laufleistung steigern und lĂ€ngere Strecken bewĂ€ltigen. 

Wenn du jedoch noch AnfĂ€nger bist oder nach einer Pause wieder einsteigst, kann sich dein Verletzungsrisiko erhöhen, wenn du direkt mit einem normalen Trainingsplan loslegst. In diesem Fall solltest du dich fĂŒr ein lĂ€ngeres Programm entscheiden, das eine Aufbauphase beinhaltet, um dich sicher auf den Tag des Rennens vorzubereiten.

Mit dem praktischen Leitfaden unten kannst du grob ausrechnen, wie viel Zeit du fĂŒr dein Marathontraining einplanen solltest.

LĂ€uferprofil

Empfohlene LĂ€nge deines Marathon-Trainingsplans

Phasen deines Marathon-Trainingsplans 

Völliger AnfÀnger

(Keine Lauferfahrung oder LĂ€ufer, die nach einer schweren Verletzung wieder einsteigen)

Mind. 24 Wochen

VerlĂ€ngerte 8–10-wöchige Aufbauphase mit sehr schrittweiser Steigerung der Laufleistung mit Schwerpunkt auf BestĂ€ndigkeit.

Langsame EinfĂŒhrung von IntensitĂ€ts- und Schnelligkeitstraining fĂŒr eine optimale Anpassung des Körpers und ein geringeres Risiko von Verletzungen durch Überlastung.

Aktive LĂ€ufer

 (Mind. 3 LĂ€ufe/Woche, 15–25 km/Woche)

16–20 Wochen

Der Standardzeitplan fĂŒr sichere, kontinuierliche Fortschritte.

Eine 4–6-wöchige Aufbauphase, gefolgt von einer schrittweisen Steigerung der Laufleistung und strukturiertem Schnelligkeitstraining.

Lange LÀufe steigern sich allmÀhlich auf Spitzenstrecken von etwa 30 km.

Fortgeschrittene/LangstreckenlÀufer

(RegelmĂ€ĂŸiges Laufen von ĂŒber 40 km/Woche)

12–16 Wochen

Schnelle Steigerung der Laufleistung mit minimalem Aufbau; sofortiger Beginn von LangstreckenlÀufen und Geschwindigkeitstraining. 

Erhöhtes Verletzungsrisiko und wenig Spielraum fĂŒr versĂ€umte Trainingseinheiten.

Dein essenzieller Leitfaden fĂŒr die Aufbauphase fĂŒr AnfĂ€nger

Wenn du fĂŒr deinen ersten Marathon trainierst, ist die Anfangsphase, die sogenannte „Aufbauphase“, einer der wichtigsten, wenn nicht sogar der wichtigste Teil deines Trainingsprogramms.

Dieser Trainingsblock – der in der Regel 6 bis 12 Wochen dauert – spielt eine entscheidende Rolle bei der StĂ€rkung des Bewegungsapparats, um das Verletzungsrisiko zu senken, bevor du das Marathontraining in vollem Umfang aufnimmst.

Die Aufbauphase fĂŒr AnfĂ€nger konzentriert sich auf vier Hauptbereiche:

  • Konstante Laufleistung mit einer sehr allmĂ€hlichen Steigerung der Laufzeit und der zurĂŒckgelegten Kilometer, 

  • Ausdauertraining und StĂ€rkung des Herz-Kreislauf-Systems,

  • Strukturelle Anpassung und KrĂ€ftigung deiner Muskeln, Sehnen und Knochen,

  • BewegungsqualitĂ€t und Entwicklung einer effizienten Lauftechnik. 

Ziel dieser Phase ist es, einen Punkt zu erreichen, an dem du problemlos drei- bis viermal pro Woche 15 bis 25 Kilometer in LĂ€ufen von 20 bis 50 Minuten zurĂŒcklegen kannst, bevor du zum regulĂ€ren Marathontrainingsprogramm ĂŒbergehst.

Du kannst auch Cross-Training (idealerweise gelenkschonendes Ausdauertraining wie Schwimmen, Radfahren oder auf dem Crosstrainer) einbauen, um deine aerobe und muskulÀre Ausdauer weiter zu stÀrken, ohne deine Gelenke zu sehr zu belasten. 

So steigerst du auf sichere Weise dein Laufpensum beim Marathontraining

Wenn du tolle Fortschritte machst und dein Marathontraining super lÀuft, wÀre es wirklich Àrgerlich, durch eine Verletzung ausgebremst zu werden.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass du dein Laufpensum schrittweise erhöhst, anstatt zwischen den Trainingseinheiten große SprĂŒnge zu machen.

DafĂŒr gibt es zwei Möglichkeiten.

Sicher dein Laufpensum steigern: Die 10-Prozent-Regel

Wie der Name schon sagt, steigerst du dabei dein Laufpensum jede Woche um bis zu 10 %, bis du deine Zieldistanz erreicht hast. Diese sichere, leicht umsetzbare Methode eignet sich fĂŒr alle LĂ€ufer, unabhĂ€ngig von ihrer Erfahrung.

Sicher dein Laufpensum steigern: Die Ausgleichsmethode 

FĂŒr fortgeschrittene LĂ€ufer ist die 10-Prozent-Regel möglicherweise zu einschrĂ€nkend, sodass sie stattdessen die Ausgleichsmethode bevorzugen. Hier kannst du deine Laufleistung um bis zu 25 % steigern und dann etwa einen Monat lang auf diesem Niveau bleiben, damit sich dein Körper daran gewöhnen kann.

Deload-Wochen in dein Marathontraining einbauen

„Deload-Wochen“, manchmal auch als „Down-Wochen“ bezeichnet, sind, wie der Name vermuten lĂ€sst, Wochen, in denen du dein Trainingspensum reduzierst, um deinem Körper Zeit zum Ausruhen und Erholen zu geben.

Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass sich der Körper wĂ€hrend der Erholungsphase anpasst, weshalb Ruhephasen ein wichtiger Bestandteil jedes Ausdauertrainingsplans sein sollten. Auch wenn du vielleicht keine Pause einlegen möchtest, wirst du dank dieser geplanten Ruhephasen erfrischt und sogar stĂ€rker ins Training zurĂŒckkehren, damit du in den folgenden Wochen höhere Laufleistungen bewĂ€ltigen kannst.

Es gibt keine feste Regel, wie oft du eine Ruhewoche einlegen solltest. Generell empfiehlt sich eine Ruhewoche alle vier Wochen, wobei manche MarathonlÀufer lieber alle sechs Wochen eine Pause einlegen.

WĂ€hrend einer Entlastungswoche solltest du:

  • Dein Gesamttrainingsvolumen um etwa 20 % reduzieren,

  • Deinen lĂ€ngsten Wochenlauf um 15–25 % verkĂŒrzen,

  • Die IntensitĂ€t deiner Trainingseinheiten verringern (zum Beispiel, indem du Intervall- oder TempolĂ€ufe weglĂ€sst und nur noch konstante Trainingseinheiten machst),

  • Ein oder zwei zusĂ€tzliche Ruhetage einlegen.

Wenn du weniger Zeit mit Laufen verbringst, hast du etwas mehr Zeit fĂŒr andere Dinge – lass dich aber nicht dazu verleiten, diese mit zusĂ€tzlichen Trainingseinheiten im Fitnessstudio oder anderen sportlichen AktivitĂ€ten zu fĂŒllen.  WĂ€hrend einer Deload-Woche soll sich dein Körper nicht nur vom Laufen, sondern von jeglicher intensiven körperlichen BetĂ€tigung erholen.

Es ist ein Marathon – kein Sprint

Wie lange du fĂŒr einen Marathon trainieren solltest, hĂ€ngt von verschiedenen Faktoren ab, die individuell fĂŒr dich und deine Erfahrungen gelten.

UnabhĂ€ngig jedoch davon, ob du einen Standard-Marathontrainingsplan befolgst oder auf deine bisherige Erfahrung aufbaust, um dich in kĂŒrzerer Zeit vorzubereiten, erfordert das Marathontraining Zeit, Geduld und eine sorgfĂ€ltige Planung, und es gibt ein paar wichtige GrundsĂ€tze, die fĂŒr jeden LĂ€ufer gelten.

Neben KontinuitĂ€t ist auch FlexibilitĂ€t wichtig – manchmal kommt das Leben dazwischen, und es ist völlig normal, ab und zu eine Trainingseinheit ausfallen zu lassen. Ein gut strukturierter Marathon-Trainingsplan ist ausreichend langfristig angelegt, sodass kleine Unterbrechungen deinen Fortschritt nicht beeintrĂ€chtigen.

Außerdem ist es wichtig, Deload-Wochen einzuplanen. In diesen Erholungsphasen kann sich dein Körper adaptieren und krĂ€ftigen, und wenn du sie ernst nimmst, kannst du ein besserer, belastbarerer LĂ€ufer werden. 

Die schrittweise Steigerung deines Laufpensums ist ein weiterer Grundpfeiler fĂŒr ein sicheres, effektives Training. Durch gleichmĂ€ĂŸige Belastungssteigerungen schonst du deine Muskeln, Gelenke und dein Bindegewebe und baust gleichzeitig Ausdauer fĂŒr den Wettkampftag auf.

Schließlich solltest du deine langen LĂ€ufe als Gelegenheit nutzen, jeden Aspekt des Marathonlaufs zu proben – vom Tempo ĂŒber die ErnĂ€hrung bis hin zur FlĂŒssigkeitszufuhr und mentalen Strategien –, damit du am Tag des Rennens selbstbewusst an den Start gehen kannst.

Mit unserem Leitfaden zum optimalen Marathontraining hast du die besten Chancen, sicher die Ziellinie zu ĂŒberqueren und dieses Ziel von deiner Bucket List zu streichen.