
Wie Bewegung und Laufen Ăngste reduzieren können
March 7, 2025
Ăngste gehören heute zu den hĂ€ufigsten psychischen Problemen in Deutschland. Laut Statistika leiden 25 % aller Menschen mindestens einmal im Leben unter Angststörungen. Auch wenn du selbst nicht an einer Angststörung leidest, kennst du mit hoher Wahrscheinlichkeit jemanden, der darunter leidet.
Das Interesse daran, AngstzustĂ€nde mit Sport zu behandeln, hat in den letzten Jahren zugenommen. In zahlreichen Studien konnte ein konkreter Zusammenhang zwischen körperlicher AktivitĂ€t und verbesserter psychischer Gesundheit nachgewiesen werden. Dies ist eine Ăberzeugung, die ASICS seit der GrĂŒndung des Unternehmens teilt. In GroĂbritannien wird derzeit eine Studie durchgefĂŒhrt, die untersucht, wie HausĂ€rzt*innen anstelle von Medikamenten oder Psychotherapie Bewegung als Behandlungsmethode fĂŒr verschiedene psychische Probleme verschreiben können.
Im Folgenden erfĂ€hrst du mehr ĂŒber den Zusammenhang zwischen Sport und AngstzustĂ€nden und wie Sport bei dieser Problematik helfen kann.
Hinweis: Dieser Artikel ist NICHT als medizinische Beratung zu verstehen. Er dient ausschlieĂlich zu Informationszwecken. Wenn du glaubst, unter einer Angststörung zu leiden, solltest du dies unbedingt von einem Arzt / einer Ărztin diagnostizieren lassen. Und wenn du bereits wegen AngstzustĂ€nden behandelt wirst, solltest du mit deinem Arzt / deiner Ărztin ĂŒber die Behandlung deiner Angststörung und die AusĂŒbung von Sport sprechen.
Hilft Bewegung bei AngstzustÀnden?
Ja. Die wissenschaftlichen Indizien fĂŒr den Zusammenhang zwischen Angststörungen und Bewegung sind zahlreich und nehmen weiter zu. Wir haben Informationen aus drei Metaanalysen zusammengetragen, also Studien zu den Ergebnissen vieler anderer Studien, um den Zusammenhang zwischen Bewegung und der Linderung von AngstzustĂ€nden zu verdeutlichen.
Menschen, die sich mehr bewegen, leiden weniger unter AngstzustÀnden
Zu den ĂŒberzeugendsten Beweisen gehört in diesem Zusammenhang eine Bewertung von 13 Studien zu Bewegung und Angst. Die Forscher*innen fanden heraus, dass eine hohe körperliche BetĂ€tigung vor verschiedenen Arten von Angststörungen, darunter Agoraphobie und PTBS, zu schĂŒtzen schien. Wer also regelmĂ€Ăig körperlich aktiv ist, leidet seltener unter AngstzustĂ€nden.
Kann wirksamer sein als Medikamente/Psychotherapie
Eine weitere umfassende Bewertung von Studien kam zu dem Schluss, dass körperliche AktivitÀt bei der Behandlung von AngstzustÀnden 1,5-mal wirksamer ist als kognitive Verhaltenstherapie (KVT) und Medikamente. Demnach könnten kostenlose, leicht zugÀngliche AktivitÀten wie Walking, Yoga oder Laufen wirksamer sein als herkömmliche Behandlungen.
Hinweis: Dies bedeutet nicht, dass du eine Behandlung gegen AngstzustĂ€nde abbrechen solltest. Bitte wende dich an deinen Arzt / deine Ărztin, wenn du Fragen hast oder mehr Sport treiben möchtest.
Sport reduziert AngstzustÀnde und Depressionen
Eine weitere Auswertung von neun Studien zum Thema Bewegung bei AngstzustĂ€nden kam zu dem Schluss, dass Bewegung tatsĂ€chlich einen positiven Effekt auf die Linderung von AngstzustĂ€nden hat. Als besonders wirksam erwiesen sich auĂerdem aerobe Trainingsformen wie das Laufen.
Verwandtes Thema: Laufen fĂŒr bessere psychische Gesundheit
Inwiefern hilft Bewegung bei AngstzustÀnden?
Ăngste sind ein komplexes PhĂ€nomen und es gibt zahlreiche Arten von Angststörungen, die jeweils eigene Symptome und Ursachen haben. Dazu gehören Panikstörungen, Agoraphobie, posttraumatische Belastungsstörung, soziale Angststörung und viele mehr.
Der genaue Mechanismus, auf dem die Wechselwirkung zwischen Angststörungen und Bewegung beruht, ist derzeit noch nicht vollstÀndig geklÀrt. Dies sind jedoch einige Möglichkeiten, wie Laufen bei AngstzustÀnden helfen kann:
Chemische VerÀnderungen im Gehirn
Wenn du Sport treibst, schĂŒttet dein Gehirn zahlreiche Stoffe aus, durch die Ăngste reduziert und vorgebeugt werden können. Dazu gehören Serotonin, Gamma-AminobuttersĂ€ure (GABA), Endocannabinoide und Dopamin. Diese Chemikalien und Hormone wirken auf unterschiedliche Weise, können aber alle dazu beitragen, dass du dich entspannter und glĂŒcklicher fĂŒhlst.
Ablenkung
Denkst du in Ă€ngstlichen Momenten immer wieder ĂŒber unangenehme oder schwierige Probleme nach? Körperliche BetĂ€tigung kann bei Angst helfen, und zwar aus dem einfachen Grund, dass sie dich ablenkt. Wenn du deine Laufschuhe anziehst, vor die TĂŒr gehst und andere Dinge und GerĂ€usche wahrnimmst, ist es schwieriger, an das zu denken, was dir Angst macht.
Sport verÀndert das Gehirn
Laut einem Artikel von Dr. John Ratey auf der Website der Harvard Medical School verĂ€ndert Bewegung die Funktionsweise deines Gehirns. Betroffen ist dabei insbesondere die Amygdala, ein Teil des Gehirns, der uns dabei hilft, auf reale oder vermeintliche Bedrohungen zu reagieren. RegelmĂ€Ăige Bewegung kann die Amygdala sozusagen âtrainierenâ und dadurch deine WiderstandsfĂ€higkeit gegen Ăngste verbessern.
Indirekte Vorteile von Bewegung bei Angststörungen
RegelmĂ€Ăige Bewegung kann auch indirekt bei der BewĂ€ltigung von AngstzustĂ€nden helfen â und zwar auf verschiedene Weise:
- Selbstbewusstsein: Mit zunehmender Fitness und dem Erreichen von Zielen wie deinem ersten 5-km-Lauf verbessert sich dein SelbstwertgefĂŒhl und du fĂŒhlst dich allgemein besser.
- Ăberwindung von Ăngsten: Je nachdem, von welchen Ăngsten du betroffen bist, kann ein Lauf â und sei es nur eine Runde um den HĂ€userblock â dir dabei helfen, bestimmte Ăngste zu ĂŒberwinden. Mit zunehmender Laufdauer wirst du feststellen, dass deine schlimmsten BefĂŒrchtungen nicht eingetreten sind.
- Besserer Schlaf: Schlechter Schlaf steht in engem Zusammenhang mit erhöhter Angst. Joggen macht dich auf natĂŒrliche Weise mĂŒder, sodass du wahrscheinlich besser schlafen wirst. Dadurch könnte sich auch dein allgemeines AngstgefĂŒhl verringern.
- Sonnenlicht: AngstzustÀnde und Vitamin-D-Mangel hÀngen ebenfalls eng zusammen. Viele Menschen nehmen nicht genug Vitamin D zu sich, aber unser Körper stellt erstaunlicherweise auch Vitamin D her, wenn wir in die Sonne gehen. Durch Bewegung im Freien, wie z. B. Laufen, kannst du also deinen Vitamin-D-Spiegel erhöhen.
Verwandtes Thema: Wie wirkt sich Laufen auf deinen Körper aus?
Weitere Vorteile von Bewegung gegen Ăngste
Sport zur Behandlung von Angststörungen hat noch viele weitere Vorteile:
- Er verbessert deine körperliche Gesundheit und senkt das Risiko einer Vielzahl von Krankheiten.
- Abgesehen von den Kosten fĂŒr ein paar Laufschuhe und Kleidung ist Bewegung völlig kostenlos, im Gegensatz zum Beispiel zu einem Besuch bei einem Therapeuten / einer Therapeutin.
- Du kannst trainieren, wann immer du möchtest.
- Im Gegensatz zu Medikamenten hat Laufen keine potenziellen Nebenwirkungen, auch wenn du das Risiko von Laufverletzungen nicht auĂer Acht lassen solltest.
- Wenn du dich einem Laufverein anschlieĂt, kannst du beim Laufen auch neue Leute kennenlernen.
Laufen fĂŒr einen guten Zweck: Ist es motivierend, fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke zu laufen?
Wie du mit Sport AngstzustĂ€nde ĂŒberwinden kannst
âJe mehr ich radelte, desto mehr merkte ich, wie ich mich von meinen VerzweiflungsgefĂŒhlen befreite, und je mehr ich in die Pedale trat, desto mehr hatte ich das GefĂŒhl, dass mein Körper meinen Geist anfeuerte. Ich konnte meinen SchweiĂ förmlich schmecken, und es war ein spektakulĂ€res GefĂŒhl. Ich war wieder bereit zu laufenâ â Eleanor Morgan, Autorin von Anxiety For Beginners, A personal investigation (Auszug wiedergegeben in Womenâs Health).
Viele Menschen, die unter AngstzustĂ€nden leiden, konnten durch Sport echten Trost finden. Alleine das Anziehen eines Paars Laufschuhe kann fĂŒr sie der erste Schritt auf dem Weg zu einem wirksameren Umgang mit ihrer Erkrankung sein. Manchen kann es sogar dabei helfen, vollstĂ€ndig zu genesen.
Hinweis: Hier muss betont werden, wie wichtig es ist, sich professionelle Hilfe zu holen, insbesondere bei schweren Angststörungen. Selbsthilfe durch Bewegung ist zwar ohne Zweifel nĂŒtzlich, du solltest dich aber immer zuerst von einem Arzt oder einer qualifizierten Therapeutin beraten lassen.
Angststörungen und Sport: Wie fange ich an?
Wenn du LaufanfĂ€nger bist oder schon lĂ€nger nicht mehr gelaufen bist, solltest du es langsam angehen lassen. Manche Menschen ĂŒberanstrengen sich zu Beginn ihrer Laufkarriere, was ihr Verletzungsrisiko erhöhen kann. Eine Verletzung wird dich wahrscheinlich vom Weitermachen abhalten â was bei AngstgefĂŒhlen nicht gerade hilfreich ist.
Wir haben einige Tipps fĂŒr dich, wie du deine Angst mit Sport in den Griff bekommen kannst.
Folge einem Plan fĂŒr LaufanfĂ€nger*innen
ErwĂ€ge, einen Plan fĂŒr LaufanfĂ€nger*innen wie âCouch to 5Kâ zu befolgen â wir haben hier einen ausfĂŒhrlichen Artikel darĂŒber geschrieben. Diese Art von Plan sieht Folgendes vor:
- Entwickle dich in neun Wochen vom blutigen AnfÀnger zum LangstreckenlÀufer.
- Trainiere dreimal pro Woche, mit mindestens einem Ruhetag zwischen den einzelnen Sessions.
- Am Anfang stehen kurze LĂ€ufe und Gehen im Wechsel auf dem Programm.
- Die Gehzeit wird nach und nach verkĂŒrzt und die Laufzeit verlĂ€ngert.
- Am Ende kannst du mindestens 30 Minuten lang ununterbrochen laufen.
Auf der Website des britischen Gesundheitsdienstes NHS erfĂ€hrst du mehr ĂŒber âCouch to 5Kâ. Es gibt auch eine kostenlose App, die du herunterladen kannst.
Versuche, dich an eine Routine zu halten
Eine regelmĂ€Ăige Laufroutine kann dir ein gewisses GefĂŒhl der Kontrolle vermitteln, was wiederum deine Angst in Schach halten kann. Erwachsenen wird allgemein empfohlen, mindestens 150 Minuten pro Woche einer AktivitĂ€t mittlerer IntensitĂ€t nachzugehen, wie z. B. Gehen, oder 75 Minuten einer anstrengenden AktivitĂ€t wie Joggen. Dein Ziel könnte also sein, dreimal pro Woche 20 Minuten zu joggen und zusĂ€tzlich ein paar SpaziergĂ€nge oder Cross-Training zu machen (siehe unten).
NatĂŒrlich kann es Tage geben, an denen du dich so Ă€ngstlich fĂŒhlst, dass du nicht aus dem Haus gehen kannst. Sich einen Tag frei zu nehmen, ist völlig in Ordnung! Steige einfach am nĂ€chsten Tag wieder ein.
Nutze Lauf-Apps zur Motivation
Es gibt viele Lauf-Apps, mit denen du deine Laufstrecke, dein Tempo und vieles mehr verfolgen kannst. ASICS Runkeeper bietet dir auch personalisierte TrainingsplÀne und sogar Podcasts zum Thema achtsames Laufen.
Laufen fĂŒr Achtsamkeit
Achtsamkeit ist beliebt und soll die psychische Gesundheit fördern, auch bei AngstzustĂ€nden. Achtsamkeit ist ein groĂes Thema, bei dem es aber vor allem darum geht, deine Denkweise zu Ă€ndern, damit du das Hier und Jetzt unvoreingenommen erleben kannst. Statt an die Vergangenheit oder Zukunft zu denken, versuchst du, im Moment zu sein.
Laufen lĂ€sst sich sehr gut mit Achtsamkeit verbinden â schlieĂlich kann man beim Laufen nur schwer an etwas Negatives denken. Durch den Sport kannst du aber auch besser in dich hineinhorchen, tiefer atmen und dich auf rhythmische Weise bewegen â alles Dinge, die dir helfen können, achtsamer zu sein.
Laufe gemeinsam mit anderen
Gemeinsam mit einem Freund / einer Freundin zu joggen oder einem Laufclub beizutreten, kann eine groĂartige Form der Bewegung und des Angstmanagements sein. Untersuchungen zufolge kann der persönliche Kontakt bei der BewĂ€ltigung verschiedener psychischer Probleme â darunter auch AngstzustĂ€nde â helfen.
Das hĂ€ngt natĂŒrlich von der Art der Angst ab, unter der du leidest â fĂŒr Menschen mit einer Sozialphobie ist es beispielsweise weniger geeignet.
Mache Cross-Training
Beim Cross-Training kombinierst du deine hauptsÀchliche Trainingsart, z. B. Laufen, mit anderen Trainingsarten. Studien zeigen, dass auch andere Arten von Bewegung, darunter Krafttraining und Yoga, bei der Behandlung psychischer Probleme sehr wirksam sind. Was spricht also dagegen, in den Genuss weiterer Vorteile zu kommen?
AufwÀrmen
Ein grĂŒndliches Warm-up ist fĂŒr alle LĂ€ufer*innen unerlĂ€sslich, unabhĂ€ngig vom Erfahrungsgrad. Nimm dir vor jeder Session ein paar Minuten Zeit, um deinen Körper mit dynamischen Bewegungen wie Ausfallschritten, Kniebeugen, âHigh Kneesâ und âButt Kicksâ vorzubereiten. Durch AufwĂ€rmen verringert sich das Verletzungsrisiko und du kannst deine LĂ€ufe mehr genieĂen.
Beginne dein Lauftraining mit ASICS
Bei ASICS sind wir schon immer davon ĂŒberzeugt, dass sich Bewegung positiv auf Körper und Geist auswirkt. Wusstest du, dass âASICSâ fĂŒr Anima Sana In Corpore Sano steht, was auf Latein âEin gesunder Geist in einem gesunden Körperâ bedeutet? Und wie die oben erwĂ€hnten Studien zeigen, wird dies inzwischen durch eine Vielzahl konkreter Beweise untermauert.
Diese Ăberzeugung bildet die Grundlage, auf der wir unsere Laufschuhe, Kleidung und Accessoires entwerfen. Mit der Entwicklung von Produkten, die höchste QualitĂ€t, beste UnterstĂŒtzung und maximalen Komfort bieten, möchten wir das Laufen fĂŒr alle Menschen auf der ganzen Welt zugĂ€nglich machen. Denn wenn du dich auf deine AusrĂŒstung verlassen kannst, wirst du eher dabeibleiben und weiterhin von den Vorteilen des Laufens fĂŒr deine körperliche und mentale Gesundheit profitieren.
Dein Weg zu mehr Bewegung und weniger Angst
Angststörungen kommen unglaublich hĂ€ufig vor und können sich sehr negativ auf die LebensqualitĂ€t auswirken. Leider gibt es nicht die eine Behandlung fĂŒr alle Arten von AngstzustĂ€nden, und die zugrunde liegenden Ursachen und Symptome variieren oft individuell. Es wird jedoch immer deutlicher, dass körperliche BetĂ€tigung bei der Behandlung von Angststörungen oft sehr hilfreich sein kann.
Wenn du Bewegung zur AngstbewĂ€ltigung nutzen möchtest, solltest du immer zuerst mit deinem Arzt sprechen. Wenn du jedoch die zurĂŒckgelegten Distanzen langsam steigerst, dich richtig aufwĂ€rmst und deine Fortschritte im Auge behĂ€ltst, wirst du vielleicht schon bald eine spĂŒrbare Verbesserung in Bezug auf dein AngstgefĂŒhl und dein allgemeines Wohlbefinden feststellen. GenieĂe diese Reise.