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Was ist eine gute Marathonzeit? Benchmarks nach Alter, Geschlecht und FĂ€higkeit

September 16, 2026

Egal, ob du deinen ersten Marathon in Angriff nimmst oder bereits erfahren ĂŒber die 42,2-km-Distanz bist, möchtest du nach deiner harten Arbeit natĂŒrlich eine gute Marathonzeit erzielen.

Aber was ist eine „gute“ Marathonzeit? Das ist eine subjektive Frage, die nur unter BerĂŒcksichtigung mehrerer Faktoren beantwortet werden kann.

In diesem Leitfaden liefern wir dir Benchmarks, an denen du dich orientieren kannst – basierend auf Alter, Geschlecht und Leistungsniveau – und geben dir einige Top-Tipps zur Tempogestaltung beim Marathon, damit du die Ziellinie in Rekordzeit ĂŒberquerst.

Durchschnittliche Marathonzeiten weltweit

Auch wenn du dein Marathon-Ziel immer an einem Wert ausrichten solltest, der deinem Erfahrungsniveau entspricht, ist es doch ein tolles GefĂŒhl zu wissen, dass du ĂŒber dem Durchschnitt liegst.

Es ist jedoch schwierig, eine genaue Zahl fĂŒr die „durchschnittliche“ Marathon-Endzeit zu nennen, da jede Studie und jede Datensammlung anders aufgebaut ist. Einige schließen Elite-LĂ€ufer aus und konzentrieren sich nur auf AnfĂ€nger und Amateure, wĂ€hrend andere dies nicht tun. Manche sammeln nur Daten von großen Marathons wie Boston, Tokio und London, wĂ€hrend andere breiter aufgestellt sind.

Die meisten DatensÀtze deuten jedoch auf Folgendes hin:

  • Die durchschnittliche Marathonzeit fĂŒr MĂ€nner liegt zwischen 4:21:03 und 4:29:53 (6:12 bis 6:24 pro Kilometer),

  • Die durchschnittliche Marathonzeit fĂŒr Frauen liegt zwischen 4:42:09 und 4:49:45 (6:41 bis 6:52 pro Kilometer).

Was sind die aktuellen Weltrekorde bei MarathonlÀufen?

WĂ€hrend fĂŒr viele von uns eine Zeit innerhalb dieser „durchschnittlichen“ Zeitbereiche schon als gute Marathonzeit und großartige Leistung gelten wĂŒrde, kann man sich kaum vorstellen, dass manche Spitzensportler mehr als doppelt so schnell laufen.

Der aktuelle Marathon-Weltrekord der MĂ€nner (auf einer anerkannten Strecke) liegt bei 01:59:30 und wurde von Sabastian Sawe beim London Marathon am 26. April 2026 aufgestellt. WĂ€hrend des Rennens lief er durchschnittlich 2:50 pro Kilometer.

Und der Marathon-Weltrekord der Frauen ist ebenso beeindruckend. Auf der Strecke des Chicago-Marathons am 13. Oktober 2024 aufgestellt, entspricht Ruth Chepng’etichs Zeit von 2:09:56 einem Durchschnittstempo von 3:06 pro Kilometer.

Wir alle erinnern uns natĂŒrlich an Eliud Kipchoges Lauf unter zwei Stunden, bei dem er den Marathon in 1:59:40 absolvierte. Allerdings zĂ€hlt dies nicht als Weltrekord, da der Lauf nicht nach den ĂŒblichen Wettkampfregeln stattfand. Bei seiner unglaublichen Leistung profitierte er von 41 Tempomachern, die sich abwechselnd zu einem menschlichen Windschutz um ihn herum aufstellten.

Vergleiche deine Marathonzeit nach Alter, Geschlecht und Leistungsniveau

Wie kannst du also herausfinden, was eine gute Marathonzeit fĂŒr dich persönlich ist?

Dazu musst du deine Leistungsdaten (oder angestrebten Leistungsdaten) mit vergleichbaren Daten nach Alter und Leistungsniveau abgleichen.

FĂŒr die folgende Tabelle haben wir Marathonlaufdaten herangezogen, die die Leistungskategorien wie folgt unterteilen:

  • Einsteiger: schneller als 5 % aller LĂ€ufer,

  • AnfĂ€nger: schneller als 20 % aller LĂ€ufer, 

  • Fortgeschrittene: schneller als 50 % aller LĂ€ufer, 

  • Profis: schneller als 80 % aller LĂ€ufer. 

Eine Zeit im fortgeschrittenen oder professionellen Bereich fĂŒr deine Altersgruppe zu erreichen, gilt definitiv als gute Marathonzeit: Das bedeutet, dass du schneller bist als ĂŒber die HĂ€lfte der LĂ€ufer deiner Altersgruppe – darauf kannst du stolz sein.

GUTE MARATHONZEITEN: VERGLEICHSDATEN FÜR MÄNNER

ALTER

EINSTEIGER

ANFÄNGER

FORTGESCHRITTENE

PROFIS

20–30

4:57:01

4:10:05

3:34:56

3:08:42

31–40

5:00:40

4:13:09

3:37:34

3:11:02

41–50

5:19:25

4:28:57

3:51:08

3:22:56

51–60

5:48:34

4:53:30

4:12:14

3:41:28

61–70

6:23:39

5:23:02

4:37:37

4:03:45

71–80

7:16:35

6:07:36

5:15:55

4:37:22

81–90

9:24:56

7:55:41

6:48:48

5:58:55

GUTE MARATHONZEITEN: VERGLEICHSDATEN FÜR FRAUEN

ALTER

EINSTEIGER

ANFÄNGER

FORTGESCHRITTENE

PROFIS

20–30

5:33:08

4:45:32

4:08:41

3:40:30

31–40

5:35:34

4:47:36

4:10:30

3:42:06

41–50

5:56:21

5:05:35

4:26:01

3:55:52

51–60

6:40:47

5:43:30

4:59:10

4:25:15

61–70

7:42:41

6:36:34

5:45:23

5:06:13

71–80

9:12:46

7:53:46

6:52:37

6:05:52

81-90

12:53:46

11:03:09

9:37:35

8:32:08

Festlegen deiner angestrebten Marathonzeit

Auch wenn es immer hilfreich ist, einen genauen Anhaltspunkt fĂŒr eine gute Marathonzeit zu haben, berĂŒcksichtigen die oben genannten Zahlen nicht die Nuancen deiner persönlichen Marathon-Entwicklung.

Neben deinem Alter und deinem Leistungsniveau kann deine Marathonzeit von verschiedenen anderen Faktoren beeinflusst werden, darunter:

  • Trainingsumfang und -regelmĂ€ĂŸigkeit,

  • ob du krank warst,

  • ob du Verletzungen hast,

  • deine Erfahrung mit MarathonlĂ€ufen und

  • wie du mit der NervositĂ€t am Renntag und der mentalen Herausforderung eines Marathons umgehst.

Beim Setzen eines Ziels fĂŒr deinen nĂ€chsten Marathon ist es also wichtig, dass du dein aktuelles Fitnessniveau und die oben genannten Faktoren berĂŒcksichtigst.

Ehrgeiz ist zwar großartig, aber dein Ziel und das dafĂŒr notwendige Tempo mĂŒssen realistisch sein; sonst riskierst du, enttĂ€uscht zu werden. 

Vorhersage deiner Marathonzeit anhand deines VDOT-Werts

Der VDOT-Wert ist ein von Dr. Jack Daniels entwickelter Fitnesswert fĂŒr LĂ€ufer. Er basiert auf deinen jĂŒngsten Wettkampfergebnissen oder TrainingslĂ€ufen und sagt mithilfe mathematischer Formeln voraus, welche Zeiten du ĂŒber verschiedene Distanzen erreichen könntest, darunter auch beim Marathon.

Um deinen VDOT-Wert zu ermitteln, fĂŒhrst du einen Testlauf ĂŒber 3 km, 5 km oder 10 km bei voller Belastung durch oder nimmst eine aktuelle Wettkampfzeit und gibst diese zusammen mit deinen persönlichen Daten in einen Online-VDOT-Rechner ein. Das Tool berechnet dann deine voraussichtliche Marathonzeit.

Anschließend kannst du deinen VDOT-Wert mit dem anderer LĂ€ufer vergleichen und dein ideales Marathontempo berechnen.

Angenommen, du bist ein Mann im Alter von 40 Jahren mit einer persönlichen Bestzeit von 45 Minuten ĂŒber 10 km. Dann liegt dein VDOT-Wert bei etwa 46, was bedeutet, dass du einen Marathon in 03:27:00 laufen könntest.

Du kannst deinen VDOT-Wert auch zur Bewertung deiner bisherigen Marathonzeit nutzen.

Pacing fĂŒr dein Marathontraining

Anhand der VDOT-Daten fĂŒr deine prognostizierte Marathonzeit kannst du berechnen, in welchem Tempo du wĂ€hrend des Trainings laufen solltest.

  • Absolviere den Großteil deiner LĂ€ufe 10–20 % langsamer als dein angestrebtes Marathontempo, um Ausdauer aufzubauen und gleichzeitig die ErmĂŒdung unter Kontrolle zu halten.

  • Steigere allmĂ€hlich das Tempo bei deinen lĂ€ngeren LĂ€ufen, sodass die letzten Kilometer etwa 10 % unter deinem Marathontempo liegen. Auf diese Weise simulierst du die ErmĂŒdung gegen Ende des Rennens.

  • Baue idealerweise alle drei Wochen bei bestimmten langen LĂ€ufen Strecken von etwa 13 bis 22 km in deinem angestrebten Marathontempo ein. So kannst du deinem Körper – und deiner Psyche – vermitteln, wie sich das Renntempo anfĂŒhlt. 

So verbesserst du deine Marathonzeit

Nun weißt du, was eine gute Marathonzeit ist – wie du sie erreichst, ist eine andere Frage.

HierfĂŒr stehen dir viele Möglichkeiten offen, von der Optimierung deiner Lauftechnik bis hin zu einer strategischen Planung deiner Ruhetage.

Intervalltraining und TempolÀufe in dein Training einbauen

Ein Marathon-Trainingsplan besteht nicht nur darin, Tag fĂŒr Tag im gleichen Tempo zu laufen, bis du 42,2 km zurĂŒcklegen kannst. 

Probiere stattdessen verschiedene Laufeinheiten aus, darunter Fartlek-Training oder Intervalltraining, das LangstreckenlÀufern zahlreiche Vorteile bietet.

Durch Intervalltraining – das kurze, schnelle Laufwiederholungen beinhaltet – kannst du dein normales Tempo leichter bewĂ€ltigen und so schneller einen Marathon laufen. Außerdem kannst du damit deine Laktatschwelle verbessern, sodass deine Muskeln das Tempo lĂ€nger halten können, ohne schnell zu ermĂŒden, und deinen VO₂-Max-Wert steigern, was die Effizienz deiner Sauerstoffverwertung erhöht. 

Deine Lauftechnik verbessern

Die richtige Lauftechnik ist entscheidend, wenn du beim nÀchsten Marathon eine neue Bestzeit aufstellen willst. 

Eine solide Technik verbessert dein Gleichgewicht und deine Schrittmechanik, hilft dir beim Schonen deiner Energie, verzögert das Einsetzen von ErmĂŒdungserscheinungen und lĂ€sst dich die Strecke leichter bewĂ€ltigen. Das Laufen fĂŒhlt sich flĂŒssiger und leichter an, und du wirst dein Marathontempo bequemer halten können.

Am einfachsten kannst du deine Lauftechnik mit grundlegenden LaufĂŒbungen wie High Knees, SprĂŒnge, Skipping und Buttkicks bei deinem AufwĂ€rmtraining und Krafttraining verbessern.

ErgĂ€nze dein Training durch Kraft- und AusdauerĂŒbungen

RegelmĂ€ĂŸiges Krafttraining hilft dir durch die StĂ€rkung und Effizienzsteigerung deiner Muskeln, deine Marathonzeit zu verbessern. 

Studien zeigen, dass regelmĂ€ĂŸiges funktionelles Krafttraining deinen Laufstil und deine muskulĂ€re Ausdauer verbessert, sodass du weniger Energie aufwenden musst, um dein Tempo zu halten – selbst auf den letzten Kilometern, die dir wie eine Ewigkeit vorkommen.

Optimiere deine ErnĂ€hrung und FlĂŒssigkeitszufuhr

Es kann ein echter Balanceakt sein, ausreichend Nahrung und FlĂŒssigkeit zu dir zu nehmen, um fĂŒr die 42,2 km gut versorgt zu sein, ohne es dabei zu ĂŒbertreiben, sodass du dich trĂ€ge und lethargisch fĂŒhlst.

Deshalb ist Experimentieren angesagt. Deine langen TrainingslĂ€ufe sind die ideale Gelegenheit, deine Strategie fĂŒr die Nahrungs- und FlĂŒssigkeitsaufnahme wĂ€hrend des Marathons zu erproben. Spiele dabei mit der Menge an FlĂŒssigkeit, die du zu dir nimmst, der Anzahl an Gramm Kohlenhydraten pro Stunde und der Frage, ob du dich lieber mit Gels oder Riegeln bei KrĂ€ften hĂ€ltst.

Richtiges Tapering und ausreichende Erholung

Eine ausreichende Erholung vor dem Wettkampftag ist fĂŒr eine gute Marathonzeit unverzichtbar.

Eine Studie hat gezeigt, dass ein diszipliniertes Tapering – also die schrittweise Reduzierung des Laufvolumens in den 2–3 Wochen vor dem Marathon – deinem Körper hilft, sich vom Trainingsplan zu erholen, und die Energiereserven deiner Muskeln vor dem großen Tag wieder auffĂŒllt. In unserem ausfĂŒhrlichen Leitfaden erfĂ€hrst du, warum Tapering so wichtig ist.

Die Ergebnisse dieser Studie waren eindeutig: FreizeitlĂ€ufer, die ein striktes Tapering befolgten, liefen im Durchschnitt fĂŒnf bis sechs Minuten schneller als diejenigen, die darauf verzichteten.

Überlege dir eine Tempostrategie

Du solltest am Renntag auf jeden Fall einen Tempoplan im Kopf haben. Diesen kannst du bei Bedarf wĂ€hrend des Rennens jederzeit anpassen, doch wenn du schon vor dem Start weißt, wie du vorgehen wirst, kannst du viel selbstbewusster loslegen.

Untersuchungen zeigen, dass LĂ€ufer, die einen Marathon gleichmĂ€ĂŸig laufen oder mit einem negativen Split – also langsamer starten und das Tempo in der zweiten HĂ€lfte steigern – in der Regel eine bessere Zeit erzielen als diejenigen, die zu schnell starten.

Das liegt daran, dass du durch eine etwas zurĂŒckhaltendere erste HĂ€lfte des Marathons Energie sparen, deinen Glykogenspeicher aufrechterhalten und ErmĂŒdungserscheinungen verringern kannst, sodass du in schwierigen Phasen auf Energiereserven zurĂŒckgreifen kannst.

Eine gute Marathonzeit fĂŒr dein Alter, dein Leistungsniveau und dein Geschlecht erzielen

Letztendlich bedeutet eine „gute“ Marathonzeit fĂŒr jeden LĂ€ufer etwas anderes, deshalb solltest du versuchen, deine Ergebnisse nicht mit denen anderer zu vergleichen.

Wenn du dennoch nach einer Orientierungshilfe suchst, um deine Fortschritte einzuschĂ€tzen, solltest du Vergleichswerte heranziehen, die dein Geschlecht, dein Alter und dein Leistungsniveau berĂŒcksichtigen, sowie deinen VDOT-Wert, um dir ein realistisches Ziel zu setzen.

Um eine gute Marathonzeit zu erreichen, sollte dein Trainingsplan Schnelligkeits-, Intervall- und Krafttraining beinhalten und bei deinen langen LĂ€ufen kannst du Strategien fĂŒr FlĂŒssigkeitszufuhr, ErnĂ€hrung und Tempomanagement ausprobieren.

Letztendlich ist der Abschluss eines Marathons unabhĂ€ngig davon, ob du eine persönliche Bestzeit aufstellst, den Durchschnitt deiner Altersklasse ĂŒbertriffst oder einfach nur die Ziellinie ĂŒberquerst, eine enorme Leistung. SchĂ€tzungen zufolge laufen weniger als 1 % der Bevölkerung einen Marathon, sodass du unabhĂ€ngig von deiner Zeit sehr stolz auf dich sein kannst.