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A close up of a runner wearing ASICS running shoes

Ganganalyse – Welche Phasen gibt es beim Gangzyklus?

February 20, 2025

Wenn du anderen Menschen schon einmal beim Laufen zugesehen hast – sei es auf dem Laufband, beim Joggen im Park oder im Fernsehen – ist dir wahrscheinlich aufgefallen, wie unterschiedlich die Laufstile sind.

Wenn du anderen Menschen schon einmal beim Laufen zugesehen hast – sei es auf dem Laufband, beim Joggen im Park oder im Fernsehen – ist dir wahrscheinlich aufgefallen, wie unterschiedlich die Laufstile sind.

Manche machen grĂ¶ĂŸere, schwerere Schritte, wĂ€hrend andere mit kurzen und leichten Schritten zu gleiten scheinen. Abgesehen von den individuellen Nuancen sind die grundlegenden BewegungsablĂ€ufe jedoch ziemlich gleich. Der Bewegungsablauf wird als Gangzyklus bezeichnet.

Der menschliche Gangzyklus ist eines von vielen Dingen, die uns selbst im Vergleich zu anderen zweibeinigen Tieren einzigartig machen. Er ermöglicht uns eine sehr effiziente und schnelle Fortbewegung.

Sich beim Laufen den Gangzyklus bewusst zu machen, kann hilfreich sein. Werfen wir also einen genaueren Blick auf diesen Teil der menschlichen Biomechanik und was er fĂŒr dich bedeutet.

Worum handelt es sich beim Gangzyklus?

Ein Gangzyklus wird definiert als der Ablauf des Gehens vom ersten Bodenkontakt des einen Fußes bis zum erneuten Bodenkontakt desselben Fußes.

Er beschreibt also die gesamte Bewegung eines Beins beim Laufen; vom Moment des ersten Bodenkontakts und des Abhebens ĂŒber die Bewegung durch die Luft bis zum erneuten Bodenkontakt.

Was bringt es LĂ€ufer*innen, ĂŒber den Gangzyklus Bescheid zu wissen?

Es kann fĂŒr LĂ€ufer*innen jeder Erfahrungsstufe von Vorteil sein, mehr ĂŒber den menschlichen Gangzyklus zu erfahren. Dies sind nur einige der GrĂŒnde:

  • Geringeres Verletzungsrisiko: Eine hĂ€ufige Ursache fĂŒr Laufverletzungen ist ein zu großer Ausfallschritt beim Laufen. Manche LĂ€ufer*innen schwingen ihre Beine zu weit nach vorne, was zu Knie- und HĂŒftproblemen fĂŒhren kann. Das VerstĂ€ndnis fĂŒr den Gangzyklus kann dir dabei helfen, deine Bewegungen anzupassen.
  • Änderung der Lauftechnik: In manchen FĂ€llen passen LĂ€ufer*innen ihre Laufhaltung an, um z. B. die Schrittfrequenz zu erhöhen. Wenn du deinen Laufstil aus irgendeinem Grund anpassen möchtest, kann es hilfreich sein, ĂŒber den Gangzyklus Bescheid zu wissen und darĂŒber, wie sich dieser auf die Fuß- und Beinbewegung auswirkt.
  • Pronation: Pronation beschreibt die Bewegung deines Fußes wĂ€hrend der Phasen des Bodenkontakts beim Gehen. Je nach Art der Pronation gibt es verschiedene Arten von Schuhen.

Verwandtes Thema: Was ist Pronation?

Die Gangphasen eines Menschen beim Laufen

Beim Übergang vom Gehen zum Laufen verĂ€ndert sich der menschliche Gangzyklus erheblich. In diesem Artikel konzentrieren wir uns nur auf den Gang beim Laufen.

Beim Laufen gibt es zwei grundlegende Gangphasen:

  1. Standphase: Hier hat dein Fuß Kontakt mit dem Boden. Laut der Übersicht in einer sportwissenschaftlichen Zeitschrift macht diese Phase etwa 60 % des Gangzyklus aus.
  2. Schwungphase: Hier bewegt sich dein Fuß in der Luft. Diese Phase macht etwa 40 % des Gangzyklus aus.

Die menschlichen Gangphasen können auch in Teilphasen unterteilt werden.

Teilphasen der Standphase

Die Standphase weist drei Teilphasen auf:

1. Anfangskontakt

Dein Knie beugt sich und dein Fuß kommt mit dem Boden in Kontakt. Je nach Laufstil und Pronation kann der erste Kontakt auf dem RĂŒckfuß, Mittelfuß oder Vorfuß erfolgen. Die Stufe des Anfangskontakts dĂ€mpft den Aufprall des Fußes. SchĂ€tzungen zufolge wird beim Laufen eine Kraft auf die Beine ĂŒbertragen, die dem 2,5-fachen des Körpergewichts entspricht.


2. Mittlere Standphase

Hier hat ein Großteil deines Fußes nun Bodenkontakt, wobei dein Bein und dein Fuß eine stabile Plattform fĂŒr deinen Körper bilden, wĂ€hrend du dich vorwĂ€rtsbewegst. Dein Knie ist immer noch leicht gebeugt.

3. Schwungphasenvorbereitung

Dies ist der letzte Teil der Standphase. Deine HĂŒfte und dein Knie beginnen, sich zu strecken, und deine Ferse hebt sich vom Boden. Schließlich löst sich im Zehenabstoß dein Fuß vollstĂ€ndig vom Boden.

Teilphasen der Schwungphase

Die Schwungphase im menschlichen Gangzyklus beschreibt die Bewegung deines Beins, wenn es nicht mit dem Boden in Kontakt ist. Auch sie kann in drei Teilphasen unterteilt werden:

1. Schwungphasenbeginn

ZunĂ€chst beginnt sich dein Knie zu beugen und deine HĂŒften erreichen die maximale Streckung hinter dir.

2. Mittlere Schwungphase

Dein Knie beugt sich weiter und dein Unterschenkel schwingt nach hinten. Gleichzeitig beginnen sich deine HĂŒftbeuger zusammenzuziehen, um dein Bein nach vorne zu ziehen.

3. Schwungphasenende

Deine seitlichen HĂŒftbeuger ziehen sich zusammen und heben den Oberschenkel vor dir an. Dann streckt sich dein Knie, was deinen Fuß nach vorne schwingen lĂ€sst. Dein Fuß landet direkt vor deinem Körperschwerpunkt. Danach beginnt der Gangzyklus wieder von vorne.

Wie fĂŒhrt man eine Ganganalyse durch?

Es gibt viele GrĂŒnde dafĂŒr, eine Ganganalyse durchfĂŒhren zu lassen. Wiederkehrende Verletzungen können z. B. auf eine Überstreckung zurĂŒckzufĂŒhren sein. Vielleicht möchtest du deine Trittfrequenz erhöhen. Oder vielleicht möchtest du mehr ĂŒber deine Pronation erfahren, um die richtigen Laufschuhe auszuwĂ€hlen.

Am einfachsten lÀsst sich dein Gang analysieren, indem du jemanden bittest, dich beim Laufen auf einem Laufband von der Seite zu filmen. Mit den meisten Smartphones kann man Videos jetzt in Zeitlupe abspielen, sodass du deinen individuellen Gang besser nachvollziehen kannst.

Wenn du das GefĂŒhl hast, dass dein Gang Beschwerden verursacht, kann es auch hilfreich sein, mit einem Lauftrainer oder einer Physiotherapeutin zu sprechen, die ihre eigene Analyse durchfĂŒhren werden. Beim Besuch eines ASICS-LaufgeschĂ€fts können die Mitarbeiter*innen dort auch deinen Gang beurteilen.

Mehr Details zu diesem Thema: Wie fĂŒhrt man eine Ganganalyse durch?

Laufschuhe und Gangzyklen

Deine Laufschuhe können sich auf deinen Gangzyklus auswirken. Verschiedene Arten von Laufschuhen und ihre jeweiligen Eigenschaften beeinflussen den Schrittzyklus auf unterschiedliche Weise.

  • Neutrale Laufschuhe

Diese Schuhe sind im Fersen- und Mittelfußbereich am stĂ€rksten gedĂ€mpft und im Mittelfußbereich relativ flexibel. Sie sind fĂŒr Menschen mit neutralem Laufstil geeignet. Entdecke unser Sortiment an neutralen Laufschuhen.

  • StabilitĂ€tslaufschuhe

Diese Schuhe wurden fĂŒr Menschen entwickelt, die zu Überpronation neigen. Sie bieten mehr DĂ€mpfung und sind im Mittelfußbereich zusĂ€tzlich verstĂ€rkt. Dadurch wird die Belastung auf deine Sprunggelenke und Beine reduziert, wenn deine FĂŒĂŸe keinen vollstĂ€ndigen Bodenkontakt haben. Entdecke unser Sortiment an StabilitĂ€tslaufschuhen.

  • Schnelle Laufschuhe/Wettkampflaufschuhe

Es gibt Laufschuhe, die fĂŒr höhere Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Sie haben zum Beispiel Sohlen mit stĂ€rkerer Wölbung, Carbonplatten oder eine „federnde“ DĂ€mpfung, die wĂ€hrend der Standphase des Gangzyklus hilfreich sein kann. Entdecke unser Sortiment an schnellen Laufschuhen.

  • Gewicht des Schuhs

Je leichter deine Laufschuhe sind, desto einfacher ist die Schwungphase. Besonders bei langen LĂ€ufen können schon wenige Gramm einen großen Unterschied in Bezug auf die ErmĂŒdung machen.

  • DĂ€mpfung

Nach der Analyse deines persönlichen Gangzyklus wirst du vielleicht feststellen, dass du beim Laufen stĂ€rker auf dem hinteren Fuß auftrittst. In diesem Fall solltest du dich fĂŒr Schuhe mit stĂ€rker gedĂ€mpfter Ferse entscheiden.

Verwandtes Thema: Welchen Einfluss hat der Gang auf die Wahl des Laufschuhs?

Sei dir deines Gangzyklus bewusst

Als LĂ€ufer*in kann es sehr nĂŒtzlich sein, seinen eigenen Gangzyklus zu kennen. Es ist ein wertvoller Faktor, den du bei deinem Lauftraining berĂŒcksichtigen solltest. So kannst du beispielsweise Überstreckungen vermeiden, deine Schrittfrequenz beim Laufen erhöhen oder die fĂŒr dich am besten geeigneten Schuhe auswĂ€hlen.